volljährig mutwilliger Abbruch der Lehre

  • Unterhalt nach Abbruch der Ausbildung
    Guten Abend,
    ich habe eine ziemlich verquere Situation und hoffe auf Hilfe.
    Meine Geschichte in Kurzform:
    Ende 2004 hat sich mein Mann familiär "neu orientiert". Wir sind jetzt geschieden, meine beiden Söhne, jetzt 11 und 19 Jahre alt, lebten zuerst beide bei mir.
    Nach Beendigung des ersten Ausbildungsjahres (Medizinischer Fachangestellter) zog mein damals 17,5 Jahre alter Sohn zu seinem Vater. Zu seinem 18. Geburtstag wurde ihm das Lehrverhältnis gekündigt (u. a. wegen Bummelei und schlechter Leistungen in der Fachschule). Er schlug sich bis April diesen Jahres mit Gelegenheitsjobs herum, wohnte mit einem Kumpel in der Wohnung seines Vaters (dieser wohnte bei seiner Freundin).
    Seit April lernt er jetzt an einer privaten Schule und wird Rettungsassistent. Den Ausbildungsvertrag hat sein Vater unterschrieben.
    Heute bat er mich um 200,00 € Unterhalt monatlich. Sein Vater hätte ihn dazu aufgefordert.
    Ich verdiene netto ca. 1500 €, sein Vater 3000 €.
    Mein jüngere Sohn ist, wie gesagt 11 Jahre alt und lebt bei mir.
    Sein Vater zahlt nur einen Teil des Unterhalts laut Düsseldorfer Tabelle, aber entsprechend Titel - ein Trick der Rechtsanwältin. Die 200,00 € Schulgeld für die Ganztagsschule meines jüngeren Sohnes, sowie alle Beiträge zur Musikschule, Tanzverein, Klassenfahrten trage ich alleine.
    Das Kindergeld für meinen älteren Sohn bezieht sein Vater vollständig.
    Wer kann mir sagen, wieviel ich zu zahlen habe.
    Ist mein Sohn nicht auch irgendwie verpflichtet, selbst mitzuhelfen?
    Ich würde mich über gute Informationen freuen.
    Vielen Dank
    Georgia

  • Hallo,


    ist irgendwie komisch: heute haben ungelogen 9 Leute bei mir (sozialhotline.de) angerufen und mich nach finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten bei einer privaten Ausbildung zum Rettungsassistenten gefragt. Scheint ja Hochkonjuktur in diesem gewerbe zu herrschen...


    Zu Deinem Fall: mir scheint hier eine sehr einseitige Handlung seites des Vaters (und Sohnes) vorzuliegen. Das BGB sagt in § 1618a, daß "Eltern und Kinder ... einander Beistand und Rücksicht schuldig" sind. Das bedeutet auch, daß nicht einfach Entscheidungen hinsichtlich der Ausbildung allein getroffen werden können - als Unterhaltsverpflichteter ist vom Prinzip her ein Mitspracherecht einzuräumen. Zumal dann, wenn eine erste Ausbildung aus eigenem Verschulden des Kindes versemmelt wurde.


    Insgesamt ist die ganze Angelegenheit ziemlich schwer pauschal zu beantworten. Prinzipiell kann ein Unterhaltsanspruch bei einer selbst verschuldeten abgebrochenen Ausbildung - wie in deinem Fall - durchaus gemindert, wenn nicht sogar verhindert sein, da eine "Bummelausbildung" nicht von den Eltern finanziert werden muß, wie sie hier ja scheinbar vorliegt. Allerdings sind mitentscheidend für eine entsprechende Würdigung auch die objektiven Gründe für einen solchen Abbruch: hat zum Beispiel der Umzug von Dir zum Vater zu den schlechten Schulergebnissen geführt (was man dann ja nicht unbedingt dem Sohn anlasten kann) oder ist die Bummelei durch längere oder mühsamere Anfahrtswege nach Umzu erfolgt? Ich will damit sagen: nicht immer ist das Kind selbst schuld an einem Ausbildungsabruch und folglich kann nicht immer eine Unterhaltsverminderung oder -versagung geschlußfolfgert werden.


    Wie Du merkst ist das ganze recht kompliziert und ich würde Dir die Hinzuziehung eines auf Unterhalltsrecht spezialisierten Anwaltes empfehlen.


    Gruß!