Auslandsbafög - diffizile Situation

  • Grüß Gott...


    zur Situationsschilderung: Ich - deutscher Staatsbürger; studierte 2 Semester auf inländischer Universität (dort Förderung nach Inlandsbafög), danach Studiumsabbruch und Wechsel nach Österreich auf ähnlichem, jedoch nicht komplett gleichen Studiengang. 5 Prüfungsleistungen vom Vorstudium konnten anerkannt werden. In Österreich vorerst regulärer Studiumsgang, Auslandsbafög wurde bewilligt und für das erste Semester ausgezahlt.


    Gegen Mitte 3. Semester musste ich (- die genauen Gründe möchte ich hier jetzt nicht ausbreiten aber ich sag mal dazu dass es sehr gute Gründe waren), zu einer 3 monatigen Behandlung in eine psychotherapeutische Klinik. Das eine Behandlung anstehen wird war einige Monate vorher schon absehbar, jedoch nicht der verspätete Beginn.


    Denn da die Klinik die Aufnahme mehrfach nach hinten verschoben hatte (der Aufnahmetermin pendelte letztendlich zwischen August und Dezember - als temporäre Überbrückung wurden Psychopharmaka verschrieben) wurde beschlossen das Wintersemester denoch zu beginnen. Anfang Dezember kam dann allerdings ein verbindliches Aufnahmeangebot, welches Aufgrund der sich verschlechternden gesundheitlichen Lage von mir angenommen wurde, mit den Konsequenz dass keine Beurlaubung vom Semester mehr möglich war und noch fehlende Prüfungen aus dem Sommersemester nicht geschrieben werden konnten (das ging auch aus formalen Gründen nicht, die Krankenkassen gestatten bei stationärer Behandlung keine Auslandsaufenthalte). Ich bin jetzt bedingt durch diesen Krankenhausaufenthalt - zu dem ich auch stehe weil er gesundheitlich bitter notwendig war - im 4. Semester mit dem Stand von Mitte 2. Semester (ich studiere nach dem Bachelor/Master System).


    Mitte Februar meldete sich dann das BaföG Amt mit der Bitte um erneuten Notennachweis und der Übermittlung von Formblatt 5 (Studienerfolgsnachweis) und Fristsetzung bis 14.03.


    Ich habe dem Amt daraufhin so in etwa dass was ich hier in dem Beitrag schreibe auch als Antwortschreiben geschickt (beigefügt eine Bestätigung der Klinik über den Behandlungszeitraum), bisher ohne Antwort (wie immer). Der Wegfall des Bafögs wäre für mich finanziell eine ziemliche Katastrophe, was könnte ich da jetzt noch tun? Bitte hier keine "schlauen" Antworten - ich arbeite auch für mein Studium, aber das alleine reicht nicht.


    Mich würde da auch noch interessieren worin die Legitimation dieser Notenkontrolle liegt? Beim Bachelor gibt's doch keine Zwischenprüfung mehr? Auf der Rückseite steht auch etwas von 5. Semester bzw. 4. aber die Aufforderung des BaföG Amtes ging zum Ende des 3. Semesters ein.


    Ich hab denen auch einen nochmaligen Hinweis beigefügt dass ich damals beim wechsel NICHT ins 3. Fachsemester eingestuft wurde sondern neu begonnen hab.


    Vielen Dank für eure Hilfe....


    Lg

  • Ich gucke mal, wo ich hier anfange...


    Vielleicht erst mal mit dem, was klar ist: Nach vier Fachsemestern ist der Leistungsnachweis nach § 48 BAföG unzweideutig fällig. Und zwar unabhängig davon, ob und ggf. wann lt. Studienordnung eine Zwischenprüfung ansteht.


