Anspruch nach abgelehntem BAB

  • Nachdem das Jobcenter meiner Tochter nach zwei Jahren endlich erlaubt hat, sich einen Ausbildungsplatz zu suchen, den sie dann am 1.9.09. angetreten hat, hat sie BAB beantragt.


    Der Bescheid wurde abgelehnt. Sie reicht jetzt Widerspruch ein, weil der Freibetrag für notwendige Unterbringung außerhalb des Elternhauses fehlt. Sie wohnt seit vier Jahren nicht mehr bei uns.


    Sie hat bereits eine einjährige Ausbildung zur Kosmetikerin hinter sich. Konnte aber in dem Beruf keinen Job finden. Diese Ausbildung haben wir schon finanziert.


    Sollte der Antrag auf BAB auch nach dem Widerspruch abgelehnt werden, kann sie dann Wohngeld beantragen?

  • Zählt die Ausbildung zur Kosmetikerin als richtige Ausbildung?? Bzw was hat sie jetzt für eine Berufsbezeichnung...Ich gehe davon aus, dass sie einen nicht geschützen Titel hat, und die einjährige Ausbildung *AU teuer war??


    Ich frage, weil ich selber Kosmetikerin bin, und dafür 3 Jahre hart gearbeitet hab. Staatlich geprüfte Kosmetikerin, bin ich nun.


    Ich frage das nur, weil ich nicht weiß, in wie fern so etwas als "Erstausbildung" gewertet wird.


    LG Julia

  • Hallo,


    Zitat

    Sie hat bereits eine einjährige Ausbildung zur Kosmetikerin hinter sich.


    Das dürfte angesichts der Ausbildungsdauer kaum als staatlich anerkannte Berufsausbildung (sprich Lehre) gelten und es dürfte sich derzeit um die berufliche Erstausbildung der Tochter handeln.


    Damit würde auch tatsächlich ein grundsätzlicher Anspruch auf BAB bestehen und bei diesem das Einkommen der Eltern berücksichtigt werden. Ist das Einkommen der Eltern für BAB zu hoch, besteht dennoch dem Grunde nach Anspruch auf BAB und ein Wohngeldanspruch ist ausgeschlossen, solange Deine Tochter allein wohnt.


    Mit der Ablehnung des BAB ist auch ein Anspruch auf die Mietbeihilfe ausgeschlossen, ein Anspruch auf ALG II besteht prinzipiell nicht.


    Taddel --> wie gesagt: angesichts der Ausbildungsdauer dürfte es sich nicht um eine richtige Lehrausbildung handeltn, die also auch kaum irgendwo anerkannt wird.


    Gruß!

  • Sie darf die Berufsbezeichnung Kosmetikerin tragen. Allerdings ohne IHK-Abschluß.
    Das sie jetzt während der neuen Ausbildung keinen Anspruch auf Hartz IV hat ist klar. Sie ist froh, dass sie von diesem "Verein" weg ist, was auch nicht so leicht war.:rolleyes:


    Vielleicht bringt der Widerspruch was und wenn nicht, müssen wir wohl in den sauren Apfel beißen. Zum Glück zieht sie die Ausbildung in zwei Jahren durch und ein Jahr Kindergeld gibt es noch.:)

  • Jeder darf sich Kosmetikerin nennen, diese Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Solange es nicht staatlich anerkannt ist, ist es auch in er Tat so, dass man wirklich noch schwieriger eine Anstellung bekommt als mit der staatlichen Anerkennung. Weil ganz ehrlich, wie soll man in einem Jahr das lernen, was wir in Jahren gelernt haben?


    Ich würde das mal einfach als Erstausbildung weglassen bzw mich da erstmal informieren und dann noch mal einen Antrag stellen.


    LG Julia

  • Ich will deine Ausbildung sicher nicht in Frage stellen, aber eine einjährige Ausbildung muß nicht schlecht sein. Wir haben uns damals auch überlegt, ob eine dreijährige Ausbildung in Frage kommt und sind zu dem Schluß gekommen, dass man nochmal drei Jahre die Unterrichtsfächer, Deutsch, Mathe, Englich usw. nicht braucht. Ferien gag es in diesem Jahr auch nicht.
    Auch Kosmetikerinnen mit einer einjährigen Ausbildung werden im BDK (Bund Deutscher Kosmetikerinnen) aufgenommen.


    Der Antrag auf BAB wurde nicht abgelehnt, weil sie schon eine Berufsausbildung hat.