Unterhaltspflicht für 29-jährigen studierenden Sohn nach Ausbildung

  • Ich würde gerne wissen, ob für einen 29-jährigen studierenden Sohn eine Unterhaltspflicht der Eltern vorliegen kann.
    Hintergrund ist, dass nach Änderung des bayerischen Hochschulgesetzes nur noch 1 studierendes Kind - bei mehreren Kindern für die Unterhaltspflicht besteht - Studiengebühren bezahlen muss. Bei Antragstellung muss eine eidesstattliche Versicherung abgegeben werden, dass die Voraussetzungen erfüllt sind, allerdings weiß ich nicht, wie man mit Sicherheit erfahren kann, ob Unterhaltspflicht besteht oder nicht.
    Der Sohn ist 29 Jahre alt, hat zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert, dann einige Zeit gearbeitet und studiert nun - quasi aufbauend auf der Ausbildung - BWL.
    Ich kann keine klaren Auskünfte finden, ob in diesem Fall noch eine Unterhaltspflicht vorliegt und wäre für Antworten sehr dankbar.

  • Schwierige Situation. Hat dein Sohn in der Zeit, in der er gearbeitet hat keine finanziellen Rücklagen bilden können, auf die er jetzt zurückgreifen kann ? Ich gehe mal davon aus, dass das nicht der Fall ist. Ansich schuldest du seinem Sohn eine einzige Ausbildung bis zum erfolgreichen Ausbildungsende. Da du sagst, dass das Studium deines Sohnes quasi auf der Erstausbildung aufbaut (also ein sachlicher Zusammenhang beider Ausbildungsgänge besteht) und somit seine Qualifikation erhöht wird, könnte sich in der Tat eine Unterhaltspflicht ergeben. Allerdings kann in der Regel von jedem Studenten erwartet werden, dass er mindestens 100,-€ per Minijob selbst dazuverdient. Betreibt dein Sohn das Studium ernsthaft und zügig ? Also ohne zeitliche Gammelei oder ständiger Wiederholung irgendwelcher Scheine? Dann wirst du wohl bis zum Ende des Studiums noch ein wenig zahlen müssen. Sorry.
    Gruß Chiemsee

  • Vielen Dank schon mal für die schnelle Antwort.
    In diesem Fall wäre die Unterhaltspflicht ja sogar etwas positives, da die Studiengebühren nur für ein studierendes Kind gezahlt werden müssten und für jedes weitere entfallen würden.
    Deswegen habe ich auch gehofft, dass der von dir beschriebene Sachverhalt, dass das Studium auf der Erstausbildung aufbaut, zutrifft und Unterhaltspflicht besteht.
    Allerdings bin ich immer noch etwas unsicher, da man sich ja strafbar macht, wenn man bei dem Antrag auf Befreiung von den Studiengebühren angibt, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind (also auch die Unterhaltspflicht), und dies nicht der Fall wäre.
    Nun frage ich mich allerdings, ob in einem so doch etwas komplizierteren Fall, dies von mir überhaupt mit Sicherheit in Erfahrung gebracht und somit auch verlangt werden kann.

  • Da du kein Jurist bist(ich gehe einfach mal davon aus), kann von dir nicht verlangt werden, dass du genaue Kenntnisse im Unterhaltsrecht hast. Es ist aber völlig legitim, wenn du dich darauf berufst, dass zwischen Erst- und Folgeausbildung deines Sohnes ein Sachzusammenhang besteht und damit die Erstausbildung erst mit Abschluss des Studiums abgeschlossen ist. Somit ist nach deiner Meinung der Unterhaltsanspruch begründet. Das ist völlig ausreichend. Niemand wird dir vorhalten Unterhalt gezahlt zu haben, nur weil es deine Überzeugung ist. Außerdem ist diese Argumentation juristisch fundiert.
    Gruß Chiemsee