BAB - nur 31€ im Monat

  • Seit dem 1.8. mache ich meine Erstausbildung in einer anderen Stadt und wohne in einer eigenen Wohnung (Preis 430€ warm + zusätzlich Strom und Gas). Im Juli habe ich einen Antrag auf BAB gestellt. Nun, nach fast 3 Monaten hin und her, wurde er bewilligt. Ich bekomme allerdings nur 31€ pro Monat. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr 39€. Laut BaföG Aktuell steht einem folgendes zu:


    Grundbedarf (pauschal): 372€

    Pauschale für Miete: 166€

    Mietzuschuss (falls Miete über 166 Euro ab 01.08.2016), höchstens 84€


    Und laut der Deutschen Handwerkszeitung:


    Seit 1. August 2019

    Grundbedarf: 391€

    Unterkunft: 325€

    Gesamt: 716€


    Ab 1. August 2020
    Grundbedarf: 398€

    Unterkunft: 325€
    Gesamt: 723€


    Wie kann es sein, dass ich nur so wenig Geld bekomme?! Ich habe alle Unterlagen eingereicht.


    Man kann gegen den Bescheid Widerspruch einlegen, aber ich weiß nicht wie man da vorgehen muss...

  • Hallo

    und willkommen im Forum.


    Zunächst sollte geklärt sein, was Du von uns erwartest

    1. Hilfe beim überprüfen des Bescheides

    oder

    2. allgemeine Aussagen?


    Beispiel für Nr. 2

    Wie kann es sein, dass ich nur so wenig Geld bekomme?! Ich habe alle Unterlagen eingereicht.


    Vielleicht hast Du schon zuviel.


    Soweit Du dich für die Nr. 1 entscheiden solltest,

    was sagt den der dem Bescheid beigefügte Berechnungsbogen aus?

    einmal zum Thema Bedarf

    und dann zum einkommen

    -dein eigenes

    -ggfs. der Eltern


    dms

  • Hallo dms,


    danke für deine Antwort.


    Ich würde gern herausfinden ob mir wirklich nur diese 31€/39€ zu Verfügung stehen oder ob es sich lohnt dagegen Widerspruch einzulegen.


    Ich verdiene im Monat 758,10€ Netto. Meine Eltern können mir nichts zahlen, daher auch der Antrag auf BAB. Was von der Arge auch akzeptiert wurde.


    Mir wurden, wie gesagt, 31€ genehmigt - woraus die sich zusammen setzen wurde aber nicht "erklärt". Ich zeige das Schreiben nachher auch noch mal meiner Mutter, vielleicht wird die ja schlau daraus...


    Natürlich ist mein Gehalt schon, vergleichsweise, hoch aber es reicht halt trotzdem nicht zum leben, dabei lebe ich schon sehr sparsam. Aber die Lebensunterhaltskosten, die Mieten, Nahrungsmittel, das alles ist über die Jahre ja auch viel teurer geworden.

  • Ich tippe das mal eben ab.


    Gesamtbedarf des Auszubildenden


    Gesamtbedarf des Auszubildenden: 758,10€ (mein Nettoverdienst)


    Bedarf für Lebensunterhalt: 716€


    Bedarf für Fahrtkosten: 28,10€


    Arbeitskleidung: 14€ (ich habe gar keine Arbeitskleidung!)


    Kinderbetreuungskosten: 0€


    Sonstige Kosten: 0€


    Anzurechnendes Einkommen des Auszubildenden


    Anzurechnendes Einkommen des Auszubildenden: 727,02€


    1. Summe: Ausbildungsvergütung: 18.387,60€


    3. Summe: Einkommen aus Summe 1 + 2: 18.387,60€


    4. Summe: Einkommen-, Kirchen-, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag: 214,66€


    5. Summe: Sozialpauschale: 3.916,56€


    6. Altersvorsorgebeiträge gem. § 21 Abs. 1 S. 3 Nr. 5 BAföG: 0€


    7. Waisenrente: 0€


    8. Summe: Hilfen/ Unterhaltsleistungen: 0€


    Freibetrag gemäß § 67 Abs. 2 Nr. 3 SGB III (65€ für 18 Monate): 1.170€


    E: Anzurechnendes Einkommen des Auszubildenden: 13.086,39€


    Anzurechnendes Einkommen Lebenspartner / Eltern: 0€


    Wirst du daraus schlau? Ich schätze ich verdiene schon zu viel bedeutet das?!

