Steht mir Wohngeld zu? (Student)

  • Hallo,


    ich habe kein Bafög-Anspruch, weil ich über der Regelstudienzeit studiere.


    meine Wohnung:

    - Bezahle 570€ warm pro Monat



    Ausgaben:

    - Krankenversicherung 91€

    - Strom/Gas 80€



    meine Einnahmen:

    - Bis einschl. September verdiene ich 450€ pro Monat, was in Steuerklasse 1 abgerechnet wird.

    - Bis einschl. Oktober verdiene ich 334,95€ pro Monat, was in Steuerklasse 6 abgerechnet wird.

    - 250€ pro Monat von meinen Eltern

    - Meine Eltern bezahlen meine Studiengebühren


    Was nach dem September/Oktober ist, weiß ich nicht. Bislang ist dort noch kein Arbeitsvertrag vorhanden.



    Wie stehen meine Chancen auf Wohngeld? Verstehe den Rechnungsmechanismus auch nicht.


    Viele Grüße,


    Kickflip

  • Hallo,

    Bis einschl. September verdiene ich 450€ pro Monat, was in Steuerklasse 1 abgerechnet wird.

    - Bis einschl. Oktober verdiene ich 334,95€ pro Monat, was in Steuerklasse 6 abgerechnet wird.

    was bei einem Minijob keine Auswirkungen haben dürfte.


    Wie auch immer: wir reden bei Dir ab Einnahmen von 1.085 € (zur Not auch 1.000 €) weiter über das Wohngeld. Mit derzeitigen Einnahmen von 700 € bist Du von dieser Grenze noch weit entfernt.


    Gruß!

  • Danke für deine Antwort Hoppel.


    Was genau meinst du? Ehrlich gesagt verstehe ich deine beiden Sätze nicht. :)

    Verdiene ich zu wenig für Wohngeld?

  • Wie kommst du auf den Wert 1.085€ ?


    Faustformel für das Mindesteinkommen

    Regelsatz zzgl. ggfls. Mehrbedarf (§ 21 SGB II) + Warmmiete (inkl. Heizkosten)

    Der Regelsatz beläuft sich nach § 20 SGB II ab 01.01.2017 auf 409 € (bei Alleinstehenden). Der Mehrbedarf nach § 21 SGB II kommt beispielsweise bei Schwangerschaften, Krankheit oder auch Alleinerziehenden zum Tragen. Hinzukommen können noch monatliche Belastungen wie Versicherungsbeiträge etc.

    Beim Wohngeldantrag reicht es aus, wenn der Antragsteller als Mindesteinkommen 80% der oben genannten Beträge erreicht.



    Das macht bei mir:


    409€ + 570€ = 979€


    80% davon: 783,2€



    Außerdem:

    Zur Erreichung des Mindesteinkommens können alle finanziellen Mittel herangezogen werden, die der Antragsteller monatlich zur Verfügung hat, unabhängig davon, ob es als Einkommen im Sinne des Wohngeldgesetzes gewertet wird.


    Die 783,2€ erreiche ich durch die finanzielle Unterstützung meiner Eltern.



    Quelle: https://www.wohngeld.org/einkommen.html

  • Das macht bei mir: 409€ + 570€ = 979€ 80% davon: 783,2€


    Falsch.

    1. Der Regelbedarf beträgt seit 2019 424 €.

    2. Du hast deinen KV-Beitrag vergessen.

    3. Die 20% sind nur vom Regelbedarf abziehbar. Weder dein Vermieter, noch deine Krankenkasse wird sich mit 80% zufriedengeben. Abgesehen davon, besteht auf die 20% Abzug kein Rechtsanspruch. Sind dein Angaben nicht plausibel, bleibt es bei 424 €.


    424 € + 570 € + 91 € = 1.085 € bzw. mit 20% Abzug 1.000 €


    Allerdings verstehe ich das Problem nicht. Du schreibst, du hast 450 € + 334,95 € aus Erwerbstätigkeit und 250 € (plus X € anteilige Studiengebühren) Unterhalt von deinen Eltern. Damit erreichst du das Mindesteinkommen ohne Probleme.

