Wohngeldantrag und Unterstützung - Darlehen der Mutter

  • Ich bin selbständige, alleinerziehende Mutter und lebe mit meinen beiden minderjährigen Kindern (5 und 8 Jahre) in einer Mietwohnung. Durch Corona habe ich nun fast Totalausfall meiner Einkünfte und Aufträge. Im Oktober 2020 habe ich Wohngeld beantragt (Verfahren läuft noch). Meine Mutter hat mich im Oktober, November und Dezember 2020 monatlich mit 500 Euro unterstützt (diese Zahlungen hat sie 2021 eingestellt). Ob es sich dabei um eine Schenkung oder ein Darlehen handelt, ist nicht eindeutig festzulegen (es gibt keinen Darlehensvertrag oder schriftliche Vereinbarung). Das Wohngeldamt fragt nun nach, um welche Art von Zahlung es sich bei den insgesamt1.500 Euro handelt. Wenn ich es nun als Darlehen benenne, wie soll ich das nachweisen? Wird meine Mutter dazu befragt? Muss ich die Rückzahlung des Darlehens später an meine Mutter nachweisen? Vielen Dank für Eure Einschätzung!

  • Hallo,


    Darlehensverträge zwischen Eltern und Kindern müssen einem Vergleich mit einem "richtigen" Darlehensvertrag (z. B. mit der Bank) standhalten, da sonst unterstellt wird, dass es sich eigentlich um Unterhalt handelt. Ihr solltet also dementsprechend einen Vertrag aufsetzen mit den notwendigen Daten, wichtig ist hierbei auch, dass der Zeitpunkt der Rückzahlung genannt ist.


    Wird vom Wohngeldamt angezweifelt, dass es sich hier um einen echten Darlehensvertrag handelt, werden die 1.500 € im worst case als Unterhalt, also Einkommen angerechnet. Du solltest auch auf jeden Fall angeben, dass diese Zahlungen so oder so ab Januar eingestellt werden, damit sie wenigstens ab diesem Zeitpunkt nicht mehr angerechnet werden.


    Ich denke nicht, dass die Rückzahlung nachgewiesen werden muss, wenn du zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Wohngeldbezug bist.


    Gruß

    Simone

  • Vielen Dank Simone, gerne würde ich es vermeiden, einen Darlehensvertrag mit meiner Mutter zu machen. Ist dieser zwingend notwendig (gibt es dafür eine Gesetzesvorlage?), oder würde es auch ausreichen, wenn ich a) meiner Mutter das Geld ab sofort in Raten zurückzahle? b) dem Wohngeldamt mitteile, dass ich ihr das Geld in Raten zurück zahle, sobald ich Wohngeld bekomme (das ich vor 4 Monaten beantragt habe)?

    Sehr herzlichen Dank für Deine Antwort!

  • Gesetzgrundlage habe ich jetzt keine im Kopf. Wir hatten mehrere Fälle, in denen die Regierung einen Widerspruch abgelehnt hat, weil entweder kein Darlehensvertrag vorlag oder dieser nicht den Anforderungen genügte.


    Ich würde sagen, es kommt auch ein bisschen auf deinen Sachbearbeiter an. Wenn das Ganze glaubhaft ist, kann es sein, dass er es akzeptiert. Wenn du keinen Vertrag machen möchtest, würde ich aber wenigstens eine schriftliche Bestätigung deiner Mutter vorlegen und es wäre sicherlich nicht schlecht, wenn du schonmal anfängst, in Raten zurückzuzahlen. Es kommt auch immer ein bisschen auf den Einzelfall an. Du bist selbst schon berufstätig und nur durch Corona in einer finanziellen Notlage. In den o.g. Fällen handelte es sich meist um Studenten, deren Eltern noch unterhaltspflichtig waren und die schon die ganze Zeit monatlich Geld erhalten, es uns aber als Kredit angegeben haben, damit es nicht angerechnet wird. Das ist halt ein ganz anderer Sachverhalt. Ich empfehle immer, einfach direkt mit dem Sachbearbeiter zu reden. Im Normalfall sind wir ganz normale Leute. ;-)