Kindergeld für behinderten Sohn im Heim

  • Wir haben einen behinderten Sohn,der in einer betreuten WG lebt,
    aber regelmäßig nach hause kommt.Wir bekommen Kindergeld für ihn.Jetzt will das Heim ans Kindergeld.Er hat sein eigenes Zimmer bei uns.Was müssen wir tun?

  • Wir haben einen behinderten Sohn,der in einer betreuten WG lebt,
    aber regelmäßig nach hause kommt.Wir bekommen Kindergeld für ihn.Jetzt will das Heim ans Kindergeld.Er hat sein eigenes Zimmer bei uns.Was müssen wir tun?


    Ich vermute mal, es wurde vom Heimträger ein Abzweigungsantrag gestellt und ihr habt nun eine Anhörung von der Familienkasse bekommen.


    Die offizielle Dienstanweisung besagt folgendes:
    Die Höhe des an Dritte abzuzweigenden Kindergeldes für ein volljähriges, vollstationär untergebrachtes, behindertes Kind hängt von der Heranziehung des Berechtigten zu den Kosten sowie von Art und Umfang des persönlichen Umgangs zwischen dem Berechtigten und dem behinderten Kind ab. Dabei sind auch geringe Unterhaltsleistungen des Berechtigten einzubeziehen. In diesen Fällen ist u. a. zu berücksichtigen:
    - Hat der Berechtigte keinen Kontakt zu dem Kind und leistet er keinen Barunterhalt, ist das anteilige Kindergeld in voller Höhe abzuzweigen (Ermessensreduzierung auf Null).
    - Erbringt der Berechtigte nicht unerhebliche zu der Lebensführung seines Kindes erforderliche Aufwendungen (z. B. für Einrichtungsgegenstände für das Zimmer im Heim, für ein eigenes Zimmer im Elternhaus, für eine Urlaubsfahrt oder für Fahrten anlässlich von Besuchen), kann in Ausübung pflichtgemäßen Ermessens der geleistete Aufwand - ohne detaillierte Bewertung der Unterhaltsaufwendungen - pauschal berücksichtigt und die Hälfte des anteiligen Kindergeldes an den Sozialleistungsträger abgezweigt werden (vgl. BFH vom 23.2.2006).
    Für eine Auszahlung über das anteilige hälftige Kindergeld hinaus, hat der beantragende Sozialleistungsträger oder der Berechtigte diese Regelvermutung im Einzelfall zu widerlegen.
    - Leistet der Berechtigte regelmäßig geringeren Barunterhalt als das anteilige Kindergeld (z. B. in Form eines Kostenbeitrages an den Sozialleistungsträger oder durch Zahlungen an das Kind) und erbringt er darüber hinaus keine weiteren Leistungen, kann der Unterschiedsbetrag zwischen dem anteiligen Kindergeld und dem geleisteten Barunterhalt an den Sozialleistungsträger abgezweigt werden.
    - Leistet der Berechtigte regelmäßig Unterhalt mindestens in Höhe des anteiligen Kindergeldes, kommt eine Abzweigung nicht in Betracht.