Unterhalt Tochter im Studium

  • Meine Tochter hat sich zwecks Studium eine Wohnung in Münster genommen. Sie erhält Bafög sowie die Hälfte des Kindergeldes. Deswegen die Hälfte, da sie hier als Hauptwohnung gemeldet ist und deswegen eine Pauschale für das Wasser sowie Versicherungen bezahlt werden müssen. Außerdem ist sie am Wochenende hier. Jetzt ist sie von sich aus ausgezogen und hat einen 400 €-Job hingeschmissen.


    Wie sieht es mit Unterhaltszahlungen aus, wenn bei mir im Haushalt eine Tochter lebt, die bedürftig, arbeitssuchend und ohne Geld ist? Unser Nettoeinkommen im Monat liegt bei 1900 €.


    Eine schnelle Antwort wäre super!

  • Das Kindergeld ist zwar Einkommen der Eltern aber die Tochter hat bei auswärtiger Unterbringung einen Gesamt Unterhaltsbedarf von 640 €. Davon werden abgezogen das BAföG und das volle Kindergeld.
    Das was dann bleibt müssen die Eltern als Unterhalt zahlen. Also ist das Kindergeld in voller Höhe an die Tochter auszuzahlen. Tun die Eltern das nicht kann die Tochter bei der Familienkasse einen Abzweigungsantrag stellen und sich das Kindergeld direkt selbst auszahlen lassen.


    Die Eltern sind also verpflichtet das Kindergeld weiter zu leiten und zwar voll. Zusätzlich sind weitere 64 € monatlicher Unterhalt zu zahlen
    Ein Auto zu zahlen ist ja nicht Pflicht, das dürfte wohl eine freiwillige Leistung sein, die man auch wieder ändern kann. Nebenkosten für Versicherungen sind auch kein Grund das Kindergeld hälftig zu behalten.

  • Es kann doch nicht fair sein, dass die Tochter Anfang September zum Geburtstag die wirklich teuren Geschenke abkassiert und dann 2 Tage später auszieht und sich gar nicht mehr meldet. Es besteht seit 3 Wochen kein Kontakt, außer dass sie hier war um weitere Klamotten zu holen. Sie will ansonsten kein Kontakt zu ihrer Familie haben.

  • Das ist aber so. Allerdings müssen die Eltern erst zahlen wenn sie von der Tochter dazu aufgefordert und in Verzug gesetzt werden.
    Menschlich ist das sicher eine Tragödie aber rein rechtlich stehen ihr die o.g. Beträge zu solange sie studiert und dies auch weiter zügig tut.

  • Strom ist schon in der Miete mit drin, also warm. Telefon: sie hat ein Handy mit einer günstigen Flatrate, sie kann ja hier wohnen, ihr Zimmer ist ja da, aber die 1,5 Stunden mit Zug (im Studententicket schon drin) will sie nicht machen. Und es ist meine Meinung: wenn ich mir einen Joghurt für 0,50 € leisten kann (das kann sich meine Familie nicht), kann es einem ja doch nicht so schlecht gehen.


    Sie besitzt mit ihren 2 Schwestern ein Pferd, welches sich ihre Schwestern nicht mehr leisten können und wollen es verkaufen. Sie will es behalten. Es kann nicht sein, dass sie ihren Standard behalten will und der Rest der Familie Abschreibungen deswegen hinnehmen müssen. Und es ist wirklich ein Müssen. Oder wie kann ich mit dem Auto der Eltern ein Unfall bauen und es ihnen dann verheimlichen. Sie hat sich nicht darum gekümmert, ob es noch in Ordnung ist. Dieses mussten die Eltern übernehmen.

  • also 640 € - 200 € Miete = 440 € zur freien Verfügung und muss noch nicht mal Studiengebühren zahlen, da Darlehensvertrag. WOW!


    Also ich bin selbst Studentin, wohne in einer eigenen Wohnung und kann aus Erfahrung sagen, dass diese Rechnung dort oben von Ihnen, so würden meine Eltern sagen, eine "Milchmädchenrechnung" ist.
    Zum einen denke ich, dass sie nicht umsonst einen Darlehensvertrag in Anspruch genommen hat. Hätte sie genug Geld um die Studiengebühren zu zahlen würde sie es sicherlich tun, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
    Zum anderen müssen nicht nur Studiengebühren bezahlt werden, sondern auch ein Semesterbeitrag. Ich bezahle dafür in Hamburg 252 Euro pro Semester nochmals oben drauf.
    Ich konnte Ihren Texten noch nicht entnehmen, dass sie diese ebenfalls tragen?!
    Diese Summe muss also auch noch "heran gespart" werden.
    Hinzu kommen auch noch die Bücher, ca. mindestens 4 Stück pro Semester á (mindestens) 25 Euro. Das wären auch nochmals 100 Euro.
    Zumindest in meinem Studiumsfach gibt es auch sogenannte "Reader" die gekauft werden müssen. Das sind Pflicht-Unterrichtsmaterialien. Die kosten, pro Reader für jeweils ein "Fach/Vorlesung" ca. 10-12 Euro. Dann hat man im Haupt und Nebenfach so seine 6 Vorlesungen. Zack, 60 Euro sind wieder weg.
    Ein Studium ist wirklich kostspielig! Ich muss mir jeden Monat etwas zur Seite packen um am Semesterbeginn alle entstehenden Kosten tragen zu können. Ich würde es nicht unterschätzen....


    252+100+60= 412 Euro.


    412 Euro müssen in der laufenden Semesterzeit herangespart werden.
    Wenn dann mal etwas im Haushalt kaputt geht, wohlmöglich eine Waschmaschine, der PC oder der Herd etc., dann siehts schlecht aus. Also muss man auch immer etwas für den Notfall beiseite gelegt haben!
    Also ich denke, dass dieser Anspruch eines Studenten von 640 Euro monatlich echt nicht viel ist!