Fehlende Unterlagen

  • Hallo ihr Lieben.


    Direkt ein paar Infos, ich bin Student und habe einen Folgeantrag gestellt.


    Da dies nicht mein erster Antrag ist, weiß ich schon welche Unterlagen benötigt werden und gebe alles in Kopie fein säuberlich geordnet bei der Sachbearbeiterin ab, um meinen "Teil" so gut es geht erledigt zu haben.


    Mein letzter Antrag war bewilligt bis zum 31.01.2020


    Alle Unterlagen wurden vollständig am 20 Januar 2020 abgegeben.


    Verdienstnachweise für die letzten 12 Monate, sprich Januar bis Dezember 2019 wurden abgegeben.

    Den Verdienstnachweis (Minijob) von Januar 2020 in dem ja mein Wohngeld noch lief konnte ich ja nicht abgegeben, dies war bisher auch nicht nötig.

    Bei meinem letzten Folgeantrag wurde schon eine Mietbescheinigung des Vermieters (Formular: Angaben des Vermieters zum Wohnraum abgegeben) abgegeben.

    An der Miete hat sich nichts geändert, ist ja auch auf den Kontoauszügen zu sehen, an der Personenzahl auch nicht.


    Nun habe ich letzte Woche ein Schreiben erhalten, mit einer Auflistung fehlender Unterlagen:

    - Mietbescheinigung vom Vermieter

    - Lohnabrechnung Minijob für Januar und Februar


    Ist es üblich, dass ich jedes Mal erneut eine Mietbescheinigung vom Vermieter brauche? An meinen Mietverhältnissen hat sich innerhalb der letzten 6 Monate nicht geändert, weder Personenzahl noch Miethöhe. Mir ist es sehr unrecht wieder zum Vermieter zu gehen, ich habe eine Wohnung in top Lage zu einem sehr günstigen Preis, schon beim letzten Mal, als er unterschrieb, deutete er an, dass ein Mieterhöhung angebracht wäre, was natürlich gar nicht in meinem Interesse wäre. Wenn ich jetzt wieder hingehe riskiere ich, dass diese tatsächlich kommt.


    Wie schon erwähnt endete meine Bewilligung am 31.01.2020 üblich ist es doch, dass die letzten 3 Monate von Kontoauszügen, Verdienstnachweisen eingereicht werden müssen, warum muss ich jetzt sogar den Februar nachweisen?


    Mich stört an dieser Sache, dass sich alles wieder so lange zieht, und ich wieder zu meinem Arbeitgeber soll, welcher mir ja eigentlich schon alle Unterlagen gegeben hat. Der Arbeitgeber, lässt sich bei sowas ja auch immer Zeit...

    Die Sachbearbeiterin bewilligt prinzipiell nur 6 Monate, dh. wenn ein Antrag bewilligt wurde, muss ich schon fast einen Monat später einen neuen Antrag stellen, wieder Arbeitgeber Vermieter etc. abklappern... Mir erscheint dieses Vorgehen nicht korrekt.

    Gerade in Zeiten von Corona, ist es für mich dieses Vorgehen super ärgerlich.

    LG Thomas

  • Hallo Thomas,


    die Abrechnungen für Januar und Februar kann ich schon noch nachvollziehen. Man sollte recht aktuelle Abrechnungen zur Berechnung heranziehen, und Januar und Februar sollten dir ja mittlerweile vorliegen (zumindest bei einem zuverlässigen Arbeitgeber). Ich hatte es schon oft, dass z. B. Anpassungen des Stundenlohns gerne im Januar erfolgen.


    Mietbescheinigung verlangen wir jetzt z.B. nicht, schon gar nicht, wenn sich nix geändert hat. Aber ich wüsste jetzt auch nicht, dass sie es NICHT verlangen dürfte.


    Ich fürchte, das liegt im Ermessen deiner SBin, welche Unterlagen sie anfordert. Dass es so lange dauert, ist für dich natürlich ärgerlich. Erst nach drei Monaten überhaupt was anfordern, ist schon langsam. Aber dazu kann ich leider auch nichts sagen, da da auch jedes Amt anders ist und andere Bearbeitungszeiten hat. Vielleicht ist durch Krankheitsfälle die Wohngeldstelle seit einiger Zeit extrem schlecht besetzt. Da hast du eigentlich wenig Handhabe. Erst nach sechs Monaten könntest du z. B. eine Untätigkeitsklage einreichen.


