Lastenzuschuss für Elternhaus

  • Hallo,


    Ich überlege, ob meine Mutter diesen "Lastenzuschuss" beantragen könnte - bzw. müsste ich (oder meine Schwester) den eher für sie beantragen.


    Zur Situation: Es ist ein freistehendes Einfamilienhaus, also nur eine Wohnung von etwa 180 Quadratmetern, das meinen Eltern zu gleichen Teilen gehört, und natürlich längst abbezahlt ist. Mein Vater ist nach seinem zweiten Schlaganfall im Pflegeheim, wahrscheinlich wird es wieder eine Betreuung für ihn geben, noch besteht sie aber nicht, er selbst ist aber nicht mehr in der Lage, etwas zu unterschreiben. Er hat Pflegegrad 4. Baujahr des Hauses müsste 1979 sein, 1980 sind wir eingezogen.


    Als ehemalige Beamte sind sie beide privat versichert, trotzdem reichen Pflegegeld Beihilfe und Rente nicht aus, um das Pflegeheim zu bezahlen, sondern wir (also Mutter, bzw. Kinder) müssen noch zuzahlen. .

    Auch für Mutter ist bereits Pflegegrad 3 festgestellt. Sie hat eine Pension von etwa 2.000€, was sich erst mal viel anhört, aber allein die Krankenversicherung schlägt inzwischen mit rund 800€ ins Kontor. Dazu kommt noch die Zuzahlung fürs Pflegeheim, und das große, alte Haus ist auch einfach teuer im Unterhalt.


    Mit im Haus wohnt meine alleinerziehende Schwester mit ihren 3 Kindern - zwei davon minderjährig, "mit erhöhtem Förderbedarf". Die älteste ist 20, und hat gerade angefangen, zu studieren. Kindesunterhalt bekommt sie keinen, UVG nur sehr spärlich. Neben der häuslichen Pflege von Mutter und den beiden Kleinen geht sie noch in Teilzeit arbeiten. Ich habe meine eigene Wohnung, bin aber inzwischen auch immer öfter da, um meine Schwester zu unterstützen, und inzwischen auch mit Nebenwohnsitz gemeldet.


    Da wäre die erste Frage: Zählt das damit als "Bedarfsgemeinschaft", oder wäre meine Mutter unabhängig von der Schwester und den Kindern zu sehen? Wenn man das trennt, wie teilt man dann die Hauskosten zwischen meiner Mutter und meiner Schwester auf? Einen Mietvertrag gibt es natürlich nicht, Schwesterlein wohnt sozusagen "kostenfrei", oder als Gegenleistung für die Pflegeleistungen an Mutter im Haus.


    Zweite Frage wäre dann das Vermögen. Ich hatte gehört, bei Wohngeld/Lastenzuschuß gibt es - anders, als bei ALG II - keine Vermögensprüfung. Oder doch? Das Haus ist sicher einiges wert, hat aber einen gewaltigen Instandhaltungsrückstand. Laienhaft geschätzt würde es mich nicht wundern, wenn eine umfassende Renovierung auf 100.000€ oder noch mehr kommen würde. Aktuell ist das Bad wegen der überalterten Rohrleitungen nur noch eingeschränkt nutzbar, und das Dach undicht, bei Starkregen regnet es in die Wohnbereiche, um einmal die drängensten Probleme zu nennen. Aber es fehlen einfach die flüssigen Mittel, um hier etwas machen zu können. Eltern bekommen wegen Alter / Krankheit keinen Kredit mehr, weder meine Schwester noch ich gelten als ausreichend Kreditwürdig, um zusätzliche Belastungen aufnehmen zu können.


    Dazu haben meine Eltern vor vielen Jahren sich weitere Wohnungen als "Kapitalanlage" aufschwatzen lassen, welche sich als Schrottimmobilien herausstellten, und weit mehr gekostet haben, als sie jemals einbringen könnten. Die hätten wir lieber gestern als heute losgeschlagen, ist aber leichter gesagt, als getan. Wenn die verkauft werden, können die Kredite getilgt werden, aber wirklich Geld ( vor allem fürs Renovieren) bleibt da auch nicht übrig. Immerhin dürften die laufenden Kosten etwas sinken, aber wie gesagt, das Verkaufen geht sicher nicht von jetzt auf gleich.


    Bei diesen "online-Rechnern" wurde ein Lastenzuschuß von 700€ ermittelt, davon ausgehend, daß es 5 Haushaltsmitglieder sind, das Haus in Mietenstufe 7 liegt, und (von mir geschätzte) 6*180 = 1080€ monatlich kostet. Aber diesen online-Rechnern ist wohl kaum wirklich zu trauen, oder? Mir kommen 700€ jedenfalls viel zu viel vor.


    Rein aus der Vernunft heraus würde man wohl sagen, das Elternhaus verkaufen, und man ist praktisch alle Sorgen los. Aber es ist nunmal das eigene zuHause, im wahrsten Sinn des Wortes, und gerade meine Schwester als Mutter von 3 Kindern findet auch nicht gar so leicht eine andere, bezahlbare Wohnung auf dem freien Markt. Wenn es also eine Möglichkeit gibt, das Haus zu halten, würden wir das gerne behalten. Eltern werden mit einem Verkauf sowieso nie einverstanden sein. Die Frage wird sich aber stellen, sobald das unvermeidliche eingetreten ist.


    Fazit: Gibt es Ansätze, daß man sagen kann, ja, ein Antrag auf Lastenzuschuß macht Sinn, oder gibt es eher Ausschlußgründe (zB doch zu viel Vermögen?), welche einen Antrag eher sinnlos machen werden?