Anspruch auf BAföG bei Auszug?

Das Forum ist derzeit geschlossen, eine Registrierung oder das Verfassen von Themen & Beiträgen sind nicht möglich.
  • Hallo!


    Ich bin 24 Jahre alt, habe eine abgeschlossene Berufsausbildung und studiere nun noch. Neben dem Studium habe ich weiterhin einen unbefristeten Arbeitsvertrag in Teilzeit (25%).
    Dieses Geld reicht mir allerdings nicht zum Leben, weshalb ich noch bei meiner Mutter wohne.


    Dummerweise zieht meine Mutter aber nächstes Jahr mit ihrem Freund und dessen Tochter in ein neues Haus. Ich hätte die Möglichkeit mitzuziehen, allerdings möchte ich das nicht.


    Nun meine Frage: Habe ich Anspruch auf BAföG wenn ich auf eigenen Wunsch von zu Hause ausziehe? Laut BAföG-Rechner habe ich überhaupt keinen Anspruch, da meine Eltern "zu viel" verdienen..


    Ich hoffe jemand hat eine Antwort..


    LG

  • Von den BAföG-Rechnern höre ich wenig Gutes; ich kenne sie selber nicht.


    Das auswärtige Wohnen erhöht den Bedarfssatz (Erhöhung), aber nicht das anzurechnende Einkommen der Eltern.


    Wenn Dir Deine Eltern den Unterhalt ganz oder tlw. verweigern, kannst Du beim Amt einen Vorausleistungsantrag stellen; dann werden Dir die verweigerten Beträge aus- bzw. nachgezahlt. Den Antrag solltest Du ggf. so schnell wie möglich stellen, damit Dir nichts verloren geht. Lass Dich aber auch beraten (Übergang des Unterhaltsanspruchs).

  • Beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung. Bei Studierenden das Studentenwerk, außer in RP, da machens die Hochschulen selber.


    Das Amt kann Dir den Förderungsbetrag mit den Einkommensunterlagen der Eltern auch korrekt ausrechnen. Mach' doch einfach mal einen Termin aus.


    Ansonsten hole ich mal etwas weiter aus:


    Der BAföG-Bescheid mit der Einkommensanrechnung bezüglich der Eltern ist ein reiner Förderungsberechnungsbescheid; er verpflichtet Deine Eltern nicht zur Zahlung. Deren Unterhaltspflicht richtet sich immer noch nach dem Zivilrecht.


    Wenn sie Dir den Unterhalt verweigern, kannst Du beim Amt einen Vorausleistungsantrag stellen; dann werden Dir die verweigerten Beträge aus- bzw. nachgezahlt.


    Wird vorausgeleistet, wird das Amt überlegen und prüfen.


    Gibt's keinen Unterhaltsanspruch, sind die vorausgeleisteten Beträge fürs Amt verloren. Es passiert nichts weiter, und alle anderen sind froh. Den Schriftwechsel mit dem Amt sollten Deine Eltern verkraften können.


    Gibt's einen Unterhaltsanspruch, wird das Amt den Unterhalt von Deinen Eltern (zurück-)fordern und ggf. gerichtlich vorgehen. Das ist dann aber auch okay so, weil sie es dann eben sind, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen.


    Die einzige Alternative zum Vorausleistungsantrag ist, dass Du selbst mithilfe eines Anwalts was probierst. Auf Dein eigenes Risiko.


    BAföG gibt's übrigens frühestens ab schrftl. Antragstellung.