Unterhalt laut Bafög Bescheid

  • Hallo,

    ich muss noch einmal etwas zum grundsätzlichen Verständnis fragen:

    Es wird immer gesagt:

    Theo schrieb:

    Der zu zahlende Unterhalt wird allein aufgrund der familienrechtlichen Berechnung ermittelt. Die ausgewiesenen Unterhaltsbeträge im BAföG-Bescheid sind nicht relevant.

    Wenn das Kind nun aber die dort genannten Beträge einfordert und beim Amt Vorauszahlung beantragt, was gilt denn dann?


    Außerdem:


    Hoppel schrieb:

    [Euler:] Wie bekomme ich denn Auskunft darüber, was ich nun genau an meine Tochter zu zahlen habe?


    [Hoppel:] diese Auskunft muß Dir Deine Tochter mit Vorlage des Bescheides geben.

    Die Berechnungen im Bafög Bescheid sind aber andere als nach der familienrechtlichen Berechnung.

    Wer legt nun letztendlich fest, was gilt?

    Meine Tochter sagt, ich müsse ihr den Betrag aus dem Bafög Bescheid zahlen. Nach dem Bescheid müsste meine Frau nichts zahlen.

    Nach meiner eigenen Rechnung nach Familienrecht aber sehr wohl.

  • Zitat

    beim Amt Vorauszahlung beantragt, was gilt denn dann?


    § 36 BAföG sowie die dazu gehörigen Verwaltungsvorvorschriften


    Zitat

    Wer legt nun letztendlich fest, was gilt?


    Das ergibt sich aus den Gesetzen bzw. der Rechtssprechung.


    Tipp: Klick dich mal durch meine Antworten auf andere Fragen. Ich versuche regelmäßig, die Systematik von BAföG, Unterhalt und Vorausleistung zu erläutern. Erst gestern habe ich wieder eine Frage zur Vorausleistung ausführlich beantwortet.

    Vielleicht hilft dir dies, den grundsätzlichen Zusammenhang zu verstehen.

    Ansonsten gilt:


    Deinen Beiträgen nach, kannst du seit einem halben Jahr die Höhe des Unterhalts für deine Kinder nicht klären. Evtl. wäre hier mehr Hilfe nötig, als ein Laien-Forum bieten kann.

  • Das ist genau meine Frage:

    Eine Tochter beruft sich auf den Bafög-Bescheid, die andere auf die Berechnung vom Amt.

    Es fängt schon damit an, dass einmal der Bedarf 744 € ist und einmal 735 €.

    Dann ist es so, dass einmal meine Frau nichts zahlen muss, das andere mal doch.

    Nun frage ich mich, wer hier das sagen hat.

    Eigentlich bin ich der Meinung, dass beide das selbe erhalten sollten und ich auch für beide das selbe zahlen müsste, denn bei beiden sind die Voraussetzungen die gleichen. Nur wer bestimmt jetzt, was gilt?

  • Das Problem ist, dass ihr die Unterschiede von BAföG und Unterhalt nicht verstanden habt.

    Das sind zwei grundsätzlich unterschiedliche Berechnungen, die nicht miteinander verglichen werden können.


    Zitat

    Es fängt schon damit an, dass einmal der Bedarf 744 € ist und einmal 735 €.

    Dann ist es so, dass einmal meine Frau nichts zahlen muss, das andere mal doch.


    Das liegt daran, dass es einmal der BAföG-Bedarf und einmal der Unterhaltsbedarf ist (siehe dazu unsere Diskussion >>hier<<).

    Das liegt daran, dass beim BAföG das Einkommen der Eltern aus 2017 berücksichtigt wird, beim Unterhalt euer aktuelles Einkommen.

    Das liegt daran, dass das Einkommen der Eltern beim BAföG und Unterhalt unterschiedlich bereinigt wird.

    Das liegt daran, dass der Einkommensfreibetrag beim BAföG 1.225 € und der Selbstbehalt beim Unterhalt 1.300 € beträgt.

    Das liegt daran, ...


    Zitat

    Nun frage ich mich, wer hier das sagen hat.

    Nur wer bestimmt jetzt, was gilt?


    Es gilt beides. Es kommt halt darauf an, ob man sich im Bereich des BAföG oder im Bereich des Unterhaltsrechts bewegt.

  • Ja, das verstehe ich alles, aber irgendwie hat es noch nicht "klick" gemacht.

    Aber am Ende zählt doch nur, was ich wirklich zahlen muss.

    Und das ist eben unterschiedlich, je nach dem, ob ich dem Bafög Amt folge oder dem Jugendamt.

    Aber es ist nicht logisch, da eigentlich für beide Kinder das selbe gelten sollte.

  • Zitat

    je nach dem, ob ich dem Bafög Amt folge


    Der zu zahlende Unterhalt wird allein aufgrund der familienrechtlichen Berechnung ermittelt. Die ausgewiesenen Unterhaltsbeträge im BAföG-Bescheid sind nicht relevant.



    Vielleicht wird es so deutlich:

    Das BGB ist Privatrecht und regelt die Unterhaltsansprüche zwischen dir und deinen Kindern.

    Das BAföG ist öffentliches Recht (Sozialrecht)und regelt die staatliche Unterstützung für die Ausbildung von Schülern und Studenten.


    Zitat

    ob ich dem Bafög Amt folge


    Was genau schreibt das BAföG-Amt bzgl. der Unterhaltszahlungen an deine Kinder?


    Zitat

    Meine Tochter sagt, ich müsse ihr den Betrag aus dem Bafög Bescheid zahlen.

    Aber es ist nicht logisch, da eigentlich für beide Kinder das selbe gelten sollte.


    Wer behauptet, dass du deinen Kindern unterschiedliche Unterhaltsbeträge zahlen sollst?

    Soweit ich das verstehe, ist dies doch einzig und allein deine Tochter.

    Ich kann deinen Beiträgen nicht erkennen, dass das Jugendamt oder das BAföG-Amt entsprechende Aussagen gemacht haben.

  • Was genau schreibt das BAföG-Amt bzgl. der Unterhaltszahlungen an deine Kinder?

    Meine Tochter interpretiert den Bafög Bescheid so, dass ihr 744 € zustehen und ich das dort aufgeführte Einkommen des Vaters "anrechenbar für Auszubildende" zu zahlen habe. Also die Differenz zwischen 744 € und dem Bafög-Förderungsbetrag.


    Kann ich ihr also sagen, dass das falsch ist, dass ihr

    1. nur 735 € zustehen und

    2. laut Unterhaltsgesetz eine andere Aufteilung erfolgt?


    Dann wird sie beim Bafög Amt einen Antrag auf Vorauszahlung stellen und das Bafög Amt wird mich um Stellungnahme bitten.

    Dann sage ich, dass ich Unterhalt nach Unterhaltsrecht zahle. Und dann?

  • 1. Ja.

    2. Es gibt kein Unterhaltsgesetz. Unterhaltsrecht ist im BGB geregelt, ergänzt durch die Rechtssprechung.


    Zitat

    Dann wird sie beim Bafög Amt einen Antrag auf Vorauszahlung stellen


    Wegen 9 €?


    Zitat

    Dann sage ich, dass ich Unterhalt nach Unterhaltsrecht zahle. Und dann?


    Ganz ehrlich. Zahl deinen Töchter für Oktober bis Dezember die 9 € und gut.

    Fällt das Weihnachtsgeschenk halt etwas kleiner aus ;)


    Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Unterhaltsbedarf 2020 auf 853 € steigt. Dann geht die Rechnerei ohnehin von vorne los.