Datenüberprüfung - abweichende Freistellungsaufträge?

  • Ich habe vor kurzem einen Brief vom Bafög-Amt bekommen, in dem steht, dass das Zentralamt für Steuern dem Bafög-Amt mitgeteilt hat, dass ich im Jahr 2005 und 2006 Freistellungsaufträge in Anspruch genommen hätte, die ich bei meinen Anträgen nicht angegeben hätte.
    Nun soll ich meine kompletten Konten aufdecken und Belege für höhere Ausgaben angeben.


    So, großes Problem: Von 2005 habe ich keine Kontodaten mehr. Und irgendwelche Quittungen für größere Ausgaben (ab wann ist denn etwas eine hohe Ausgabe?) glaube ich auch nicht. Man verwahrt die ja nun nicht 5 Jahre oder so auf.


    Außerdem: Was ist mit diesen Freistellungsaufträgen gemeint?
    Ich habe seit 2005 einen 400€-Job. Den hatte ich schon bevor ich das Bafög beantragt habe und habe auch alles immer angegeben.
    Ansonsten hatte ich keine Einnahmen.
    Ich habe auch noch nie Steuern bezahlt, deshalb frage ich mich was das Steueramt mit mir zu tun hat...?
    Oder kann das Geld sein, das meine Eltern betrifft und somit auch Auswirkungen auf mich hat?


    Ich weiß überhaupt nicht was ich jetzt machen soll. Will natürlich zum Bafög-Amt gehen und das mit denen klären, aber ich wollte vorher gerne schon Informationen einholen.

  • Freistellungsaufträge gibst du bei der Bank ab, bei der du Geld bunkerst und die Zinseinnahmen erhoffst. Diese werden meist bis zur Höhe des Spararfreibetrages ausgestellt, so dass die Verzinsung des Guthabens erst einmal ohne Abszüge von Steuer und Soidaritätszuschlag ausgezahlt wird.


    Gibt es denn noch Konten/ Dpots, die auf deinen Namen laufen? Du solltest mal bei Eltern, Großeltern etc. nachfragen, ob sie Geld auf ein Konto angelegt haben, das auf deinen Namen läuft, z.B. ein Sparkonto für dich.


    In den meisten Fällen kann die Bank noch nachträglich Kontoauszüge erstellen, was aber meines Wissens nicht ganz günstig ist.


    Hohe Ausgabe:
    Das kann man pauschal nicht sagen, was eine hohe Ausgabe ist. Wenn du jetzt irgendwie 5000€ nachweisen musst, dann musst du jetzt nicht mit Quittungen über eine CD im Wert von 10€ ankommen. Hast du aber Möbel gekauft, Fernseher, Auto etc., dann kann man damit nachweisen, wo das Geld geblieben ist.


    Klausi

  • Schon mal vielen Dank.
    Jetzt hab ich wenigstens einen Anhaltspunkt, nach dem ich suchen kann.


    Ich selbst hatte ein Sparkonto, auf dem ich zur Antragsstellung etwa 2000€ drauf hatte. Als mein Auto vor 2 Jahren kaputt gegangen ist, musste ich dort das Geld abheben, das kann ich auch belegen.
    Ich bin zwei Mal umgezogen, das Geld dafür hatte ich von meinem Girokonto genommen.


    Zu meinen Großeltern habe ich keinen Kontakt mehr (zerstritten), aber meine Mutter meinte, dass die ein Konto für mich angelegt haben als ich noch kleiner war; ich aber erst dran komme wenn ich 25 Jahre alt bin (wenn sie es nicht schon längst aufgelöst haben, da wir wie gesagt zerstritten sind).


    Aber wie kommen die denn dann auf eine Summe von 169€ bzw. 172€? Heißt das, dass ich diesen Betrag über dem Freibetrag liege?

  • nein das heisst dass Du in dieser Höhe Zinsen erwirtschaftet hat. Geh mit dem Schreieben zu den genannten Banken und lass Dir die entsprechenden Kontodaten zum Tag der Antragstellung bescheinigen. Banken haben auch ein Archiv, das könnte zwar was kosten aber immer noch billiger als ein Gerichtsverfahren wegen Betrug