    Wir bewilligen unsere Studenten idR semesterweise, also Okt.-März und April-Sept. (außer, es spricht etwas dagegen, z. B. befristete Verträge). Vielleicht kannst du ja fragen, ob sie das Wohngeld wenigstens von Februar bis September bewilligt.


    Ich fürchte, da bleibt dir nichts Anderes übrig, als die Unterlagen vorzulegen. Du kannst ja mal anrufen und fragen, ob das mit der Mietbescheinigung wirklich notwendig ist, da die Miete auf dem Kontoauszug ersichtlich ist und du momentan an den Vermieter nicht rankommst. Oft kann man manche Sachen auch recht unkompliziert klären.


    Schöne Ostern!

    Simone

  • Hallo Simone,

    vielen Dank für deine ausführliche Rückmeldung.


    Ich werde es mit der Mietbescheinigung mal versuchen, bin mir aber sehr sicher, dass ich darauf hingewiesen werde, dass man es über den Postweg lösen könne.

    Wegen den Abrechnungen habe ich noch eine Rückfrage.

    Wie schon erwähnt lief meine Bewilligung am 31. Januar aus. Die Verdienstbescheinigung die ich eingereicht habe war ja die aktuellste die Ende Januar möglich war. Der Nachweis beinhaltete 12 Monate, also mehr als gefordert. Die Abrechnung von Februar lag zum Zeitpunkt meiner Beantragung ja noch garnicht vor, da der Februar ja noch in der Zukunft lag. Ich hoffe sie wissen worauf ich hinaus möchte.
    Somit wäre es ja garnicht möglich einen Antrag mit vollständigen Unterlagen zu stellen und abzugeben, wenn Unterlagen aus der Zukunft von einem Lohn den ich noch garnicht erhalten habe benötigt werden... Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die so korrekt ist.

    Die Abrechnungen dieser Monate liegen mir ja vor, ich arbeite in einer größeren Firma d.h. die Abrechnungen die wir bekommen sind absolut korrekt und "ordenlich", also nicht irgendetwas hingekritzeltes wo man verstehen könnte, dass die Sachbearbeiterin misstrauisch ist.
    Jedoch besteht meine Sachbearbeiterin auch darauf, dass der Arbeitgeber das Formular "Verdientsbescheingung" ausfüllt, die Verdienstbescheinigungen vom Arbeitgeber sind nicht ausreichend. In meinem Fall muss ich dann zur Sekretärin, diese leitet dann das Formular weiter, bis ich dann ein paar Wochen später Rückmeldung erhalte.

    EDIT: Sollte sich mein Verdienst um mehr als 15% erhöht haben wäre ich ja sowieso verpflichtet dies der Wohngeldstelle zu melden...

    Liebe Grüße und frohe Ostern

  • Hallo,


    ich würde dir empfehlen, die Unterlagen einzureichen. Alles andere verzögert nur die Bearbeitung deines Antrags.


    Derzeit arbeiten viele Behörden am Limit, da viele Mitarbeiter wegen Kinderbetreuung oder Vorerkrankungen freigestellt sind. Zudem werden wegen Kurzarbeit oder Kündigung vermehrt Anträge gestellt.


    Die Behörde ermittelt den Sachverhalt von Amts wegen. Sie bestimmt Art und Umfang der Ermittlungen; an das Vorbringen und an die Beweisanträge der Beteiligten ist sie nicht gebunden (§ 20 Abs. 1 SGB X).


    Wir kennen deine Wohngeldakte nicht, wir kennen deine Verhältnisse nicht, wir können daher hier über das "Warum" nur spekulieren.


    Zitat

    Die Abrechnung von Februar lag zum Zeitpunkt meiner Beantragung ja noch garnicht vor, da der Februar ja noch in der Zukunft lag.


    Zum Zeitpunkt als das Schreiben erstellt wurde (April), lagen die Monate in der Vergangenheit.


    Bei der Ermittlung des Jahreseinkommens ist das Einkommen zu Grunde zu legen, das im Zeitpunkt der Antragstellung im Bewilligungszeitraum zu erwarten ist. Hierzu können (ermessen!) die Verhältnisse vor dem Zeitpunkt der Antragstellung herangezogen werden; § 24 Abs. 2 bleibt unberührt (§ 15 Abs. 1 WoGG).


