volljähr. Tochter wieder eingezogen - wer zahlt??

  • Hallo liebe Forenexperten,
    ich hoffe, dass ich hier vielleicht einen Rat bekommen kann.


    Die Tochter meines Partners ist 20 Jahre alt, wird in 6 Wochen 21.
    Bis vor einem Jahr, etwa Januar 2009, hat sie in unserem gemeinsamen Haushalt (wir sind nicht verheiratet) gelebt.
    Nach ihrem Hauptschulabschluss - vor x Jahren - hat sie inzwischen mindestens 5 Schul- und Berufsausbildungen abgebrochen. Hat halt keine Lust. Da unser Verhältnis zuletzt dementsprechend "gespannt" war, zog sie aus, in das Haus ihres Freundes.
    Kontakt bestand die ganze Zeit über, alles war nett, ab September hatte sie auch wieder eine Lehrstelle...
    Nun - nach einem Jahr - sie war auch nicht mehr bei uns gemeldet - ist sie dort rausgeflogen und stand wieder vor der Tür.
    Natürlich ist sie nun wieder hier eingezogen, wohin soll sie auch.
    Wir haben - jetzt erst!!! - erfahren, dass die Ausbildung, welche sie letzten Herbst begonnen hatte, auch schon im November wieder zu den Akten gelegt wurde, sie gammelt also wieder nur in den Tag rein, jobbt vielleicht ein bisschen hier und da.


    Nun meine Frage: Wer muss hier eigentlich wem etwas bezahlen?
    Logischerweise ist das häusliche Klima derzeit nicht gut, aber mittlerweile "droht" die Tochter, von ihrem Vater Geld einzuklagen, da sie sich keine Wohnung leisten kann.


    Wie gesagt - sie ist 20, ohne Ausbildung (ca 5 Abbrüche)
    , hat ein Jahr woanders gewohnt.


    Könnte es nicht eher sein, dass ihr Vater von ihr Miete verlangen kann?? Oder dürfen wir sie einfach auch rausschmeissen?


    Ich weiss, das ist alles nicht so schön, aber reden geht derzeit gar nicht mehr....


    So, wie nun weiter??


    Danke für jegliche Antwort

  • Hallo Optimist (?),


    wenn die Tochter nachweislich erfolglos aufgefordert wird sich eine Arbeitstelle zu suchen, entfällt ein weiterer Unterhaltsanspruch.
    Derzeit kann der Vater wählen wie er den Unterhaltsanspruch
    befriedigt: durch Sach- (wie bisher) oder durch Barunterhalt, der dann auch eine Wohnung mit einschließen kann.


    Wenn der Anspruch entfällt, gibt es ein Problem: was macht ein Mädel ohne Geld und evtl. ohne Wohnung?


    Es besteht in dieser Situation (das weitere gemeinsame Wohnen muss aus persönlichen Gründen unzumutbar sein) ein Anspruch der Tochter auf Leistungen nach dem SGB II einschließlich der Kosten der Unterkunft, wobei der Auszug genehmigt werden muss. Streitpunkt mit dem Leistungsträger, inbesondere, weil die Tochter unter 25 Jahren alt ist.


    Gruß.

  • Hallo Optimist (?),


    Es besteht in dieser Situation (das weitere gemeinsame Wohnen muss aus persönlichen Gründen unzumutbar sein) ein Anspruch der Tochter auf Leistungen nach dem SGB II einschließlich der Kosten der Unterkunft, wobei der Auszug genehmigt werden muss. Streitpunkt mit dem Leistungsträger, inbesondere, weil die Tochter unter 25 Jahren alt ist.


    Gruß.


    Hallo & danke erstmal.


    Ich war / bin ja der Meinung - ohne allerdings dafür einen "Beweis" zu haben, dass die oben angeführte Regel, dass das Kind bis 25 im Haushalt verbleiben m u s s (es sei denn ...unzumutbar...) nicht mehr gilt, wenn das Kind schon einmal ausgezogen war.
    Kann das vielleicht jemand bestätigen oder dementieren?



    Wenn der Anspruch entfällt, gibt es ein Problem: was macht ein Mädel ohne Geld und evtl. ohne Wohnung?