    Ob Du jetzt allerdings schon das 4. Fachsemester vollendest, hängt davon ab, ob Du beim Wechsel von D nach A auch einen Fachrichrichtungswechsel gemacht hast oder nicht. Dass ist ohne Nennung der Studiengänge schon mal unmöglich. Auf die Einstufung in A kommt's nicht an. Entscheidend sind vielmehr vor allem Inhalt und Abschluss der beiden konkret belegten Studiengänge. Guck Dir mal die Tz 7.3.2 bis 7.3.5 BAföGVwV (hier auf diesen Seiten) an; vllt hilft das ja schon weiter.


    Wars ein Fachrichtungswechsel, steht der Leistungsnachweis nicht jetzt an, sondern erst nach vier Semestern in A. Der Fachrichtungswechsel selber wäre kein Problem, würde aber wahrscheinlich dazu führen, dass die letzten beiden Semester in A vor Erreichen der Regelstudienzeit mit Bankdarlehen zu fördern wären.


    Wars kein Fachrichtungswechsel, steht der Leistungsnachweis jetzt an; davon scheint auch das Amt auszugehen. Ein Semester Verlust wegen des Krankenhausaufenthalts ist sicher gerechtfertigt, aber zwei weitere wegen des Hochschulwechsels nicht. Der Rückstand wäre nicht vollständig abgedeckt, so dass das Amt die Förderung einstellen müsste.


    Hat Dir denn das Amt mal erklärt, warum es keinen Fachrichtungswechsel annimmt?

  • Grüß dich und vielen Dank schonmal für die Antwort.


    Ich erinner mich jetzt ehrlich gesagt blöderweise nicht mehr so genau an damals. Im Moment würde ich nicht sagen dass ich das damals überhaupt gefragt wurde.


    Ich bin von "Sozialwissenschaften" in "Soziologie" gewechselt. Die sind recht ähnlich, aber eben nicht identisch. Sozialwissenschaften ist ein Mischstudiengang aus Politikwissenschaften und Soziologie mit einer anderen Ausrichtung. Manche Kurse sind gleich, manche nicht.


    Ich find nicht dass es wirklich vergleichbar ist. Das Amt mag da sicher anderer Meinung sein, aber vielleicht kann ich das ja begründen? Geht ein Antrag auf Wechsel der Fachrichtung auch im Nachhinein?


    Ich muss halt dazu sagen dass die Unterlagen und der Schriftverkehr zuhause bei mir in Deutschland liegen, da kann ich in den nächsten Ferien wieder nachschaun, oder ich muss halt meinen Eltern mal sagen wo sie nachkucken müssten.


    Lg

  • Ich möchte noch etwas dazu fügen....


    Ich hab mir das jetzt durchgelesen.... Punkt 7.3.4 - die Schwerpunktverlagerung liegt in dem Fall nicht vor; da die vorausgegangenen Prüfungsleistungen NICHT voll angerechnet wurden....

  • Zitat

    Geht ein Antrag auf Wechsel der Fachrichtung auch im Nachhinein?


    Praktisch ja. Muss auch machbar sein, wenn es denn tatsächlich ein Fachrichtungswechsel war und Dir deshalb BAföG zu Unrecht verweigert werden sollte.


    Zitat

    Ich bin von "Sozialwissenschaften" in "Soziologie" gewechselt. Die sind recht ähnlich, aber eben nicht identisch. Sozialwissenschaften ist ein Mischstudiengang aus Politikwissenschaften und Soziologie mit einer anderen Ausrichtung. Manche Kurse sind gleich, manche nicht.


    Tja, genau da wird's schwierig. Unterschiedliche Bezeichnungen schließen eine Fachrichtungsgleichheit nicht aus. Letztlich kommt's dabei darauf an, wie groß die inhaltlichen Unterschiede sind.


    Zu welchen Abschlüssen führen denn die beiden Studiengänge? Das wäre auch ein wichtiges Kriterium.


    Kannst Du mal Links auf die Studien- und Prüfungsordnungen legen?


