EU-Bürger Anspruch auf Wohngeld?

  • Hallo,

    wann haben Eu Bürger einen Anspruch auf Wohngeld und wann haben sie keinen?

    Ganz konkret geht es um eine rumänische Familie, eine Frau mit drei Kindern.

    Die Kinder sind alle minderjährig. Außer Kinder und Elterngeld gibt es keine weiteren Einkünfte.

    Die Familie lebt schon seit mehr als 6 Monaten in Deutschland zur Miete.

    Gibt es ein mindest Einkommen was die Familie haben muss um einen Anspruch auf Wohngeld zu haben?

    Danke für die Hilfe!

    Martin

  • Hallo,

    d.h. sie muss ca 2000 Euro Einkommen (Ein Erwachsender) haben um Wohngeld zu bekommen? Abzüglich Kinder / Elterngeld dann 1100 Euro zusätzliches Einkomme haben um Wohngeld beantragen zu können, oder wird dies nicht angerechnet?


    Und ihre Schwester, 16 Jahre plus ein 0 Jahre altes Kind dann. 382 Euro + 245 Euro + 720 Euro Miete = ca 1350 Euro? Minus Kinder und Elterngeld dann ca 850 Euro?


    Langt es wenn das Einkommen von einem Dritten bereitgestellt wird, oder muss dies eigenes Einkommen sein?


    Wo kann ich diese Regelsätze finden?


    Danke,

    Martin

  • Hallo,


    nun ja - endlich rückst Du mal mit ein paar Infos mehr raus.

    16 Jahre plus ein 0 Jahre altes Kind dann. 382 Euro + 245 Euro + 720 Euro Miete = ca 1350 Euro?

    Nein.


    Die Rechnung würde dann bei 424 € Regelsatz für die Mutter + 339 € für die Schwester + 245 € für das neu geborene Kind + 850 € Warmmiete = 1858 € lauten. Wobei Du aber in der Ursprungsfrage von 3 Kindern geschrieben hast und es jetzt plötzlich nur noch 2 sind.

    Langt es wenn das Einkommen von einem Dritten bereitgestellt wird, oder muss dies eigenes Einkommen sein?

    Es kann auch Unterhalt gezahlt werden.


    Ansonsten wird mir dieses Thema hier etwas langatmig: Du schreibst mal etwas von einer 4-köpfigen, dann aber wieder nur von einer 3-köpfigen Familie. Du fragst mehrmals nach Zahlungen von Dritten, ohne Dich darüber auszulassen. Das sind alles sehr ungenaue Angaben, was meine Lust, hier noch zu antworten, ganz entscheidend mindert.

    Wo kann ich diese Regelsätze finden?

    Das sind die normalen Sozialhilfe-Sätze, die Du auf tausenden Internetseiten finden kannst. Die sich dann aber auch nicht davon unterscheiden, was ich hier nun mehrmals ausgeführt habe.


    Gruß!

  • Ich vermute es handelt sich hier um zwei Familien in zwei (?) Wohnungen.


    A mit drei Kindern -> 850 € Miete
    Schwester von A (16) mit Baby -> 720 € Miete


    Bleibt die Frage, wer bisher die Miete(n) bezahlt hat, wenn beide Frauen nur 300 € Elterngeld + Kindergeld haben.

  • Ja es sind zwei Familien.

    Eine hat drei Kinder plus bald ein viertes.


    Eine hat ein Kind, 5 Monate.

    Wegen der Schwester habe ich erst später nachgefragt, da ich zu Anfang davon ausging, dass sie Anspruch auf Hilfe vom Jobcenter hat, was wohl nun ungewiss ist (siehe unten).


    Davor haben sie zusammenwohnt, da waren die Mieten noch geringer, vor der Flüchtlingskrise und nur zwei Kinder.

    Die Wohnung mussten sie dann verlassen (unter anderem) wegen Eigenbedarf des Vermieters


    Mieten haben sie wohl zuvor von Eltern / Kinder Geld bezahlt, Essen dann vom betteln und das bestimmt 10 Jahre lang. Genaue Zahl weis ich nicht, doch ging die 16 Jährige wohl die komplette oder zumindest meiste Zeit in die Schule in Deutschland.


