Unterhaltsansprüche verwirken?

  • Kann man als studierender Sohn unter 27 seinen UNterhaltsanspruch seinem Vater gegenüber verwirken?


    Mein Problem ist folgendes:


    Ich habe bis 7/2004 Unterhalt von meinem Vater erhalten.
    2003/2004 habe ich 2 Semester (ws/sose) studiert, wurde dann aber zum Zivildienst abgerufen und habe das Studium, welches mir ohnehin nicht so zu gesagt hatte abgebrochen. Im WiSe 2005 habe ich ein neues Studium begonnen, hatte allerdings einen guten Job mit welchem ich mir mein Leben finanzieren konnte (allerdings auf Kosten des schnellen Fortschrittes in meinem Studium). 2008 habe ich diesen leider aufgrund von Krankheit verloren, hatte aber einiges angespart. Daraufhin habe ich im Dezember 08 meinen Vater darum gebeten die UNterhaltszahlungen wieder aufzunehmen, dies hat er unter gewissen bedingungen in aussicht gestellt. daraufhin habe ich eingewillit und erwartet ab mai rückwirken zum januar unterhalt von ihm zu erhalten. nun will er aber nichts mehr davon wissen und behauptet ich hätte (bin 24) ihm gegenüber keine Ansprüche mehr, da ich nicht schnell genug mit meinem Studium voran gekommen bin.
    Ist dies zutreffend oder hätte eine klage vorm familiengericht gute erfolgsaussichten?

  • Dein Vater hat 'Recht. Ein Unterhaltsberechtigter ist verpflichtet so schnell wie möglich seine Ausbildung/ Studium abzuschließen. Das scheint bei Dir nicht der Fall zu sein damit muss er nicht mehr zahlen, denn nicht nur der Zahler hat Pflichten sondern auch der der Unterhalt haben möchte.


    Eine Klage könntest du sicher führen aber da bin ich mir ziemlich sicher dass Du verlierst und dann zahlst Du nicht nur Deine sondern auch seine Anwaltskosten. Selbst wenn Du PKH bekommen würdest, bleibst Du auf alle Fälle auf seinen Kosten sitzen, die deckt keiner ab

  • er hat aber nix von meiner "vertrödelten" Zeit finanziert, und dies ging auch nicht so schnell wie erwartet weil er nix gezahlt hat. ausserdem ist es auch nicht so das ich nix geleistet habe sondern ein 9semestriges studium in ca 12 semestern abschließen werde... meinst du das ich unter folgenden gesichtspunkten einen prozess verlieren würde?

  • ja das denke ich, denn es ist egal ob er vorher bezahlt hat. Wenn Du jetzt klagst dann wird Deine Zielstrebigkeit und die schnelstmöglich Erreichbarkeit des Abschlusses ein Thema sein und 12 anstatt 9 Semester dürfte zu viel sein

  • ... Wenn Du jetzt klagst dann wird Deine Zielstrebigkeit und die schnelstmöglich Erreichbarkeit des Abschlusses ein Thema sein und 12 anstatt 9 Semester dürfte zu viel sein ...


    Hallo Andy61,
    sorry wenn ich als neuer im Board schon andere Auffassungen darlege, abe rmir erscheint es in diesem Fall tatsächlich nicht so eindeutig.


    Napoleon hatte ja ausgeführt, dass er, um sein Studium zu finanzieren, eine Tätigkeit aufgenommen hatte.


    Ich denke, dass hier tatsächlich fachanwaltliche Unterstützung angeraten ist, denn man kann das so oder so sehen.


    Natürlich zeugen die 3 Monate länger nicht von Zielstrebigkeit, aber der Gesetzgeber hält beispielsweise Krankheit für einen legitimierten Grund für die Verlängerung der Ausbildungszeit. Da Napoleon aus Krankheitsgründen seinen Job verloren hatte, könnte die Krankheit auch ein Grund sein, warum sich das Studium verlängert hatte.


    Nur mal so meine Meinung. ;-)


    Grüße
    oohpss