Kindesunterhalt bei Insolvenz/ Selbstbehalt

  • Hallo,
    nach meinen aktuellen Recherchen im Internet beläuft sich der Selbstbehalt in M/V auf 770/900 €. Leider konnte ich nirgends finden, welcher Selbstbehalt zu Grunde gelegt wird, wenn man arbeitslosengeldähnliche Leistungen bezieht (z.B. Entgeltersatz wegen Zahlungsunfähigkeit in der Insolvenz und Freistellung durch den Arbeitgeber - das Beschäftigungsverhältnis besteht fort). Gilt hier dann der Betrag für Erwerbstätige? Ene Definition für erwerbstätig/ nicht erwerbstätig ist leider auch nicht zu finden...


    Aktuelle Rechtsprechnung geht allerdings auch bei Nichterwerbstätigkeit von dem höheren Selbstbehalt aus.


    Zudem habe ich gelesen, daß bei der Ermittlung des Kindesunterhaltes der Ehepartner des Unterhaltspflichtigen (nicht Elternteil des Kindes) mit berücksichtigt werden muß. In wieweit muß der "neue" Ehepartner mit für den Unterhalt des nicht leiblichen Kindes aufkommen? Ist der Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen in Höhe des geseztlichen Ehegattenunterhaltes zu kürzen?


    Ist eigentlich des Kindesunterhalt anhand Deutschem Recht zu ermitteln, wenn sich das Kind dauerhaft im EU-Ausland aufhält? KG-Anspruch z.B. besteht nicht - darf dennoch gekürzt werden?


    Vielleicht kann mir hier jemand zu diesen Themen helfen.?


    LG firmale2004

  • Ich würde bei dir von 900€ Selbstbehalt ausgehen, da du ja schon irgendwie "erwerbstätig" bist, da das Beschäftigungsverhältnis fortbestehst.


    Der neue Partner, der nicht Elternteil ist, muss gar nicht für den Unterhalt des Kindes aufkommen. Er wird höchstens mit einbezogen, um den Selbstbehalt zu ermittelt.


    Ob sich der Unterhalt nach deutschem Recht richtet, richtet sich daran, welche Staatsangehörigkeit das Kind hat. Wenn sowohl Unterhaltsschuldner als auch Unterhaltsgläubiger die deutsche Staatsbürgerschaft haben, gilt deutsches Recht zur Ermittlung des Unterhalts, somit auch die Düsseldorfer Tabelle.


    Klausi

  • Vielen Dank für die Antwort.


    Bezüglich der Berücksichtigung des neuen Ehepartners - kann man irgendwo finden, in wieweit der Ehepartner miteinbezogen werden kann - bis zur Höhe des gesetzlichen Ehegattenunterhaltes? (Im Ergebnis würde dann ja der neue Ehepartner quasi den Kindesunterhalt tragen...)


    Bezüglich Ausland - es soll da eine Ländergruppeneinteilung geben. In der soll geregelt sein, in welchen Ländern gleiche Lebenshaltungskosten gelten wie in Deutschland. Diese Lebenshaltungskosten sollen Bestandteil der Ermittlung des Unterhaltbedarfes sein.
    Der Unterhaltsberechtigte wie auch der Unterhaltsschuldner haben deutsche Staasbürgeschaft. Gewöhnlicher Aufenhalt des Unterhalsberechtigten ohne Zustimmung des Unterhaltsschuldners ist jedoch europäisches Ausland. Nach derzeitiger Kenntnis sind dort die tatsächlichen Unterhaltskosten bedeutend geringer als in Deutschland.
    Weiß hierzu jemand was? - Vielen Dank vorab