Zeitpunkt der Einkommenberechnung

  • Hallo liebe Leute,


    ich bin Studentin im 5. Semester, mir wird ab dem 5. Semester kein Bafög mehr bezahlt (s. mein anderes Thema: Fachrichtungs- oder Hochschulwechsel?)


    Deswegen war ich beim Wohngeldamt. Mir wurde gesagt ich brauche mindestens 432€ Einkommen um Anspruch auf Wohngeld zu haben. Jetzt habe ich für Februar 2 Jobs gefunden die mir ungefähr den Betrag bringen würden, allerdings würde ich das Geld erst im März überwiesen bekommen.


    Ist der Zeitpunkt der Überweisung relevant? Oder zählt der Monat in dem ich es verdient habe?


    Andere Sache noch: ich habe mitm Wohngeldrechner meine Daten eingegeben, obwohl meine Kaltmiete+Strom von 270€ voll als Berechnungsgrundlage angenommen wird, kommen bei mir nur 188€ raus. Warum?

  • Hallo,


    bevor ich antworte, benötige ich noch ein paar Angaben.


    Wie alt bist du?

    Welches Einkommen hast du (auch z.B. Bildungskredit)? Höhe?

    Hast du Ersparnisse? Wenn ja, wie viel?

    Wie hoch sind deine Warmmiete, Heiz- und Nebenkosten (getrennt, ohne Strom)?


    Wovon lebst du derzeit?


    Zitat

    kommen bei mir nur 188€ raus. Warum?


    Andersrum gefragt: Was hattest du erwartet?


    VG

  • Ich bin 32.


    Momentan kein Einkommen, wenn ich die Jobs annehme komme ich auf etwa 432€ pro Monat.


    Bis bis SS2019 vom Bafög gelebt, ab WS 2019 meine Ersparnisse aufgebraucht. Jetzt habe ich keine mehr.


    Kaltmiete 170€

    Betriebskosten 75€

    Heizkosten 25€


    (Beiträge leicht gerundet).


    Ich habe erwartet, dass die Miete komplett übernommen wird.

  • Ich habe erwartet, dass die Miete komplett übernommen wird.

    Es wird nie die volle Miete rauskommen. Berücksichtigt werden nur die Bruttokaltmietkosten, also 245 €. Und das Wohngeld liegt immer unterhalb dieses Betrages. Es handelt sich um einen Mietzuschuss, der die volle Miete nicht übernehmen kann und auch nicht soll.


    Man benötigt also für einen Wohngeldbezug durchaus auch ein Mindesteinkommen (oder halt alternativ verfügbares Vermögen). Wenn man das nicht vorweisen kann, wird man normalerweise an das Jobcenter oder das Amt für Grundsicherung verwiesen. Bei Studenten geht das aber nicht, weil sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen.


    Zur Frage im Eröffnungspost: Dein Einkommen wird dir für den Monat angerechnet, für den du es erhältst. Zeitpunkt des Zuflusses ist irrelevant.


    Gruß, Simone

  • Ok danke für die Antwort! Das hilft mir schonmal weiter.


    Dass nur Kaltmiete + Betriebskosten bezuschussfähig sind ist mir klar. Aber warum wird davon noch ein Betrag abgezogen? Gibt es eine bestimmten Prozentanteil dafür?


    Ja, das ist mein Problem, dass Jobcenter mir auch nicht zahlen möchte. Ich muss jetzt jobben. Du hast erwähnt dass Vermögen anstelle von Jobben auch geht. Wie groß darf/muss er sein?

  • Hallo,


    Wohngeld ist ein Mietzuschuss, keine Hilfe zum Lebensunterhalt.


    Ich befürchte 432 € Einkommen werden nicht reichen, um Anspruch auf Wohngeld zu haben. Es sei denn, du hast Vermögen. Nach eigenen Angaben hast du dieses aber in den letzten Monaten aufgebraucht.


    Mindesteinkommen: 432 € Regelbedarf + 270 € Warmmiete + (geschätzt) 190 € KV/PV-Beitrag = 892 €


    Mit nur 432 € Einkommen bleibt, nach Abzug von Miete und Krankenversicherung, nichts für Lebensmittel, Studium, Strom, Hygieneartikel, Kleidung etc. übrig. Da Wohngeld keine Hilfe zum Lebensunterhalt ist, dürfte es hier auf eine Ablehnung hinauslaufen.


    Zitat

    Aber warum wird davon noch ein Betrag abgezogen?


    Es wird nichts abgezogen. Die Höhe des Wohngeldes ist in den Wohngeldtabellen festgelegt.

    Wohngeld ist immer geringer, als die zu berücksichtigende Miete, da es ein Mietzuschuss ist.


    Zitat

    Wie groß darf/muss er sein?


    Dein verfügbares Vermögen müsste hoch genug sein, dass du - zusammen mit dem Einkommen - mindestens ein Jahr deinen Lebensunterhalt damit decken kannst.

    Bedarf für ein Jahr 10.700 €

    Einkommen 5.200 €

    Deckungslücke (= benötigtes Vermögen) 5.500 €

    Wenn man deinen fiktiven Wohngeldanspruch mit einrechnet, könnte auch etwas weniger reichen.


    VG