Frage bzgl. Ausbildungsgeld

  • Hallo,


    ich habe eine Frage zum Ausbildungsgeld:


    Ich bin fast 26 Jahre alt und bin derzeit leider seit sechs Monaten krankgeschrieben (mit Klinikaufenthalt). Während dieser Zeit ist leider auch mein befristeter Arbeitsvertrag ausgelaufen. Wenn ich hoffentlich nicht weiter krankgeschrieben werden muss, würde ich Arbeitslosengeld I erhalten. Ich überlege aber vielleicht doch noch einmal eine Ausbildung zu beginnen und hoffentlich auch diesmal zu absolvieren. Ich hatte dies vor meiner zweijährigen Berufstätigkeit schon mehrfach probiert, ich konnte diese aber leider nie abschließen. Ich habe nun gehört, dass es geförderte Rehaausbildungen gibt, ob ich dafür überhaupt in Frage komme, muss wohl die Arbeitsagentur entscheiden, ärztlicherseits denkt man, dass dies sicher möglich wäre.


    Nun stellt sich mir aber die Frage nach der Finanzierung, da ich nicht mehr bei meinen Eltern, sondern alleine in einer Wohnung lebe, für die ich die laufenden Kosten wie Miete etc. zu decken habe.


    Arbeitslosengeld I würde ich dann ja wohl nicht erhalten, sondern ein Ausbildungsgeld, wenn ich das richtig verstanden habe. Würde das Einkommen meiner Eltern (geschieden und getrenntlebend) dann in meinem Fall auf mein Ausbildungsgeld angerechnet werden oder nicht, da ich schon allein lebe!? (Elternunterhalt würde ich nämlich eigentlich nicht wollen.)


    Und wie hoch wäre dann mein Anspruch auf Ausbildungsgeld in etwa? Das wäre sehr wichtig für mich, da ich bei einer Reha-Ausbildung ja keine Ausbildungsvergütung erhalten würde, ich müsste also mit dem Ausbildungsgeld meine laufenden Kosten finanzieren können. Für eine Ausbildung wäre nun wohl der letzte Zeitpunkt, daher erwäge ich diesen Schritt. 372 Euro Grundbedarf plus Miete!? Oder gäbe es in meinem Fall bei Arbeitslosengeld I-Anspruch doch dieses weiter oder AG II? Evtl. käme auch eine Umschulung in Betracht, ich weiß jedoch auch nicht wie die finanziert werden würde.


    Wäre prima, wenn ihr meine Fragen dazu beantworten könntet.


    Vielen Dank!

  • Hallo,


    wenn Du eine geförderte Reha-Ausbildung machen kannst,

    dann richtet sich der Bedarf nach § 123 Abs. 1 Nr. 4 SGB III

    Zitat

    bei anderweitiger Unterbringung ohne Kostenerstattung für Unterbringung und Verpflegung der jeweils nach § 13 Absatz 1 Nummer 1 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes geltende Bedarf zuzüglich 166 Euro monatlich für die Unterkunft; soweit Mietkosten für Unterkunft und Nebenkosten nachweislich diesen Betrag übersteigen, erhöht sich dieser Bedarf um bis zu 84 Euro monatlich.


    Allerdings ändert sich das bestimmt, wenn die nächste BAföG-Reform in Kraft tritt.


    Ggfs. käme aber auch Übergangsgeld in Frage (siehe §§ 119 ff SGB III).


    Es wäre bestimmt hilfreich, bereits jetzt schon mal bei der Agentur für Arbeit diesbezüglich sich anzumelden.

    Wenn Ärzte was denken, muss dies nicht unbedingt, gerade bei beruflicher Reha, wegweisend sein.


    dms

  • Hallo,

    ...

    Allerdings ändert sich das bestimmt, wenn die nächste BAföG-Reform in Kraft tritt.

    ......

    dms

    Aufgrund der anstehenden BAföG-reform wird das SGB III dahingehend angepasst

    (Berufsausbildungsbeihilfe- und Ausbildungsgeld-Anpassungsgesetz – BABAb-gAnpG),

    dass eine noch strengere Verweisung auf das BAföG erfolgt.


    Der von mir zittierte Absatz sollte dann wie folgt lauten:


    bei anderweitiger Unterbringung außerhalb des Haushalts der Eltern oder eines Elternteils der jeweils nach § 13 Absatz 1 Nummer 1 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes geltende Bedarf zuzüglich des jeweils geltenden Bedarfs für die Unterkunft nach § 13 Absatz 2 Nummer 2 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes; § 128 mit Ausnahme der Erstattung behinderungsbedingter Mehraufwendungen findet in diesem Fall keine Anwendung.


    noch ein Hinweis zum BABAbgAnpG

    Durch die Regelung wird die Anpassung der Bedarfssätze und Freibeträge sowie weiterer Anpassungen bei der Berufsausbildungsbeihilfe und beim Ausbildungsgeld ab dem 1. August 2019 und die Anpassung der Bedarfssätze und Freibeträge ab dem 1. August 2020, sowie ab 1. August 2021 auch für die laufenden Bewilligungen vorgesehen.


    Hier kannst du dir den Gesetzesentwurf mit Erläuterungen anschauen.


    dms

    PS: ein bißchen Googlen überlasse ich dir, hinsichtlich der Höhe des Ausbildungsgeldes auf Basis der Werte des (neuen) BAföG