Selbstbehalt (Unterhaltsfreie Grenze) von 900 €

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  • Ich bin für 2 minderjährige Kinder unterhaltszahlungspflichtig. Nach den Abzügen der Unterhaltszahlungen vom Nettolohn darf mir nur 900 € selbst bleiben.
    Meine Frage: sind die 900 € ein Festbetrag oder darf das Jugendamt einfach beschließen, dass ich auch mit nur 850 € auskommen muss, da ja angeblich die Kinder den Vorrang haben.
    Wenn mir zum Leben nur 900 € bzw nach der neuen Rechnung vom JA nur 850 € im Monat zur Verfügung stehen, darf ich mich trotzdem noch versichern, da ich nach der neuen Erhöhung der Unterhaltszahlungen für meine eigene Zukunft kein Geld mehr zu Verfügung habe um mich selbst mit Berufsunfähigkeit, Hausrat, Rentenversicherung und zusätzlicher Krankenversicherung zu versorgen. Der Mindestsatz reicht gerade mal für Lebensmittel und Spritgeld für die Fahrten zur Arbeit (ca. 30 km einfach) und Mietgeld + Strom und Gas. Als darf sich ein unterhaltspflichtiger sich nicht mehr versichern?!! Wer übernimmt dann die Kosten, wenn in der Wohnung ein großer Schaden entsteht, da Hausrat nicht mehr bezahlt werden kann. Wer pflegt mich, wenn ich berufsunfähig werde. :confused: Ohne die zusätzliche Absicherung ist das garnicht möglich.
    Wo gibt es Mietzahlungen für 360 € warm, wie es der Gesetzgeber vorsieht, bezogen auf Großstädten oder gibt es Mietzuschüsse?
    Gibt es auch irgendwelche Befreiungen? z.B bei GEZ :D die mit hohen Kosten auch noch stark zu buche schlagen.
    Wie kann der Gestzgeber zu lassen, dass einem bei der Lohnpfändig (bei Einkommen ca. 1400 €) ca. 1100 € ohne Kinder im Monat zur Verfügung stehen darf und jemand der 2 Kinder hat, nicht mal ganz 900 € im Monat!!! :eek:


    MfG


    Papa Schlumpf

  • Eine Frage bleibt auch offen:
    Wie sieht es mit einer Lebensgefährtin an meiner Seite aus? Muß sie für den Rest zur Grenze des Selbstbehalts aufkommen? Mir wurde gesagt beim JA, da ich jetzt auf 850 € Selbstbehalt komme nach Abzügen des Unterhalts "Damit müssen sie leben, da sie ihr Leben mit einer Freundin in einer gemeinsamen Wohnung bestreiten und das Zusammenleben billiger ist als Alleine."


    MfG


    Papa Schlumpf

  • Selbstverständlich darf ein unterhaltsverpflichteter Vater sich "angemessen" versichern. Dies beinhaltet auch eine Zusatzkrankenversicherung und eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit. Diese Beiträge sind im Unterhalt auch abzusetzen. Die Frage ist nur, bestehen diese Versicherungen bereits oder beabsichtigst Du, diese Versicherungen erst jetzt abzuschließen? Wenn Du sie erst jetzt abschließen willst, könnte es unter Umständen Probleme geben, wenn Du dann nicht wenigstens noch den Mindestunterhalt für deine Kinder zahlen kannst. Der Mindestunterhalt muss gezahlt werden. Im Hinblick auf die Rentenversicherung ist es so, dass Du bereits gesetzlich rentenversichert bist. Ansich muss dies reichen (auch wenn`s nicht wirklich reicht- davon sind wir schließlich alle betroffen). Riester-Rente wird auch noch zusätzlich akzeptiert, aber keine Lebensversicherung mit Kapitalwahlrecht (da dies zur Vermögensbildung beiträgt und auf Kosten des Kindesunterhaltes nicht zulässig ist). Eine Hausratsversicherung ist bereits im Rahmen des Selbstbehaltes abgedeckt. Eine Kürzung Deines Selbstbehaltes ist grundsätzlich möglich, wenn und soweit deine Lebensgefährtin tatsächlich Eigeneinkommen hat und einen Teil der Miete oder Lebenshaltungskosten übernimmt oder zumindest übernehmen könnte.
    Dass Unterhaltspflichtigen ohne Kinder ein höherer Betrag, also 1.100,-€, zu verbleiben hat, hat damit zu tun, dass der andere (unterhaltsberechtigte) Erwachsene eigentlich selbst für seinen Unterhalt sorgen sollte bzw. könnte. Kindern kann man dies nun nicht abverlangen und man kann sie auch nicht dadurch benachteiligen, dass sich die Kindeseltern getrennt haben. Kinder bedueten nun einmal Verantwortung -ein Leben lang.
    Gruß Chiemsee