Kindergeld, Bafög und Hartz IV...

  • Meine Frage betrifft irgendwie alles auf einmal...


    Folgende Situation:
    Mein Freund studiert und bekommt Bafög, wohnt nicht im Haushalt der geschiedenen Eltern. Seine Mutter lebt mit seinem Bruder zusammen und bezieht Hartz IV. Nun wollten alle es aus persönlichen Gründen so, dass das Kindergeld fortan an seinen Vater gezahlt wird und nicht mehr an die Mutter. Daraufhin wurde der Mutter kein Hartz IV mehr gezahlt, da es "unüblich sei, das Kindergeld für beide Kinder auf getrennte Konten zu überweisen" - mein Freund möge bitte einen Antrag auf Auszahlung des Kindergeldes an ihn selbst stellen.
    Dann würde seine Mutter auch wieder Geld erhalten. Mehr Infos haben wir leider nicht erhalten.


    Nun meine Frage - ist das tatsächlich rechtens?
    Und wenn ja - wo ist dafür die Gesetzesgrundlage?


    Vielen Dank für Eure/Ihre Antworten!

  • Nachtrag:
    Es ist wohl so, dass sie schon ihr HArtz IV bekommen hat, das Kindergeld aber für beide Kinder zusammen an den Vater gezahlt wurde. Angeblich ginge es nicht getrennt.
    Wäre es denn für die Familienkasse okay, wenn der Vater monatlich den Anteil für den jüngeren Bruder, der noch im Haushalt der Mutter lebt, an diese zurücküberweist?

  • Hallo fb10,


    das Kindergeld für den bei der Mutter lebenden Sohn ist dort als Einkommen auf die Leistungen nach dem SGB II anzurechnen, auch wenn dies augenscheinlich umgangen werden sollte. Andere Problem sind nicht erkennbar, es sei denn, der Vater zahlt das KG nicht an den nicht bei ihm lebenden Sohn aus. Der kann dann die Überleitung an sich beantragen.


    MfG.

  • Nun wollten alle es aus persönlichen Gründen so, dass das Kindergeld fortan an seinen Vater gezahlt wird und nicht mehr an die Mutter.


    Was hat die Familie denn der Familienkasse mitgeteilt?
    Wenn der Vater der Kindergeldberechtigte für ein Kind werden soll, muss er einen Antrag auf Kindergeld stellen.
    Zahlt kein Elternteil dem Kind Unterhalt, so bestimmen die Berechtigten (Eltern) untereinander, wer das Kindergeld erhalten soll (vgl. § 64 Abs. 3 Satz 3 EStG). Die Mutter muss also den Antrag des Vaters mit unterschreiben.


    Wäre es denn für die Familienkasse okay, wenn der Vater monatlich den Anteil für den jüngeren Bruder, der noch im Haushalt der Mutter lebt, an diese zurücküberweist?


    Nein, das wär für die Familienkasse nicht okay. Sie wird dem Antrag des Vaters für den jüngeren Sohn gar nicht entsprechen, da bei mehreren Berechtigten das Kindergeld demjenigen gezahlt wird, der das Kind in seinen Haushalt aufgenommen hat (vgl. § 64 Abs. 2 EStG).


    Angeblich ginge es nicht getrennt.


    Wer hat hier eigentlich die Auskünfte gegeben? Wo ist überhaupt das Problem?
    Mutter stellt Kindergeldantrag für Kind 2.
    Vater stellt Kindergeldantrag für Kind 1.