    Ja, das hätte sich das Mädel halt mal überlegen sollen, bevor sie einfach immer wieder beschließt, keinen Bock mehr auf ne Ausbildung zu haben und uns aber monatelang darüber belügt....


    Das klingt jetzt sehr sehr hart, ich weiß, aber im Augenblick hab ich da echt kein Mitleid mehr, sie legt's ja quasi drauf an, auf Kosten anderer zu leben. Deshalb ist sie ja auch beim Freund rausgeflogen.


    Trotzdem - ich hab meinen Benutzernamen schon mit Bedacht gewählt (Galgenhumor)


    LG

  • Hallo Optimist,


    also eines ist schon mal klar: mit d e r Ausbildungsvergangenheit braucht ihr euch überhaupt keine Gedanken zu machen, dass eine evtl. Klage der Tochter vor irgendeinem Gericht überhaupt Bestand hätte ;)


    Nach den bisherigen Umständen hat sie jeglichen Unterhaltsanspruch verwirkt und wie es aussieht, wird sie jede neue Ausbildung aus eigener Tasche finanzieren müssen - Eltern müssen grundsätzlich nur 1 Ausbildung finanzieren und wenn es triftige Gründe für einen Ausbildungsabbruch gibt (gesundheitliche Probleme i.e. Allergien etc....) dann evtl. noch eine 2.te Ausbildung - aber das war's dann auch in Sachen Ausbildung.


    Nach meinen Kenntnissen, hängt der Unterhaltsanspruch eines U25-Kindes auch nicht davon ab, ob es schon mal ausgezogen ist oder nicht.
    Maßgeblich ist grundsätzlich i m m er, ob ein Unterhaltsanspruch auf Grundlage des BGB besteht, d.h. Unterhaltsanspruch besteht nur, wenn ein volljähriges Kind sich in Schulausbildung/Berufsausbildung/Studium befindet und zwar bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres.
    Wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, kann auch kein Unterhalt nach SGB eingefordert werden. ERGO: wenn ihr von Amtswegen (z. Bsp. bei Auszug des Kindes) aufgefordert werdet, eure Einkommensverhältnisse offenzulegen, so müsst ihr dieser Aufforderung erstmal nachkommen - aber keine Sorgen, solltet ihr danach aufgefordert werden, irgendwelche Gelder an die Tochter zu überweisen, einfach Widerspruch einlegen und auf die Unterhaltsverwirkung auf Grundlage des BGB einlegen!


    IHR KÖNNT DOCH EINWANDFREI BELEGEN/NACHWEISEN, was sie schon so alles "fabriziert" hat, oder????


    Und danach wird die Arge ihr sicherlich eine Bleibe in irgendeinen Wohnheim zuweisen, verhungern wird sie auch nicht, da für solche Fälle "Essensgutscheine" verteilt werden :)


    Na bitte, nun heisst es für das Töchterchen, sich zu entscheiden, welchen Weg sie denn gehen möchte..... aber eines ist doch auch klar: ihr habt euch dieses Spielchen lange genug angeschaut und irgendwann ist auch mal Schluss!


    Du siehst, auch ich habe da eine ganz ähnliche Meinung. Warum? Tja, ich habe einen ähnlichen Fall zu Hause und habe mir zwischenzeitlich auch schon anwaltlichen Rat geholt.


    Durchhalten heisst die Devise und weiter unbedingt konsequent bleiben, notfalls bis zum "vor die Tür setzen gehen" - keine Sorge, die sind groß und kommen schon irgendwo unter .... und manchmal ist es die letzte Möglichkeit, unsere "Großen" zur Vernunft zu kriegen - so traurig das auch sein mag :( (aber manchmal gibt es auch äußere Umstände/Einflüsse, die so Manchen den eigentlichen Weg des Lebens nicht mehr erkennen lassen!!!!) Dann tut es den Betroffenen mal ganz gut, den rauhen, kalten Wind des Lebens zu schnuppern und hat schon so manchen jungen Erwachsenen schlagartig geheilt, glaube mir.


    Ich drücke euch jedenfalls ganz fest die Daumen und hoffe, ihr wisst, was zu tun ist.


    Liebe Grüße :)