  • Hallo,


    leider hast du nicht den Zeitraum zu dem obigen Berechnungsbogen mit angegeben.

    Ich nehme mal an 01.08.19 - 31.07.20

    Gesamtbedarf des Auszubildenden: 758,10€ (mein Nettoverdienst) -> aber nur zufällig !!! ist die Summe aller Bedarfe


    Bedarf für Lebensunterhalt: 716€ scheint i.O.


    Bedarf für Fahrtkosten: 28,10€ sind das Pendelfahtkosten oder Kosten für eine Familienheimfahrt im Monat?


    Arbeitskleidung: 14€ (ich habe gar keine Arbeitskleidung!)--> darauf kommt es nicht an, nimm es als Kleiderpauschale bezgl. Reinigung


    Kinderbetreuungskosten: 0€ --> scheint auch i.O.


    Sonstige Kosten: 0€ --> i.O.


    Für den Zeitraum ab 01.08.20 sollte

    Bedarf für Lebensunterhalt: 716€ eher 723 € stehen


    Anzurechnendes Einkommen des Auszubildenden


    Anzurechnendes Einkommen des Auszubildenden: 727,02€


    1. Summe: Ausbildungsvergütung: 18.387,60€ --> addiere die Bruttoausbildungsvergütung incl. ggfs. weihnachtsgeld o.ä. im Zeitraum


    3. Summe: Einkommen aus Summe 1 + 2: 18.387,60€


    4. Summe: Einkommen-, Kirchen-, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag: 214,66€

    18387,60/ 18 = 1021,53 gerundet

    1021,53-947= 74,53 gerundet

    74,53*0,16=11,93 gerundet

    11,9255*18 Monate=214,66 --> also i.O.

    5. Summe: Sozialpauschale: 3.916,56€

    21,3% --> scheint i.O.


    6. Altersvorsorgebeiträge gem. § 21 Abs. 1 S. 3 Nr. 5 BAföG: 0€


    7. Waisenrente: 0€


    8. Summe: Hilfen/ Unterhaltsleistungen: 0€


    Freibetrag gemäß § 67 Abs. 2 Nr. 3 SGB III (65€ für 18 Monate): 1.170€

    ab 01.08.19 65€

    ab 01.08.20 66€

    hier anscheinend nur der wert für 2019 berücksichtigt

    aber eher hast du hier nur unvollständige Angaben gemacht

    in der Berechnung ab dem 01.08.2020 sollte hier 1188 € stehen


    E: Anzurechnendes Einkommen des Auszubildenden: 13.086,39€ --> kein Kommentar


    Anzurechnendes Einkommen Lebenspartner / Eltern: 0€


    Bedarf minus einkommen --> gerundet auf volle euro (bei dir hier abgerundet --> i.O.)


    Ich kann daher bisher keinen Fehler entdecken.

    Allerdings kenne ich dein Einkommen nicht und auch die Angaben zu den Fahrkosten sind unbekannt.


    dms

  • Hallo,


    evtl. solltest du mal über Riesterente nachdenken.

    diese Aufwendungen werden berücksichtigt als Ausgaben und mindern dein anzurechnendes Einkommen.

    In deinem Fall könnte es dazu führen, dass du genauso viel mehr an BAB erhälst wie du für Riester monatlich zahlen musst.

    Also quasi umsonst.

    Frag da ruhig nochmal in der Agentur (und nicht ARGE) nach.


    dms

  • Es scheint alles wohl seine Richtigkeit zu haben. Zum Glück steigt das Gehalt von Jahr zu Jahr. Aber das erste Jahr wird echt hart finanziell...


