Wohngeld im Studium - Einnahmen? Belastung?

  • Hallo,

    Ich bin neu hier im Forum und möchte mich bzgl. einiger Fragen informieren betreffs Wohngeld.


    Ich bin 31 Jahre alt und möchte zum Wintersemester in ein Studium starten. Bafög-Anspruch habe ich voraussichtlich keinen mehr wegen meinem Alter. Den Antrag (Antrag auf Vorabentscheid) werde ich natürlich dennoch einreichen, da ich ja für das Wohngeld einen Ablehnungsbescheid benötige. Mein Einkommen wird während der ersten Jahre des Studiums folgendermaßen aussehen:


    Einnahmen:

    500€ Job

    250€ Zuwendung durch Familie

    650€ Studienkredit


    Ausgaben durch Wohnung und besondere Belastungen:

    370€ Miete (warm)

    300€ Kindesunterhalt


    Nun aber zu der Frage:

    1. Wird der Kindesunterhalt als besondere Belastung für die Berechnung des Wohngeldes berücksichtigt?


    2. Was sind alles Einnahmen? Was ist mit regelmäßigen Zuwendungen durch Dritte? Zählt ein Studienkredit auf Raten (monatliche Auszahlung) als Einnahme?


    3. Ich muss leider nebenbei noch einen Kredit zurück zahlen. Ist der auch als Belastung zu zählen?


    Danke schon einmal für die Antworten.

    Liebe Grüße

    Tobias

  • Hallo Tobias,


    zu Frage 1: Ja, wird er, bis 3.000 € jährlich (siehe § 18 WoGG). Du musst natürlich auch nachweisen, dass du ihn regelmäßig zahlst. (idR durch Kontoauszüge)


    zu Frage 2: Deine Einkünfte aus dem Job und der Unterhalt deiner Familie werden als Einkommen bei der Berechnung des Wohngeldes berücksichtigt. Der Kredit nicht. Er ist aber wichtig für die Gegenrechnung, ob du auch genügend Einkommen insgesamt hast, um deinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Du musst ihn deshalb auch nachweisen.


    zu Frage 3: Die Rückzahlung des Kredites wird bei der gerade erwähnten Gegenrechnung als zusätzliche Belastung berücksichtigt, aber - im Gegensatz zum Unterhalt, den du zahlst - nicht bei der Berechnung des Wohngeldes. Es ändert also nichts an der Höhe des sich errechnenden Wohngeldes, aber an der Höhe des Mindesteinkommens, das du vorweisen musst.


    Viele Grüße

    Simone

  • Zitat

    da ich ja für das Wohngeld einen Ablehnungsbescheid benötige.


    Hallo,


    du benötigst keinen Ablehnungsbescheid, sondern eine Negativbescheinigung vom BAföG-Amt.


    Zitat

    Einnahmen: ... 650€ Studienkredit

    ...

    3. Ich muss leider nebenbei noch einen Kredit zurück zahlen. Ist der auch als Belastung zu zählen?


    Den bestehendem Kredit mit einem Studienkredit abzuzahlen, ist keine gute Lösung.


    Du zahlst für den Studienkredit während des Studiums fortlaufend Zinsen, ohne auch nur einen Euro zu tilgen.

    650 € pro Monat summieren sich in 3 Jahren auf 23.400 €. Vereinbarst du einen Zinsaufschub, sogar noch mehr.

    https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Studieren-Qualifizieren/KfW-Studienkredit/Auszahlung/


    Als Sicherheit für die Endphase des Studiums ist ein Studienkredit sicher gut. Zur Umschuldung ist er gänzlich ungeeignet.

    Wofür brauchst du den Studienkredit? Doch im Prinzip nur zur Schuldentilgung und für den Kindesunterhalt. Der Rest ist mit Job, Unterhalt der Familie und Wohngeld abgedeckt.


    Wie lange läuft dein aktueller Kredit noch?

    Wäre es eine Option, das Studium um ein Jahr zu verschieben, um erstmal die bestehenden Schulden abzuzahlen?


    Könntest du neben dem Studium mehr arbeiten?


    Beides würde dir in der Finanzplanung für das Studium Luft verschaffen und du müsstest den Studienkredit nicht voll ausschöpfen.



    plus ca. 190 € KV-/PV-Beitrag


    Dein Gesamtbedarf beträgt während des Studiums ca. 1.300 € pro Monat, die Kreditrückzahlung noch nicht berücksichtigt.

    Sind die 500 € brutto oder netto?


    Was möchtest du studieren? Hast du geprüft, ob dein Studium auch mit Aufstiegs-BAföG gefördert werden könnte?


    VG