Wohngeld, Haushaltsgröße

  • Hallo,


    ich fange denmächst eine Weiterbildung an, welche mit Meister-BAföG gefördert wird. Dort wurde mir gesagt, daß ich zusätzlich Wohngeld beantragen kann - und der Darlehensteil bei der Wohngeld-Berechnung nicht als Einkommen zählt.


    Jetzt aber eine andere Frage: Wie ist das mit der Haushaltsgröße? Überwiegend lebe ich allein, aber ich habe eine minderjährige Tochter, die an Wochenenden und in den Ferien bei mir schläft, und darum auch ein eigenes Zimmer bei mir hat. Reicht das, daß 2 Personen berücksichtigt werden? 1,5 Personen geht ja irgendwie schlecht, und das Zimmer, und die Kosten ist ja immer da, auch wenn meine Kleine bei der Mama ist.


    Und wie genau ist das mit dem Einkommen? Ich habe während der Weiterbildung (2 Jahre Vollzeit) auch Ferien, und da will ich dann auch arbeiten - ich weiß aber noch nicht, wie viel das sein wird. Anscheinend muss es mindesten so viel sein, daß davon meine Miete zu Hause gedeckt ist, wogegen ich das Zimmer auf dem Campus aus dem Meister-BAföG finanzieren kann.

  • Zitat

    ich habe eine minderjährige Tochter, die an Wochenenden und in den Ferien bei mir schläft


    siehe Nummer 5.41 WoGVwV


    Zitat

    Und wie genau ist das mit dem Einkommen? Anscheinend muss es mindesten so viel sein, daß davon meine Miete zu Hause gedeckt ist, wogegen ich das Zimmer auf dem Campus aus dem Meister-BAföG finanzieren kann.


    Es muss mindestens soviel sein, dass die Miete plus Lebensunterhalt gedeckt ist (sgn. Mindesteinkommen).

    Anders als bei der Wohngeldberechnung, wird bei der sgn. Plausibilitätsprüfung auch der Darlehensanteil des Aufstiegs-BAföG berücksichtigt.

  • also auf http://www.wohngeld.org findet sich das hier:


    Faustformel für das Mindesteinkommen

    Regelsatz zzgl. ggfls. Mehrbedarf (§ 21 SGB II) + Warmmiete (inkl. Heizkosten)

    Der Regelsatz beläuft sich nach § 20 SGB II ab 01.01.2017 auf 409 € (bei Alleinstehenden). Der Mehrbedarf nach § 21 SGB II kommt beispielsweise bei Schwangerschaften, Krankheit oder auch Alleinerziehenden zum Tragen. Hinzukommen können noch monatliche Belastungen wie Versicherungsbeiträge etc.

    Beim Wohngeldantrag reicht es aus, wenn der Antragsteller als Mindesteinkommen 80% der oben genannten Beträge erreicht.

    Zur Erreichung des Mindesteinkommens können alle finanziellen Mittel herangezogen werden, die der Antragsteller monatlich zur Verfügung hat, unabhängig davon, ob es als Einkommen im Sinne des Wohngeldgesetzes gewertet wird.


    Ist das so korrekt, oder inzwischen überholt?


    Wegen meiner Tochter muss ich also nachweisen, daß sie wenigstens 120 Nächte (1/3) bei mir schläft, um berücksichtigt zu werden. Meine Ex mir mir da nie was unterschreiben, welche "sonstigen Unterlagen" könne man denn zur Glaubhaftmachung beibringen? Ich muss da selber erst mal nachrechnen, wie viele Nächte das sind.

  • Der Regelsatz beträgt seit 2019 424 €. Da deine Tochter regelmäßig bei dir wohnt, ist auch für sie ein anteiliger Regelsatz zu berücksichtigten.

    Sind die Angaben insgesamt plausibel können die Regelsätze um 20 Prozent reduziert werden. Wobei hierauf kein Rechtsanspruch besteht.


    Da du während der Weiterbildung ein Zimmer auf dem Campus mietest, gehören beide Mieten in die Plausibilitätsprüfung. Wohngeld kannst du natürlich nur für deine Hauptwohnung beziehen. Die Kosten für das Zimmer können in der Wohngeldberechnung ggf. als Werbungskosten vom Einkommen abgesetzt werden.


    Zitat

    welche "sonstigen Unterlagen" könne man denn zur Glaubhaftmachung beibringen?


    Die Umgangsvereinbarung oder was du sonst so hast.