    Ich vermute, dass die Sachbearbeiterin Hinweise hat, dass sich dein Einkommen in 2020 gegenüber 2019 verändern wird (z.B. Mindestlohn, Tarifzugehörigkeit).


    Ob eine so genaue Prüfung bei einem Minijob (max. 450 €) in der jetzigen Situation angemessen ist, kann man ohne Kenntnis der Akte nicht beurteilen. 2-3 Prozent mehr Gehalt dürften die Höhe deines Wohngeldes jedenfalls nicht wesentlich beeinflussen.


    VG

  • Hallo Theo,

    vielen Dank für deine Antwort.

    Ehrlich gesagt bringen mich alle Antworten kein Stück weiter. Für mich hört es sich so an und das ist nicht böse gemeint, dass ich das zu tun habe was die Sachbearbeiterin von mir verlangt und sie immer im Recht ist. Auf meine konkrete Frage ob es rechtens ist, dass ich einen Antrag im Januar stelle und ich dann Einkommensnachweise von Februar erbringen soll wurde bisher nur ausweichend geantwortet.

    Zum Zeitpunkt als das Schreiben erstellt wurde (April), lagen die Monate in der Vergangenheit.

    Da haben sie recht, jedoch wird mein Sachverhalt im Anschreiben so dargestellt, dass mein Antrag leider nicht bearbeitet werden kann, weil die Verdienstnachweise noch nicht vorliegen. Mit anderen Worten, dass ich die Unterlagen schon bei Antragstellung hätte abgeben haben müssen.

    Wenn man mir sagt, dass die Sachbearbeiterin uneingeschränkt, alle Unterlagen zu jeder Zeit so oft sie möchte von mir verlangen darf, dann ist das eine Aussage. Aber man muss mir doch Auskunft geben können ob dieses Vorgehen ok ist oder nicht. Wenn ich doch kein Problem hätte, dann würde ich mich doch nicht an ein Wohngeldforum wenden.

    Das viele Behörden am Limit arbeiten, ist für die betreffenden Mitarbeiter bestimmt schwierig, jedoch glaube ich haben gerade jetzt in der Krise die wir haben andere Menschen noch größere Probleme und leben am Existenzminimum, da in vielen Bereichen nicht am Limit sondern garnicht mehr gearbeitet werden darf, was aber alles nichts mit dem hier dargestellten Sachverhalt zu tun hat.

    Ich bin nur ein Student, der gerade seinen Master machen will, allein in einer kleinen Wohnung wohnt und einen Minijob hat. Mehr gibt es da nicht.

    Und mich bringt dieses Anfordern weiterer Unterlagen gerade massiv finanziell in Bedrängnis. Wie schon oben geschrieben, wird es mindestens 2-3 Wochen dauern, bis ich die unterschrieben Formulare vom Arbeitgeber wieder erhalte. Dann muss ich mindestens 6 Wochen warten bis ich eine Rückmeldung von der Wohngeldstelle bekomme.
    d.h. dadurch vergehen insgesamt wieder fast 10 Wochen, Mitte Juni wäre das! Und das bedeutet, dass ich einen Monat später wieder einen neuen Antrag stellen muss.

    Ich finde es sehr sehr traurig. Überall spricht man von Solidarität in der Krise, Soforthilfe, unkomplizierter Hilfe usw. Wieso gibt es hier nicht wenigstens etwas Verständnis, dass was hier gerade passiert mich als Student in riesen Probleme bringt.

    Wäre es mein Fehler gewesen, dass ich Unterlagen vergessen hätte, ok selbst schuld, dass muss ich dann akzeptieren, hier kann ich aber kein eigenes verschulden sehen.

    Auch wenn ich mit meinem Post nichts erreiche, so hoffe ich, dass wenigstens ein paar zum nachdenken angeregt werden...

    Euch schöne Ostern.


  • Zitat

    Und mich bringt dieses Anfordern weiterer Unterlagen gerade massiv finanziell in Bedrängnis.

    Ich bin nur ein Student, der gerade seinen Master machen will, allein in einer kleinen Wohnung wohnt und einen Minijob hat. Mehr gibt es da nicht.


    Hallo,


    da ist der entscheidende Satz, um den es hier wirklich geht. Die Frage, ob die Gehaltsabrechnung für Februar rechtmäßig angefordert wurde, ist nur ein Nebenschauplatz.

