Ablehnung Meisterbafög , da Privater Träger Fortbildung macht

  • Hallo,


    ich habe bereits im Jahr 2017 rechtzeitig vor Beginn meiner Fortbildung zur Dentalhygienikerin einen Antrag auf Meister-Bafög in Hessen gestellt. Diese Weiterbildung ist jedoch nur in anderen Bundesländern möglich gewesen. Ich habe mich, um längere Fehlzeiten in der Zahnarztpraxis zu vermeiden und meinem Chef zur Verfügung zu stehen, für den Anbieter Praxisdienste entschieden. Die Fortbildung war in Herne (NRW). Der Antrag wurde abgelehnt, weil ich keinen öffentlichen Träger für die Fortbildung gewählt hätte -was aber in meinem Fall garnicht ging, da ich weder 6 Monate nach Berlin, Hamburg oder Stuttgart ziehen konnte, da ich in diesem Fall meinem Arbeitgeber für diese Fortbildung ( nach 31 Jahren ) hätte kündigen müssen. In unserem Kurs gab es allerdings Teilnehmer, die trotz der Teilnahme in gleichen Kurs (sie kamen jedoch aus anderen Bundesländern) einen Zuschuss erhalten haben.


    Auch der Einspruch wurde abgelehnt mit gleicher Begründung. Aktenzeichen der Teilnehmer, die einen Zuschuss erhalten haben, bleiben unberücksichtigt und unerwähnt.

    Von Seiten der Behörde gibt es seit langem keine Reaktion und klagen hätte laut der Behörde keinen Sinn.


    Wer weiss Rat?

  • Hallo,


    nach § 2a AFBG müssen nicht öffentliche Maßnahmenträger einen Eignungsnachweis erbringen (z.B. ISO 9001).


    praxisDienste ist erst seit dem 06.11.2019 nach ISO 9001 zertifiziert. Für dich zu spät.

    Ob vorher schon ein anderer Eignungsnachweis vorlag, konnte ich nicht herausfinden. Dagegen spricht, dass praxisDienste auf seiner Internetseite schreibt: "Eine Beantragung für Aufstiegs- bzw. Meisterbafög ist möglich. Es besteht jedoch kein grundsätzlicher Rechtsanspruch auf Aufstiegs-Bafög-Förderung."


    Nach der negativen Einspruchsentscheidung bleibt dir nur noch der Klageweg. Da solltest du aber belastbarere Argumente haben, als "Aktenzeichen der Teilnehmer, die einen Zuschuss erhalten haben". Du müsstest den Nachweis erbringen, dass praxisDienste 2017 die Anforderungen aus § 2a AFBG erfüllt hat.

    Du könntest bei den anderen BAföG-Ämtern nachfragen, welche Unterlagen dort dazu vorliegen.

    Erster Ansprechpartner in der Frage wäre allerdings praxisDienste selbst.

    Zitat

    was aber in meinem Fall garnicht ging,

    Das begründet keinen Förderanspruch. Zumal du selbst schreibst, dass es öffentliche Anbieter gegeben hätte, wenn auch nicht in NRW.


    Zitat

    da ich in diesem Fall meinem Arbeitgeber für diese Fortbildung ( nach 31 Jahren ) hätte kündigen müssen.


    Ich weiß nicht, wie die Fortbildungen bei den öffentlichen Anbietern aufgebaut (Anzahl Präsenztage etc.) gewesen wären.

    Nach 31 Jahren hätte sich aber in Abprache mit dem Arbeitgeber bestimmt ein Weg* gefunden, wo du nicht gleich hättest kündigen und umziehen müssen. Zumal er von der Weiterbildung auch profitiert.


    * z.B. Bildungsurlaub, bezahlte Freistellung durch den Arbeitgeber, Urlaub oder Zeitausgleich, vorübergehende Teilzeitbeschäftigung ...


    Zitat

    wurde abgelehnt, weil ich keinen öffentlichen Träger für die Fortbildung gewählt hätte


    Das stand vermutlich nicht so im Ablehnungsbescheid bzw. in der Einspruchsentscheidung (siehe oben).


    Viele Grüße