    Zitat

    die Schwerpunktverlagerung liegt in dem Fall nicht vor; da die vorausgegangenen Prüfungsleistungen NICHT voll angerechnet wurden


    Das ist richtig. Das reicht aber noch nicht.

  • Hi,


    ich hab jetzt heute mal mit der Studienberatung hier geredet. Folgendes scheint geklärt; hier in Wien gelten; 6 Semester plus 2 Toleranzsemester. Eine Orientierungs, bzw. Zwischenprüfung besteht nicht.
    In Stuttgart bestand diese jedoch.


    Zitat aus der Prüfungsordnung von Stuttgart:


    § 3 Prüfungsaufbau


    (1) Der Bachelor-Prüfung geht die Orientierungsprüfung voraus.


    (2) Die Orientierungsprüfung ist bestanden, wenn mindestens 29 Leistungspunkte erworben wurden. Das Nähere regelt § 20.


    Zitat aus der Prüdfungsordnung für Soziologie Wien:


    Prüfungsordnung
    § 9


    (1) Das Bachelorstudium ist abgeschlossen, wenn alle Module und die Bachelorarbeit positiv
    absolviert wurden.


    Eine Studieneingangsphase besteht in Wien auch, jedoch ohne Orientierungsprüfung, das hat mir die Studienberatung so bestätigt und ich lese das auch aus dem Curriculum so heraus.
    Daraus folgere ich dass der Rückstand durch den Krankenhausaufenthalt soweit in Ordnung ist, da ich mich noch innerhalb der 2 Toleranzsemester bewege. Bezüglich des Vorstudiums scheint mir nun noch als Arbeitsschritt übrig zu bleiben - die Rechtfertigung des Fachrichtungswechsels.


    Ich füge hierzu wie du gebeten hast Links zu:


    Stuttgart Sozialwissenschaften:


    Amtliche Bekanntmachungen Nr:174


    Dazu noch ein Link zum Studienplan, der oben nur unzureichend geschildert ist:


    Institut für Sozialwissenschaften - Studiengaenge - Bachelor SOWI


    Wien Soziologie:


    http://www.soz.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/inst_soziologie/bachelorstudium_soziologie.pdf


    Und noch ein Link zum Studienplan:
    http://www.soz.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/inst_soziologie/Bachelor_Ueberblick-1-1.pdf

  • Meine Meinung noch Geschwind; ich sehe da einige Unterschiede, in Stuttgart ist Soziologie ja zum einen nur ein Teilbereich des Studienganges, diesem liegt dort z.B. ein Fokus auf Technik und Umweltsoziologie, (naturwissenschaftlicher Zug der Soziologie) das gibt's in Wien z.B. nicht. In Wien gibt'
    s hingegen ein Erweiterungscurriculum im Wert von 30 ECTS, also 1 Semester, sowie 1 Rechtswissenschaftliches Modul.


    Bezüglich des Theoretischen Anteils sehe ich hingegen Ähnlichkeiten....

  • Beide Studiengänge enden mit dem Bachelor. Insoweit sind sie sich gleich.


    Ich sehe aber wie Du diverse Unterschiede, auch wenn der Blick in die Fächerlisten mir sicherlich weniger sagt als einem Fachexperten wie Dir. Aber die Unterschiede sollten für die Annahme einer Fachrichtungsungleichheit ausreichen.


    Ein starkes Argument ist, dass in S nicht nur Sozialwissenschaft, sondern auch Soziologie angeboten wird.


    Mach dem Amt klar, dass hier ein Fachrichtungswechsel vorliegt. Arbeite die inhaltlichen Unterschiede heraus, was Du hier ja auch schon z.T. getan hast. Du kannst dabei auch auf die in der jeweiligen Studienordnung verankerten Zielsetzungen verweisen und auch deren Unterschiedlichkeit herausheben (s. z.B. § 1 Abs. 3 d. Curriculums in W).


    Das ist meine eigene Einschätzung. Ich kann nicht garantieren, dass es letztlich anerkannt wird.

