Anspruch auf Bafög? (18, Gymnasium, Eltern Hartz IV)

  • Hallo!
    Ich bin 18 Jahre alt, lebe in BaWü und besuche dort ein wirtschaftliches Gymnasium in der 12. Klasse. Nach der 13. und den schriftlichen Abschlussprüfungen erhalte ich das allgemeine Abitur, bin also zu allen Universitäten etc. zugelassen. Ich lebe derzeit bei meiner Mutter, die selbst aufgrund von Arbeitsunfähigkeit seit langem Hartz IV bezieht, meine Eltern haben sich vor einigen Monaten scheiden lassen, daher wird mein derzeitiges Zuhause zwangsversteigert, mein Vater wiederum erhält auch nur Hartz IV+Frührente und zahlt aktuell keinen Unterhalt (Verfahren gegen ihn läuft).


    Meine Schule (ein berufliches Gymnasium) liegt von meinem derzeitigen Wohnsitz gut 20km entfernt, daher wäre es für mich ohne Auto von großem Vorteil, in der Nähe der Schule in eine WG zu ziehen (wäre soweit mit einem Freund geklärt).


    Habe ich anspruch auf Schülerbafög und damit auf ein Wohnen ohne Eltern?


    Danke schonmal für hilfreiche Antworten.

  • Kommt drauf an.


    Derzeit allenfalls dann, wenn das konkret besuchte Gymnasium oder ein vergleichbares Gymnasium mit ÖPNV nicht in zumutbarer Zeit von den beiden Wohnsitzen der Elternteile erreicht werden kann (d.h. bei tgl. mehr als 2h Fahrzeit insgesamt, also hin und zurück, bei regelmäßigen Verkehrsverhältnissen).


    Nach dem Umzug Deiner Mutter wird - was sie betrifft - nur eine Wegezeitprüfung hinsichtlich Ihres dann neuen Wohnsitzes und des konkret besuchten Gymnasiums vorgenommen werden, während bei Deinem Vater weiterhin zu prüfen sein wird, ob Du nicht auch auf ein vergleichbares wirtschaftliches Gymmasium verwiesen werden kannst. Anders ausgedrückt: Wenn Dich das Amt schon jetzt auf den Wohnsitz Deines Vaters verweisen kann, wird sich durch den Umzug Deiner Mutter nichts daran ändern.

  • Kommt drauf an.


    Derzeit allenfalls dann, wenn das konkret besuchte Gymnasium oder ein vergleichbares Gymnasium mit ÖPNV nicht in zumutbarer Zeit von den beiden Wohnsitzen der Elternteile erreicht werden kann (d.h. bei tgl. mehr als 2h Fahrzeit insgesamt, also hin und zurück, bei regelmäßigen Verkehrsverhältnissen).


    Zählen entsprechend lange Wartezeiten zu diesen zwei Stunden? Sprich bei mir sähe das so derzeit aus: 6:25 Busabfahrt, Ankunft in Schule 7.00 Uhr, Beginn des Unterrichts 7.45 Uhr. Unterrichtende in der Regel 12.45 Uhr, Busabfahrt 12.55 Uhr, Ankunft zuhause 13.35 Uhr.


    Zusammen gerechnet wären das 2 Stunden und 15 Minuten, eine nähere Schule gibt es nicht.

  • Die Wartezeiten zählen mit (ich komme übrigens auf zusammen 130 Minuten).


    Hast Du Dir auch die Wegezeit vom anderen Elternteil aus angeschaut?


    Von dort aus gäbe es eine Schule, die näher liegt. Aber zu diesem Elternteil habe ich seit 2 Jahren keinen persönlichen Kontakt mehr und da ich derzeit auch per Gericht Unterhaltszahlungen fordern muss, ist ein Zusammenleben absolut unmöglich (denke, dass auch das zuständige Amt das einsieht).

  • Von dort aus gäbe es eine Schule, die näher liegt. Aber zu diesem Elternteil habe ich seit 2 Jahren keinen persönlichen Kontakt mehr und da ich derzeit auch per Gericht Unterhaltszahlungen fordern muss, ist ein Zusammenleben absolut unmöglich (denke, dass auch das zuständige Amt das einsieht).

    Das reicht definitiv nicht, um von einer Verweisung auf die Wohnung Deines Vaters abzusehen.


    Guck Dir doch mal die Verwaltungsvorschriften zu § 2 Abs. 1a BAföG an (hier auf diesen Seiten). Vllt fällt Dir was auf. Kannst mich dann gerne darauf ansprechen.


  • Guck Dir doch mal die Verwaltungsvorschriften zu § 2 Abs. 1a BAföG an (hier auf diesen Seiten). Vllt fällt Dir was auf. Kannst mich dann gerne darauf ansprechen.


    Dieser Elternteil ist nach schwerer Erkrankung nicht mehr voll zurechnungsfähig (u.a. Wahnvorstellungen) und daher auch arbeitunsfähig, darf offiziell nicht mal mehr Fahrradfahren, die eigene Grundversorgung bekommt dieser gerade noch so hin, und daher ist es für mich nicht zumutbar, dort zu leben.


    Auch würde sich dieser Elternteil in keinster Weise kooperativ zeigen, es wird von dessen Seite aus immer möglichst versucht, mir und meiner Mutter das Leben möglichst schwer zu machen.


    Zitat

    Die Bundesregierung kann durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates bestimmen, dass über Satz 1 hinaus Ausbildungsförderung für den Besuch der in Absatz 1 Nr. 1 bezeichneten Ausbildungsstätten auch in Fällen geleistet wird, in denen die Verweisung des Auszubildenden auf die Wohnung der Eltern aus schwerwiegenden sozialen Gründen unzumutbar ist.