Bafög und Einkommen der Mutter

  • Hallo liebes Forum,



    ich hoffe ihr könnt mir weiter helfen.





    Folgendes Szenario:





    Mutter:



    geschieden, neu verheiratet, zusammenveranlagt, 450€ (geplant Aufstocken auf Teilzeit mit 1.000€)





    Vater:



    geschieden, neu verheiratet, zusammenveranlagt, selbständig







    Das Einkommen der Mutter und des Vaters ist so niedrig, dass der Sohn Bafög bekommt (läuft bereits und ist genehmigt).




    Neue Situation:



    Die Mutter erwirbt mit dem neuen Ehemann eine Eigentumswohnung zur Vermietung an ihre Eltern. Die Miete wird 70% des orstüblichen Mietpreises betragen. Diese Miete decken die Kosten der Finanzierung nicht – es entsteht also ein monatlicher Verlust.





    Frage:


    Wird dann die Mieteinnahme zu 50% als das Einkommen der Mutter gewertet? Wird für Bafög auch die „Schulden“ angerechnet? Denn in diesem Fall wäre ja kein „Gewinn“ da der ihr Einkommen erhöhen würde. Wir sind uns nicht sicher, ob die Mutter dann zuviel „verdient“ und somit der Anspruch auf Bafög entfällt.





    Danke, Grüsse und bitte bleibt gesund.Joki

  • Die Mutter erwirbt mit dem neuen Ehemann eine Eigentumswohnung zur Vermietung an ihre Eltern. Die Miete wird 70% des orstüblichen Mietpreises betragen. Diese Miete decken die Kosten der Finanzierung nicht – es entsteht also ein monatlicher Verlust.


    Hallo,


    als Einkommen gilt die Summe der positiven Einkünfte im Sinne des § 2 Absatz 1 und 2 des Einkommensteuergesetzes (§ 21 Abs. 1 Satz 1 BAföG).


    Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sind positiv, wenn die Einnahmen die Werbungskosten (§§ 8 bis 9a EStG) übersteigen.


    Darüber, welche Kosten deine Mutter und ihr Mann bei den Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung als Werbungskosten ansetzen können, kann euch u.a. ein Steuerberater Auskunft geben. Der Tilgungsanteil in den Kreditraten gehört nicht zu den Werbungskosten.


    Zitat

    Wird dann die Mieteinnahme zu 50% als das Einkommen der Mutter gewertet?


    Das hängt von der Eintragung der Eigentumsanteile im Grundbuch ab. Dies kann auch bei Ehepaaren von 50:50 abweichen.


    Zitat

    der Sohn Bafög bekommt (läuft bereits und ist genehmigt).

    Wir sind uns nicht sicher, ob die Mutter dann zuviel „verdient“ und somit der Anspruch auf Bafög entfällt.


    Für die Anrechnung des Einkommens der Eltern und des Ehegatten oder Lebenspartners des Auszubildenden sind die Einkommensverhältnisse im vorletzten Kalenderjahr vor Beginn des Bewilligungszeitraums maßgebend (§ 24 Abs. 1 BAföG).


    Kauf der Wohnung in 2020 -> Einkünfte werden im BWZ 2022/2023 relevant für den BAföG-Anspruch des Sohnes

    das erste komplette Jahr mit Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung ist 2021 -> relevant wird dies erst im BWZ 2023/2024


    Fazit: Ehe sich das BAföG-Amt richtig für die Einkünfte der Mutter aus Vermietung und Verpachtung interessiert, ist der Sohn evtl. schon fertig mit dem Studium oder hat die Regelstudienzeit überschritten und daher keinen Anspruch mehr.


    VG