  • heyho, also ich hab das jetzt so gemacht und eine leise Hoffnung dass es geklappt hat. Meine Sachbearbeiterin hat mir jetzt zurückgeschrieben und zum Thema Fachrichtungswechsel keine Fragen mehr gestellt.


    Jetzt möchte sie jedoch folgendes; Ärztliche Atteste über die "Zeiten der Krankheit"....


    Jetzt ist es so dass psychische Probleme nicht wie eine Erkältung zeitlich einordnenbar sind. Wenn man hier ehrlich sein müsste, dann müsste man bei mir von etwas sprechen das bereits seit frühester Kindheit besteht.


    Ich finde das etwas unsensibel, aber klar ich muss drauf antworten. Jetzt stellt sich aber für mich erneut die Frage wie ich das am besten mache. Zeitlich rückwirkende Atteste können von meiner (Ex-) Therapeutin in der Klinik nicht ausgestellt werden, darüber haben wir bereits gesprochen. Das ist nicht möglich da sie z.B. vor 1 Jahr einfach nicht da gewesen ist um die Situation zu beurteilen, sie hat nur die Möglichkeit die "Jetzt"- Situation zu beurteilen.


    Ich kann jedoch anhand von Schriftverkehr, Bestätigungen etc. nachweisen dass seit mindestens 2006 psychische Probleme bestehen - aus dem Jahr 2006 eine Bescheinigung einer sozialpädagogischen Beratungsstelle, aus dem Februar 2009 eine Bescheinigung der psychiatrischen Ambulanz eines Krankenhauses, aus dem Sommer 2009 eine Bescheinigung einer sozial pädagogischen Beratungsstelle, sowie eine Bescheinigung einer ambulanten Therapeutin.


    Jedoch eben keine Atteste. Was ich darüber hinaus noch habe ist ein Kurzbericht zu meiner Entlassung aus der stationären Therapie in der unter den Diagnosen von einer "protrahierten" Störung auszugehen ist - und protrahiert dass hab ich mal nachgeoogelt bedeutet; "verlängert" bzw. "verzögert". Der Begriff wird in der Medizin vor allem zur Beschreibung eines verlängerten Krankheitsverlaufs verwendet.


    Das alles könnte ich zuschicken. Jedoch... zögere ich dabei auch etwas weil das eigentlich - insbesondere der Kurzbericht streng vertrauliche Sachen sind. Ich habe ihr den Kurzbericht auch schonmal zugeschickt, hab da jedoch Diagnosen etc. ausgeschwärzt. Ich find das einfach zu sensibel und zu persönlich um der das zu schicken....


    Oder hab ich keine andere Wahl? Was sollte ich zurückschreiben?


    Liebe Grüße

  • Na, Du bist ja putzig! Du hättest mir ja mal sagen können, dass Du - wie ich gerade in Deinem neuen Thread lese - insgesamt bereits sechs Semester, davon zwei in S und vier in W verbracht hast! Ich hatte vor einer Woche sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass ich davon ausgehe, dass Du nur je zwei in S und W hinter Dir hast. Da hätte ich mir die Mühe mit dem Fachrichtungswechsel auch sparen können, denn das Amt hat den offenbar längst anerkannt!

  • Naja dann hab ich das wohl überlesen. Sorry. Mein Fehler. Trotzdem ist auch mein Beitrag deutlich gefasst.
    Ich hab 2 Semester in Stuttgart verbracht und bin jetzt im 4. in Wien - wobei das 3. Semester für die Klinik drauf gegangen ist.


    Der Bafög Folgeantrag gelangte darüber hinaus zum Ende vom 2. Semester ein. Also bezieht sich die ganze Choose auf 4 verbrachte Semester. Seit letzten Herbst liegt der Antrag beim Bafög Amt vor. Von Sommersemester 10 ist hier noch gar nicht die Rede.


    Somit dank ich dir trotzdem für deine Hilfte. Hat gepasst.