Bafög vollständig zurückgezahlt, neuen Tilgungsplan erhalten über weitere 504 Euro

  • Hallo.


    Seit Jahren trage ich die Bafögschulden mit mir rum, habe mich immer wieder von der Rückzahlung freistellen lassen.


    Mein letzter Tilgungsplan sah folgendermaßen aus:

    Darlehen 1449,00
    Vierteljährliche Raten, erstmalig fällig am 30.09.2019
    315,00
    Restrate fällig am 30.09.2020
    189,00



    Da ich trotz geringen Einkommens einiges angepart hatte, habe ich statt der ersten fälligen Rate von 315 Euro einfach alles auf einmal überwiesen, also 1449 Euro.

    Nun bekam ich ein Schreiben mit dem Änderungsbescheid über die Erhöhung der monatlich fälligen Rate und auf der Rückseite war ein neuer Tilungsplan.

    Dort sollte ich nunmehr 504 Euro zurückzahlen.


    Wenn man sich den letzten Tilgungsplan anschaut, fällt auf, dass man genau auf 504 Euro kommt, würde man einfach die erste fällige Rate und die letzte Rate addieren.

    Ich kann mir aber irgendwie nicht vorstellen, dass ein so lächerlicher Fehler passiert ist. Wahrscheinlicher scheint mir, dass ich einen Denkfehler irgendwo habe. Aber eigentlich kann meine Restschuld gar nicht mehr als 1449 Euro sein, das verfolgt mich ja schon seit Jahren, genau dieser Betrag.


    Bevor ich nun Widerspruch einlege, wollte ich mal hören, was jemand anderes dazu zu sagen hat.

    Es macht mich unendlich nervös, dass ich mich nicht vor Montag darum kümmern kann.

    Ich wollt erst mal anrufen und sicherheitshalber noch schriftlich Widerspruch einlegen.



    Liebe Grüße,

    Nekomancer

  • Hallo,


    ich vermute, dass es sich hier um eine zeitliche Überschneidung handelt.


    Du hast um den 30.09. 1.449 € überwiesen, bis zur Verbuchung auf deinem Darlehenskonto dauert es ein paar Tage.

    Aufgrund der BAföG-Gesetzesänderung erhalten in diesen Tagen alle, die ein BaföG-Darlehen erhalten haben, einen Änderungsbescheid. Das dürften hunderttausende Briefe sein.

    Eingabeschluss für diese Bescheide war aufgrund der großen Datenmenge sicher schon vor 3-4 Wochen. Alle späteren Zahlungseingänge konnten daher für diese Bescheide nicht mehr berücksichtigt werden.


    Zum 01.04.2020 wird die monatliche Mindestrückzahlungssrate auf 130,00 EUR erhöht. Danach hättest du nach dem ursprünglichen Tilgungsplan noch zwei Raten (30.06. und 30.09.) zahlen müssen, was genau den 504 € aus dem neuen Tilgungsplan entspricht.


    Geh davon aus, dass dein Darlehenskonto ausgeglichen und der Änderungsbescheid durch zeitliche Überschneidung gegenstandslos ist.

    Um sicher zu gehen, kannst du anrufen. Da vermutlich in den nächsten Tagen sehr viele Bescheidempfänger die gleiche Idee haben werden, wirst du Geduld brauchen ;)

    Einen Widerspruch halte ich in diesem Fall allerdings für unnötig.


    Schöne Grüße

    Theo

  • Danke für die Antwort, Theo. :)


    Eigentlich hätte ich noch mehr Raten zahlen müssen, 3x 315 Euro und 1x 189.

    Aber egal, wollte nur danke sagen, du hast mich etwas beruhigt! Sicher gabs durch die vielen Änderungsbescheide jemanden, der nach dem 100. Bescheid fertig machen mal einen Flüchtigkeitsfehler macht. Das klingt plausibel und bin erst mal beruhigt. :)


    Schönen Sonntag noch,

    Nekomancer

  • Zitat

    Sicher gabs durch die vielen Änderungsbescheide jemanden, der nach dem 100. Bescheid fertig machen mal einen Flüchtigkeitsfehler macht.


    Die Bescheide wurden mit Sicherheit alle maschinell anhand der Daten zum Stichtag erstellt.

    Da sitzen keine müden Sachbearbeiter, die die Bescheide alle einzeln schreiben und kuvertieren ;)

    Das wäre personell für das BVA gar nicht zu stemmen.


    Es ist auch kein Flüchtigkeitsfehler (solche machen Computer nicht), sondern eine einfache zeitliche Überschneidung.

    Deine Zahlung ist nach dem Eingabeschluss eingegangen.


    Sollen, wie in diesem Fall, hunderttausende Bescheide innerhalb weniger Tage gedruckt, kuvertiert und verschickt werden, muss der Eingabeschluss Wochen vor dem Drucktermin liegen. Mit dem Bearbeitungsstand an diesem Tag werden die Daten maschinell verarbeitet und die Bescheide erstellt.


    Läuft der Prozess können die Sachbearbeiter nicht mehr eingreifen.

    Alle Daten, die später eingegeben werden, können erst im nächsten Bescheid berücksichtigt werden.


    Dieser Verfahren gibt es bei jeder Behörde die Bescheide in größerem Umfang erstellen (Grundsteuer, ALG II, Einkommensteuer usw.). In der Regel steht auch drunter "wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig". Der nötige Vorlauf ist abhängig von der Datenmenge und liegt zwischen einer und X Wochen.


    Zitat

    Eigentlich hätte ich noch mehr Raten zahlen müssen, 3x 315 Euro und 1x 189.


    Der Änderungsbescheid gilt für den Zeitraum ab 01.04.2020 - da wären es nur noch 2 Raten (504 €) gewesen.

    Es wurde dabei unterstellt, dass du die drei Raten zum 30.09., 31.12. und 31.03. gemäß dem ersten Tilgungsplan fristgerecht zahlen wirst.


    PS: Wurde dir im Feststellungs- und Rückzahlungsbescheid kein Angebot über einen Nachlass bei vorzeitiger Rückzahlung gemacht?

    Bei einem Darlehen in Höhe von 1.449 €, hätte dieser Nachlass ungefähr 140 € betragen müssen.


    Schönen Abend