  • Oben wurde geschrieben:


    Ja. Bei einem Mindesteinkommen von 1.085 € bist Du mit Deinen Einnahmen von 700 € so ungefähr 300 € entfernt von dem für das Wohngeld erforderlichen Mindesteinkommen.



    Weit entfernt?



    Nun schreibst du:

    Allerdings verstehe ich das Problem nicht. Du schreibst, du hast 450 € + 334,95 € aus Erwerbstätigkeit und 250 € (plus X € anteilige Studiengebühren) Unterhalt von deinen Eltern. Damit erreichst du das Mindesteinkommen ohne Probleme.


    Also erreiche ich das Mindesteinkommen von 1085 und habe damit Anspruch auf WG?

  • Das Problem ist, wenn ich in die Tabelle gucke für meine Lage:


    Mietstufe 4 -> Alleinige Wohnung -> Monatl. Einkommensgrenze: 955€


    Mindesteinkommensgrenze: 1085€


    Ergo-> kein Anspruch, weil sich das gegenseitig ausschließt?

  • Also erreiche ich das Mindesteinkommen von 1085 und habe damit Anspruch auf WG?


    Hoppel und ich haben deinen 1. Beitrag offensichtlich unterschiedlich verstanden.


    Wieviel Unterhalt bekommst du von deinen Eltern und wie hoch sind deine Studiengebühren?

    Erhältst du 250 € PLUS Studiengebühren, erreichst du das Mindesteinkommen. Sind die 250 € für die Studiengebühren, erreichst du es nicht.


    Aber es ist ohnehin egal, denn aufgrund deiner hohen Miete, trifft dies zu:

    Ergo-> kein Anspruch, weil sich das gegenseitig ausschließt?

  • Theo, du hast es richtig aufgefasst.


    250 € PLUS Studiengebühren

    Das ist korrekt.




    Bleibt mir wohl nichts anderes über als einen Mitbewohner in die Wohnung zu holen. Dann steigt die Einkommensgrenze für die Wohnung und die Miete für mich sinkt. :)

  • Hallo,

    Hoppel: Da das Einkommen beider Jobs addiert wird, handelt es sich hier nicht mehr um Minijobs.

    Für mich war weder ersichtlich, daß es sich um 2 Jobs handelt (ich ging von einer Einkommensminderung des einen Jobs ab September aus) noch, daß ZUSÄTZLICH zu den Studiengebühren weiterer Unterhalt gezahlt wird.


    Gruß!

  • Hallo,

    In den Tabellen ist die Einkommenshöchstgrenze doch von der Anzahl der Bewohner abhängig?

    nein. Sie ist abhängig von den Mitgliedern der Haushaltsgemeinschaft. Ein Mitbewohner, mit dem Du nicht verwandt oder liiert bist, ist jedoch kein Haushaltsmitglied. Und wenn er das wäre, würde sein Einkommen mit bei dem Wohngeld berechnet werden.


    Gruß!

  • Ich danke euch sehr.


    Zusammenfassend kann ich festhalten, dass Wohngeld in meinen Augen ganz großer Quatsch ist. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wer überhaupt einen Anspruch auf Wohngeld hat. Und wenn man den Anspruch um 10€ verpasst, bekommt man nichts. Verdient man 10€ weniger bekommt man plötzlich hunderte von Euros. Also das steht ja überhaupt nicht in Relation.

  • Hallo,

    Zusammenfassend kann ich festhalten, dass Wohngeld in meinen Augen ganz großer Quatsch ist.

    Naja - Deine Zusammenfassung ist eher ganz großer Quatsch. Es gibt hunderttausende Menschen in Deutschland, die Wohngeld erhalten und heilfroh darüber sind.

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wer überhaupt einen Anspruch auf Wohngeld hat.

    Das haben wir Dir nun ausführlich beantwortet.


    Verdient man 10€ weniger bekommt man plötzlich hunderte von Euros.

    Wer hat Dir denn den Blödsinn erzählt? Liegt man mit 10 € unter der Höchsteinkommensgrenze, bekommt man (wenn überhaupt) vielleicht 1 - 2 € Wohngeld. Und die werden dann auch nicht ausgezahlt, weil die Summe zu gering ist.


    Schade, daß Du nun unter der bisher sachlich geführten Diskussion so einen Blödsinn schreiben mußtest...


    Gruß!