    Die 16 Jährige hatte die Aussage von der Schwangerschaftsberatung, dass sie Ansprüche auf Hilfe hat auch wenn sie paar Monate am Ende der Schwangerschaft zu ihrere Mutter geht nach Rumänien. Aber anscheinend hat sie diese Ansprüche nun verloren, da sie zwar in Deutschland gewohnt hat, aber für paar Monate nicht angemeldet war.

    D.h. die paar Monate die Sie bei ihrer Mutter war plus die paar Monate wo sie zwar zur Miete in Deutschland gewohnt hat, aber sich nicht angemeldet hatte, sie dachte wohl der Vermieter macht das, sind zusammen länger als 6 Monate. Miete und Strom kann sie nachweisen, dass sie bezahlt hat, davor in der alten Wohnung war sie wohl angemeldet.

    Nun lebt sie fast wider 6 Monate in Deutschland, aber anscheinend hat sie immer noch keine Ansprüche auf Hilfe/ Jobcenter?


    Nun stellt sich mir die Frage ob sie dann wenigstens Anspruch auf Hilfe durch Wohngeld hat?

    Mit einem Teil der Miete habe ich bisher geholfen.


    Da sie Deutsch besser spricht als Rumänisch, auch in Deutschland aufgewachsen ist, gute Chancen hätte die Schulbildung abzuschließen und auch ihre Freunde in Deutschland sind denke ich, dass es gut wäre wenn sie in Deutschland bleiben könnte.


    "Es kann auch Unterhalt gezahlt werden."

    Welche Verpflichtung geht man damit ein? Denn ich weiß derzeit nicht wie lange ich mir das finanziell noch leisten kann.

    Und wie hoch müsste die Unterhaltshilfe sein? 1350 Euro im Falle der 16 Jährigen mit ein Kind? Oder minus Kinder und Elterngeld dann ca 850 Euro?

    Beides klingt sehr hoch.


    Ist es so, dass in Deutschland man diese Sozialhilfe-Sätze als Einkommen haben muss um in Deutschland leben zu dürfen als Eu Bürger? Wenn ja muss dann nicht davon das Eltern, Kindergeld und eventuell zu bekommendes Wohngeld wieder abgezogen werden? So ganz erschließt sich mir die Logik noch nicht.


    Sorry, dass ich mich zu beginn so kurz gehalten habe, ich dachte, dass die Frage klar war.

    Weswegen ich fragte ist, da ich bis jetzt nirgendwo eine Einschränkung für ein Mindesteinkommen gefunden hatte, das man haben muss um Wohngeld zu bekommen, es aber ja anscheinend eine gibt?


    So stellt sich mir die Frage wie hoch ist dieses Mindesteinkommen das man haben muss, kann man Eltern / Kinder / Wohngeld davon wieder abziehen? Kann ein Dritter den restlichen Betrag als Unterhaltsbeihilfe geben und wenn ja, welche Verpflichtungen geht dieser damit ein?



    Alles Gute und vielen Dank für die Hilfe,

    Martin

  • Nun stellt sich mir die Frage ob sie dann wenigstens Anspruch auf Hilfe durch Wohngeld hat?


    Nein, da bei beiden Familien das Einkommen viel zu gering ist.

    Was ist mit Unterhalt von den Vätern der Kinder?


    Warum wurde ALG II abgelehnt? Die 16-jährige könnte auch versuchen, sich ans Jugendamt zu wenden.


    Welche Verpflichtung geht man damit ein? Denn ich weiß derzeit nicht wie lange ich mir das finanziell noch leisten kann. Und wie hoch müsste die Unterhaltshilfe sein?


    Mein Rat:

    1. Beide Frauen sollten sich dringend an eine Beratungsstelle vor Ort wenden. Unbedingt alle Unterlagen zum aktuellen Aufenthaltsstatus mitnehmen.

    2. Die 16-Jährige sollte sich unbedingt eine günstigere Wohnung suchen. Auch beim ALG II werden keine 720 € für 2 Personen übernommen.

