Vorausleistung nach Formblatt 8

  • Hallo liebe Community!

    Ich bin ziemlich sauer: ich kämpfe schon seit fast einem Jahr um mein Bafög.
    Im September habe ich mein Studium aufgenommen, leider ein ziemlich teurer Studiengang (Design) und auch noch in einer Großstadt, wo die Mieten hoch sind.
    Vor dem Studium habe ich eine lange Schulzeit hinter mich gebracht (1 Jahr Hauptschule, 6 Jahre Realschule, 3 Jahre Gymnasium, eine 3-jährige Ausbildung und 2 Monate Vollzeit gearbeitet, was als Übergang zum Studium diente). Während dieser Zeit durfte ich bei meinen Eltern wohnen, musste keine Miete bezahlen, Nebeneinkünfte durfte ich behalten (hatte auch schon Versicherungen etc.) - nur das Kindergeld diente meinen Eltern für ihren Kredit (Hauskredit).
    Wie gesagt, kämpfe ich seit Juni 2018 um mein Recht. Meine Eltern verdienen brutto gesehen nicht schlecht, allerdings sind sie durch den Kredit an viele Vereinbarungen gebunden (Hauskauf ohne Eigenkapital; viele Sicherheiten - das Gehalt meiner Eltern dient auch sozusagen als Sicherheit, weshalb sie "so viel brutto" verdienen müssen).
    Es ist ihnen nicht möglich, mir den Betrag jeden Monat zu zahlen, den das Bafög-Amt von meinen Eltern verlangt hat.

    Wir wurden im November beraten, Formblatt 8 auszufüllen und darauf zu hoffen, dass auf elternunabhängiges Bafög entschieden wird (trotz des Kindergelds). Leider ist das nicht so gekommen, wie erhofft. Anfang März kam eine große Nachzahlung (für 7 Monate) - sozusagen für das erste Semester. Wir dachten schon, dass sich die Sache geklärt hat. Danach kam der Bescheid, der ziemlich komisch aussah. Als ich versuchte meine Sachverständige telefonisch zu erreichen, bekam ich sie nie dran. Ständig besetzt. Kommenden Montag wollte ich zu ihr ins Büro, damit sie mir den Sachverhalt erklären kann. Das hat sich jetzt erübrigt: meine Eltern haben heute einen Brief bekommen, in dem die Summe, die mir Anfang März überwiesen wurde, sofort von ihnen zurückverlangt wird.
    Wir sind im Vorleistungsverfahren gelandet, dass für uns absolut sinnfrei ist. Das eigentliche Problem ist mein Kindergeld, dass ich direkt ausgezahlt bekomme (bekomme es aber nur noch bis Ende September 2019, weil ich im Oktober 25 werde und somit mein Anspruch auf Kindergeld verfällt). Ohne Kindergeld hätte ich - laut meiner Sachverständigen - sofort elternunabhängig beantragen können. Woher sollten wir das wissen? Ich komme aus einer Arbeiterfamilie - ich bin die erste die studiert! Und zudem ist das Amt anscheinend immer noch der Meinung, dass meine Eltern zu viel verdienen - weshalb es zu dieser Vorleistungssituation kam.


    Ich sehe einfach nicht ein, dass meine Eltern 1) mich noch finanziell unterstützen müssen (gerade in ihrer Situation) und 2) dass ich alle drei Monate beim Amt hocken und mich mit ihnen rumschlagen muss. Deshalb zahle ich meinen Eltern den Betrag (den ich als "Bafög-Nachzahlung" bekommen habe) zurück, damit sie es ans Amt bezahlen können. Das ist absolut unsinnig, weshalb ich eigentlich aus diesem seltsam-unsinnigen Bafög-System aussteigen möchte. Ich muss mich auf mein Studium konzentrieren und habe deshalb besseres zu tun, als mit dem Amt zu streiten und mich durch die Regelstudienzeit durchhetzen zu lassen.

    Hat jemand eine Ahnung, wie ich aus dem Teufelskreis wieder rauskomme? Das Geld müssen meine Eltern ja sowieso voll zurückzahlen, also könnte man das ganze ja auch beenden.
    Bzw. weiß jemand, ob ich ab Oktober einfach elternunabhängig Bafög beziehen kann? Dann würden wir das ganze bis dato so laufen lassen.
    Ich habe keine Ahnung mehr, wie ich mir das ganze sonst finanzieren soll. Bin weit weg von zu Hause, meine Eltern könnten mich noch nicht mal mit Sachleistungen unterstützen, wie Essen usw., weil die eine Riesenstrecke zurücklegen müssten. Außerdem arbeiten sie in Schichtarbeit und können mich nicht besuchen kommen. Habe ab nächsten Monat Gott sei Dank einen Nebenjob auf 450€-Basis, damit käme ich zumindest zeitweise über die Runden. Statt Bafög würde ich mich jetzt lieber für ein Stipendium bewerben (meine Noten sind ziemlich gut) oder als studentische Aushilfe mehr als 450€ verdienen (ginge ja, wenn ich kein Bafög mehr bekäme) - dann wäre ich meine Probleme los.

    Würde mich über schnelle Hilfe sehr freuen.

    Grüße!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von samlfox ()

  • Die Voraussetzungen für elternunabhängiges BAföG erfüllst du nicht. Da fehlen dir 3 Jahre Erwerbstätigkeit. Und die lange Schulzeit hat wohl jeder hinter sich.


    Wer hat denn geraten den Vorausleistungsantrag zu stellen?


    Du siehst es nicht ein, dass deine Eltern für dich zahlen sollen? Warum sollte der Steuerzahler dann für dich aufkommen?