    Ich habe mich schon die ganze Zeit gefragt, wie du mit einem Minijob das erforderliche Mindesteinkommen für den Wohngeldanspruch erreichst. Da du aber bisher nichts weiter dazu geschrieben hast, hatte ich es nicht erwähnt.


    Wenn du ohne Wohngeld in "massiv finanzielle Bedrängnis" kommst, deutet das darauf hin, dass du beim Wohngeld falsch bist.

    Wohngeld ist ein Mietzuschuss, keine Hilfe zum Lebensunterhalt.


    Hattest du bei den letzten Anträgen noch Ersparnisse, die nun aufgebraucht sind? Wurden letzte Woche weitere Unterlagen angefordert?


    Ich will dir keine Angst machen, aber es könnte sein, dass es gerade auf eine Ablehnung deines Wohngeldantrags mangels ausreichendem Einkommen hinausläuft.

    Evtl. will man anhand der Gehaltsabrechnung 02/20 sowie der Arbeitgeberbescheinigung sehen, ob sich dein Einkommen 2020 erhöhen wird.

    Evtl. geht es bei der Mietbescheinigung nicht um die Höhe der Miete, sondern um den Punkt "Es bestehen keine Mietrückstände."


    Zitat

    Wieso gibt es hier nicht wenigstens etwas Verständnis, dass was hier gerade passiert mich als Student in riesen Probleme bringt.


    Verständnis haben wir, sonst wären wir nicht täglich hier. Aber was bringt dir das?

    Wir konzentrieren uns eher auf die konkrete Hilfe. Daher gehe ich jetzt von deiner Frage "ob es rechtens ist, dass ich einen Antrag im Januar stelle und ich dann Einkommensnachweise von Februar erbringen soll" weg und stelle eigene Fragen:


    Wie alt bist du? Wie bist du krankenversichert?

    Wie hoch ist dein monatliches Brutto- und Nettoeinkommen?

    Hast du weiteres Einkommen? Erhältst du Unterstützung von Dritten (ggf. als Sachleistung)?

    Hast du Ersparnisse? Wenn ja, in welche Höhe?

    Wie hoch sind deine Kaltmiete, Heiz- und Nebenkosten (bitte getrennt)?


    Was steht genau in dem Schreiben, welches du letzte Woche erhalten hast?


    Diese Fragen dienen alle dazu, einen Überblick zu bekommen, ob hier überhaupt ein Anspruch auf Wohngeld besteht.


    Ich wünsche dir ein schönes Osterfest

    Theo

  • Hallo,


    ich verweise auf Theos sehr ausführliche Antworten. Das Verhalten deiner Sachbearbeiterin können wir von hier aus nicht genau einschätzen. Du kannst auch einfach zum Hörer greifen und versuchen mit ihr zu reden. Gerade im Hinblick auf die Dringlichkeit würde ich das als Erstes empfehlen. Ich kann aus jahrelanger Erfahrung sagen, dass gerade Studenten gerne den unpersönlichen Weg der Antragsstellung per Mail oder Post wählen und sich dann alles wochenlang über Post zieht, obwohl man vieles schneller persönlich vor Ort oder am Telefon klären könnte. Ich gehe übrigens davon aus, dass dein Anschreiben den Standardtext enthält und es deshalb so für dich klingt, als wären deine Unterlagen unvollständig eingereicht worden. Daran würde ich mich an deiner Stelle jetzt nicht aufhängen. Solltest du letztendlich den Eindruck gewinnen, dass sie dich nur triezen will, solltest du dich offiziell beschweren.


    Ansonsten ist Theos Theorie bezüglich des fehlenden Mindesteinkommens auch denkbar. Dieses Problem tritt oft bei Studenten auf, und solche Anträge müssen sehr genau geprüft werden. Und wenn sie den Antrag erst zwei bis drei Monate später in die Hand nimmt, braucht sie wieder aktuelle Zahlen, um einschätzen zu können, ob du auch weiterhin deinen Lebensunterhalt decken kannst. Viele Studenten verlieren im Moment wegen der Coronakrise vorübergehend ihre Minijobs und vielleicht möchte sie sich nur absichern, dass du auch weiterhin deinen Job ausübst und Geld verdienst. (Denn sonst wären wir wieder beim fehlenden Mindesteinkommen, und dann MUSS sie deinen Antrag ablehnen.)


    Schöne Feiertage,

    Simone