Wohngeld - Mindesteinkommen

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  • Schönen guten Abend,


    Ich bin Student, 21 Jahre alt und wohne mit meiner Mutter, die Rente aufgrund voller Erwerbminderung bekommt.

    Wir haben einen Antrag auf Wohngeld gestellt und einen Brief erhalten, der besagt, dass ein Fehlbetrag zwischen Gesamtbedarf und Gesamteinkommen besteht.

    Nach Recherche im Internet habe ich herausgefunden, dass "zur Verfügung stehenden Einnahmen zuzüglich eines zu leistenden Wohngeldes 80 Prozent des Bedarfs nach dem SGB XII erreichen [müssen]" und wir dieses Mindesteinkommen nicht erfüllen.


    Aufgrund fehlender Prüfungsleistungen besteht bei mir kein Anspruch mehr auf Bafög und ich habe auch sonst kein festes Einkommen.


    Mir wurde jetzt vom Sachbearbeiter nahegelegt, dass ich einen Studienkredit aufnehmen soll um diese Differenz auszugleichen.


    Ich habe jedoch über meine Studienzeit eine gewisse Summe von meinem monatlichen Bafög gespart und würde gerne wissen ob es möglich wäre, damit besagte Differenz auszugleichen.

    Wenn ja, würden mir da irgendwelche Nachteile entstehen (außer, dass ich mein erspartes aufgeben muss)?


    Mit freundlichen Grüßen

  • Hallo,


    wenn ihr den Fehlbetrag nicht durch weiteres Einkommen - wie z. B. den Studienkredit - ausgleichen könnt, dann geht das alternativ auch mit Vermögen. Ihr habt zu zweit einen Vermögensfreibetrag von 90.000 €. Ich gehe jetz tmal davon aus, dass du da nicht drüber kommst. ;-)


    Das Wohngeld kann dann so lange bewilligt werden, wie das verfügbare Vermögen den monatlichen Fehlbetrag ausgleichen kann.


    Im Übrigen muss Vermögen im Antrag angegeben werden. Klingt so, als hättest du das nicht getan. Kommt nicht so gut beim Sachbearbeiter an, wenn man plötzlich, wenn man es braucht, Vermögen aus dem Hut zaubert... Aber Nachteile werden dir nicht entstehen. Ohne das Vermögen wird euer Antrag abgelehnt.


    Gruß

    Simone

  • Vielen Dank für die Antwort.


    Den Antrag hat meine Mutter gestellt und ich nehme mal an, dass sie zu meinem Vermögen keine Angaben gemacht hat, da sie über meinen Kontostand nicht bescheid weiß.

    Ich wurde nicht nach meinem Vermögen gefragt (nur nach einem Bafög-Bescheid), habe nichts unterschrieben und es wurden auch keine Bankunterlagen gefordert, daher hoffe ich mal, dass das keine Probleme geben wird.

  • Hallo! Ich habe auch aktuell keine monatlichen Einkünfte, verfüge aber über ausreichend Vermögen, um das Mindesteinkommen (80% von 432€ + 570€ Warmmiete = 800€) etwa anderthalb Jahre abzudecken. Kann für diesen Zeitraum dann Wohngeld bewilligt werden?


    Außerdem: Wenn ich im Wohngeldrechner entsprechend 0€ (monatliches) Einkommen eingebe, kommt ein Anspruch von über 400€ heraus, ist das irgendwie realistisch? Kommt mir sehr viel vor... oder was muss man da eingeben, wenn man nur vom Vermögen lebt? Viele Grüße!

  • Hallo,


    ja, du kannst einen Wohngeldantrag stellen - wenn du nicht dem Grunde nach Anspruch auf etwas hättest, was Wohngeld ausschließt (Schüler-/Studentenbafög oder BAB). Bei 0 € Einkommen kommt schon relativ viel raus, aber immer etwas weniger als die Bruttokaltmiete. Das Ergebnis ist schon realistisch. Wenn du nur vom Vermögen lebst, hast du auch de facto 0 € anrechenbares Einkommen.


    Gruß

    Simone

  • Wunderbar, Vielen Dank, das hilft schon viel weiter! Ich habe eine Kaltmiete von 450€, dann ist ein Betrag von 400€ Zuschuss bei 0€ anrechenbarem Einkommen wohl tatsächlich realistisch, wie ich das verstehe. Letzte Frage: wenn ich mit 2 anderen in einer normalen WG lebe, zählen die nicht zu meinem Haushalt und ich beantrage Wohngeld entsprechend nur für mich also 1 einziges Haushaltsmitglied, richtig?


    Viele Grüße und Vielen Dank!