    Da ich ja BAB bekommen steht mir ja Wohngeld und Co. nicht zu. :(

  • Zum Glück steigt das Gehalt von Jahr zu Jahr. Aber das erste Jahr wird echt hart finanziell...

    Dazu hab ich Mal eine allgemeine Frage. Wo findet man die Berechnungsgrundlage dafür?

    Denn für die Berechnung wird ein Mittelwert des Einkommens aus der gesamten Berufsausbildung verwendet. Das bedingt genau das Problem was Videl beschreibt.... finanzielle Engpässe am Anfang der Ausbildung.

    Sollte nicht die BAB Zahlung zu Beginn der Ausbildung am höchsten sein und mit zunehmenden Lehrjahr (zunehmenden Gehalt) die Zahlung abnehmen damit man von Bedarfsrechnung sprechen kann!?

  • Zitat

    Denn für die Berechnung wird ein Mittelwert des Einkommens aus der gesamten Berufsausbildung verwendet.


    Falsch.

    Es zählt der Einkommen im Bewilligungszeitraum. Dieser beträgt bei Berufsausbildung in der Regel 18 Monate.

    Rechtsgrundlage: § 67 Abs. 2 i.V.m. § 69 Abs. 1 Satz 2 SGB III


    Auch bei Videl wurde das Durchschnittseinkommen von 18 Monaten berücksichtigt.


    Zitat

    Sollte nicht die BAB Zahlung zu Beginn der Ausbildung am höchsten sein und mit zunehmenden Lehrjahr (zunehmenden Gehalt) die Zahlung abnehmen damit man von Bedarfsrechnung sprechen kann!?


    Das ist auch so.

  • Sollte nicht die BAB Zahlung zu Beginn der Ausbildung am höchsten sein und mit zunehmenden Lehrjahr (zunehmenden Gehalt) die Zahlung abnehmen damit man von Bedarfsrechnung sprechen kann!?

    Hallo Heinz87,


    beachte bitte das es sich um eine Beihilfe handelt, welche einmalig berechnet wird und für den Zeitraum gezahlt wird.

    Es gab Zeiten, da wurde immer nur für ein Jahr (Ausbildungsjahr) berechnet und bewilligt. Das Ergebnis dieser alten Regelung war,

    dass teilweise erst im Juni des nächsten Jahres die Leistung dann ab September des Vorjahres bis August des laufenden Jahres bewilligt und gezahlt wurde.

    Einer der Hauptgründe für diese verzögerte Bearbeitung war, dass alle, unabhängig vom Lehrjahr, jeweils zum 01. August oder 1. September einen Antrag gestellt haben.


    Dies war damals wohl personell nicht durch die Arbeitsämter zu stemmen. Daher kam dann die Verlängerung des Bewilligungszeitraum auf 18 Monate.

    Dies führte zu einer Entzerrung der Antragszahlen zum Beginn der Ausbildung. Es mussten dann auch nicht mehr 3 Anträge bei 3 Lehrjahren, sonder nur noch 2 Anträge gestellt werden.


    Es handelt sich hier um einen, vereinfacht gesagt, normierten Bedarf, der vom Gesetzgeber dem Betrag nach vorgegeben wird. Diesem Bedarf wird das

    voraussichtliche Einkommen des Auszubildenden und ggfs. das anzurechnende Einkommen weiterer Personen (Eltern, Ehegatte, Lebenspartner) gegenübergestellt.


    Da nicht ganz klar ist, was du mit Bedarfsrechnung bzw. mit Bedarf genau verstehst, bitte nicht

    mit dem realen Bedarf verwechseln. Dieser kann und wird bei jedem anders sein. Der Eine hat ein Handyvertrag für 50 Euro, der Andere nur für 20 Euro.

    Beide sehen dies als Bedarf an und der ist schon unterschiedlich.


    dms