    3. Vergesst Wohngeld, außer das Einkommen der Familien erhöht sich deutlich.


    Freiwillige Unterhaltszahlungen sind zwar schön, aber keine Dauerlösung. Zumal es hier nicht um 100 € geht, sondern um einen vierstelligen Betrag jeden Monat.


    In welchem Verhältnis stehst du zu der Familie?


    da ich bis jetzt nirgendwo eine Einschränkung für ein Mindesteinkommen gefunden hatte, das man haben muss um Wohngeld zu bekommen, es aber ja anscheinend eine gibt?


    Tz 15.01 tz § 15 WoGG VwV https://www.wohngeld.org/wohngeldgesetz-wogg/paragraph15.html


    Ist es so, dass in Deutschland man diese Sozialhilfe-Sätze als Einkommen haben muss um in Deutschland leben zu dürfen als Eu Bürger?


    Nein, es gibt kein Mindesteinkommen, um in D zu leben. Aber nicht jeder EU-Bürger hat automatisch Anspruch auf Sozialleistungen.

  • Ich kenne die beiden seit 2016 und versuch seitdem etwas zu helfen.

    Da ich derzeit die meiste Zeit im Ausland bin ist es jedoch recht schwer.


    Name des Vaters wurde angegeben, soweit mir bekannt wird da noch nichts gezahlt, weder von ihm, noch Ersatzleistungen, er lebt wohl in Rumänien.

    1. In zwei Wochen hat sie nun einen Termin bei der AWO, hoffe, das die sich besser auskennen als die Caritas, welche nur weiter verwiesen hat.

    Auch hat sie wohl einen Sozialanwalt beauftragt, jedoch wurde ihr Bescheid wohl trotzdem abgelehnt, da sie nicht angemeldet war.

    Somit stellt sich mir hier die Frage, ob die Anmeldung eine Zwingende Voraussetzung ist / war, oder ob man da "gerichtlich" etwas bewirken kann, da sie ja eine Bestätigung von Vermieter / Strom Zahlungen hat.

    2. Sehe ich auch so, da Wohnungen derzeit nicht leicht zu finden sind wäre wohl eine Mitbewohnerin das beste.

    3. Damit ich das nun verstehe:

    15.01:

    ..."Die Angaben können glaubhaft sein, wenn die hiernach zur Verfügung stehenden Einnahmen zuzüglich eines zu leistenden Wohngeldes 80 Prozent des Bedarfs nach dem SGB XII erreichen."...

    D.h.: ca. 1350 Euro im Falle der 16 Jährigen mit ein Kind minus Kinder und Elterngeld dann ca 850 Euro minus zu erwartendes Wohngeld, richtig?


    "Aber nicht jeder EU-Bürger hat automatisch Anspruch auf Sozialleistungen."

    Haben Sie eine Empfehlung wo man dazu weitere aktuelle Informationen findet?


    Danke für die Hilfe!

  • Haben Sie eine Empfehlung wo man dazu weitere aktuelle Informationen findet?


    https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/sozialleistungen-fuer-eu-auslaender-346428


    im Falle der 16 Jährigen mit ein Kind


    Wer hat das Sorgerecht für beide? Diese Person sollte anfangen ihre Verantwortung wahrzunehmen. Gibt es niemanden, kann sich die junge Frau ans Jugendamt wenden. Dort wird minderjährigen Müttern geholfen.

    Wer hat bisher überhaupt die Anträge für sie gestellt?

    Wie sieht es mit Schul-/Berufsausbildung aus? Stichwort: (Berufs-)Schulpflicht

    Wer hat den Mietvertrag unterschrieben? Diese Person muss ggf. die Miete zahlen. Ich bezweifle, dass eine 16-Jährige selbst einen Mietvertrag abschließen konnte. Noch dazu, wo sie über so gut wie kein Einkommen verfügt.



    Hat die ältere Schwester jemals ALG II beantragt? Was ist mit ihrem Partner? Da sie ein Kind unter einem Jahr hat und wieder schwanger ist, unterstelle ich mal, dass es einen Partner gibt, auch wenn er nicht mit in der Wohnung lebt. Er wäre vorrangig unterhaltspflichtig.