Ü30, verheiratet, 2 Kinder, zwischen den Kindern Ausbildung - Chance auf Bafög?

  • Hallo,


    ich wäre sehr dankbar, wenn mir hier jemand weiter helfen könnte.


    Ich bin 30 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder (8 und 2 Jahre alt).
    Ich würde gern im Herbst ein Studium beginnen, wenn mein jüngerer Sohn in den KiGa geht.


    Zunächst gebe ich euch Aufschluss über meine Situation, falls ich etwas Wichtiges auslassen sollte, gebt mir bitte Bescheid.


    Mein bisheriger Werdegang:
    99 - Abi,
    9/99-04/00 - abgebrochene Ausbildung,
    5/00-2/01 - gejobbt,
    3/01-8/01 - ausbildungsplatzsuchend gemeldet,
    9/01 - 8/04 - Elternzeit,
    9/04 - 1/07 - Ausbildung (Abschlussprüfung vorgezogen),
    2/07 - 4/07 - befristete Anstellung im Ausbildungsbetrieb,
    5/07 - 8/07 - arbeitslos gemeldet,
    9/07 - dato - Elternzeit.


    Momentan habe ich kein eigenes Einkommen, mein Mann geht arbeiten.


    Hätte ich evtl. eine Chance auf elternunabhängiges Bafög?
    Trotz meiner Ausbildung?


    (Falls ja: Besteht zusätzlich die Möglichkeit, dass Belastungen, die Wohneigentum betreffen (wir haben letztes Jahr gebaut), als Freibeträge oder Ähnliches berücksichtigt werden?)


    Vielen Dank für eure Hilfe!


    Mit freundlichen Grüßen
    narutro

  • Hallo narutro,


    na, wenn BAföG, dann elternunabhängig.


    Aber, ob überhaupt BAföG, ist erst mal fraglich, wegen der Altersgrenze.


    Was für Ausbildungen hast Du denn gemacht?


    Warum hast Du von 9/04 bis 4/07 kein Studium aufgenommen?


    Zitat

    Falls ja: Besteht zusätzlich die Möglichkeit, dass Belastungen, die Wohneigentum betreffen (wir haben letztes Jahr gebaut), als Freibeträge oder Ähnliches berücksichtigt werden?


    Nein.


    Gruß

  • Hallo,


    vielen Dank für die Antwort. :)


    Ich habe eine Ausbildung als Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Bibliothek, gemacht.


    Als mein Sohn 1 1/2 Jahre alt war, trennte ich mich vom Vater. Dadurch bekam ich Sozialhilfe. Für mich stand aber fest, dass ich eine Ausbildung machen wollte, wenn der Kleine in den Kindergarten kommt.


    Eigentlich hatte ich immer vor, zu studieren, nur hatte ich keine konkrete Vorstellung, was. Und einfach studieren zu gehen, ohne Vorstellung davon, was hinterher aus mir wird- das kam für mich nicht in Frage.


    Als ich aber die Ausbildung begann, hätte ich mir ein Studium nicht vorstellen können, denn leider traute ich es mir nach der Elternzeit, und dann noch als Alleinerziehende, nicht wirklich zu.
    Organisationstechnisch wäre es wahrscheinlich auch nicht gut gegangen.
    Ich war zu der Zeit auch stolz, dass ich ab dem 2. Ausbildungsjahr nicht mehr auf Sozialhilfe angewiesen war und "nur noch" Wohngeld dazu bekam.


    Während der Ausbildung lernte ich meinen Mann kennen, und von der Organisation her wäre ein Studium nun machbar, da mit den Kindern vieles besser geregelt werden könnte.
    Außerdem habe ich seit der Ausbildung eine Vorstellung, was ich gerne studieren möchte: Kultur- oder Medienwissenschaften, evtl. (bei 2 Fächern) Literaturwissenschaft oder Germanistik.


    Zusätzlich bleibt zu sagen, dass es schwierig ist, in meinem Beruf Stellen zu finden- wenn es einem nicht möglich ist, sich überall in Deutschland zu bewerben.


    Mit einem abgeschlossenen Studium wären meine Möglichkeiten etwas breiter gefächert.


    Allerdings weiß ich nicht, ob diese Gründe bei einem Bafögantrag zählen würden...


    Liebe Grüße
    narutro

  • Hallo narutro,


    naja, § 10 Abs. 3 Nr. 3 BAföG (die anderen drei Ausnahmeregelungen zur Altersgrenze können wir wohl vernachlässigen) fordert von Dir, dass Du zwischen dem Ende der allgemeinen Schulbildung und dem Beginn des Studiums im Herbst durchgehend gehindert gewesen sein musst, das Studium zu beginnen.


    Die Tz 10.3.4 BAföGVwV (hier auf diesen Seiten) gibt Dir in der Rückschau noch eine dreijährige Orientierungsphase ab Ende der allgemeinen Schulbildung. Ferner geht sie davon aus, dass gehindert war, wer ein Kind bis zu 10 Jahren betreute.


    Letzteres ist aber kein Automatismus. Wer vollzeiterwerbstätig war, sich entsprechend arbeitssuchend meldete oder eine Vollzeitausbildung absolvierte, hat damit dokumentiert, dass ein Studium trotz Kind(er) möglich gewesen sein müsste; so jedenfalls Behörden und Gerichte. "Entschuldigt" wiederum ist Erwerbstätigkeit zur Vermeidung von Sozialhilfebedürftigkeit.


    Nicht gehindert war, wer noch nach Orientierung suchte oder nachvollziehbare, aber nicht zwingende Gründe hatte, ein Studium nicht aufzunehmen.


    Anders ausgedrückt: Diese Regelung ist nur für die diejenigen gedacht, die vorher objektiv keine Chance hatten, ein Studium aufzunehmen.


    Alles steht und fällt also mit der Frage, warum 9/04 Ausbildung (und dann Erwerbstätigkeit) statt Studium.


    Zitat

    Als ich aber die Ausbildung begann, hätte ich mir ein Studium nicht vorstellen können, denn leider traute ich es mir nach der Elternzeit, und dann noch als Alleinerziehende, nicht wirklich zu.
    Organisationstechnisch wäre es wahrscheinlich auch nicht gut gegangen.
    Ich war zu der Zeit auch stolz, dass ich ab dem 2. Ausbildungsjahr nicht mehr auf Sozialhilfe angewiesen war und "nur noch" Wohngeld dazu bekam.


    Kann ich Deine Chancen schwer einschätzen.


    Zitat

    Mit einem abgeschlossenen Studium wären meine Möglichkeiten etwas breiter gefächert.


    Spielt hier keine Rolle.


    Zitat

    Ich habe eine Ausbildung als Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Bibliothek, gemacht.


    War das 'ne schulische oder 'ne betriebliche Ausbildung?


    Gruß

  • P.S. Du kannst beim Studentwerk (in RP bei der Hochschule) schon jetzt eine sog. Vorabentscheidung zur Altersgrenze beantragen.


    Eine Vorabentscheidung bindet das Amt. Eine negative Vorabentscheidung wäre aber kein Problem, sollte die zu erwartende Gesetzesänderung dann eine Bewilligung ermöglichen.