Bafög Berechnung meiner Tochter

  • Hallo,

    meine Tochter ist 25 Jahre selbst 2 Kinder unter 10 Jahren. Sie macht Ihre Erstausbildung. Laut dem berechneten Bescheid vom Bafög Amt müssen wir Eltern für Ihren Unterhalt aufkommen. Was auch grundsätzlich in Ordnung für mich ist. Sie erhält kein Bafög laut Bescheid. So meine eigentliche Frage ist bei Ihrem Grundbedarf wird der Kinderbetreuungszuschlag mit gerechnet 260 Euro. Umgelegt wird dieser auch auf meinen Exmann und mich. Jetzt finde ich aber nur, dass dies ein rein "staatlicher Zuschuss" ist und gewährt wird wenn man "Bafög" erhält, bekommt sie aber ja nicht. Warum wird dieser Betrag auf die Großeltern umgelegt? Den Restbetrag zum Leben, erhält sie durch Kindesunterhalt, Kindergeld und ALG 2. Am Amt sagten sie mir sie können Bafög nur mit diesem Kinderbetreuungszuschlag berechnen und meine Tochter soll einen Vorrauszahlungantrag stellen und dann wird das nochmal geprüft. Etz weis ich gar nicht was ich machen soll? Soll ich einen Teil zahlen ohne den Kinderbetreuungszuschlag? soll ich gar nix zahlen? Bin langsam echt ein bisschen am Verzweifeln.

    Für Eure Antworten vielen Dank

  • Hallo,


    BAföG ermittelt einen Betrag (dazu gehört auch der Kinderbetreuungszuschlag).

    Dieser Betrag ist der gesetzlich definierten Bedarf.


    Diesem Bedarf wird das verfügbare Einkommen deiner Tochter, deren Ehepartner/

    Lebenspartner und zuletzt das der Eltern solange gegenübergestellt, bis eines von

    Beiden aufgebraucht ist.


    Bleibt noch ein Bedarf übrig ist das das zu zahlende BAföG.

    Ist der Bedarf auf 0,00 Euro oder niederiger gemindert, weil soviel Einkommen vorlag,

    so gibt es eine Ablehnung.


    Am Amt sagten sie mir sie können Bafög nur mit diesem Kinderbetreuungszuschlag berechnen und meine Tochter soll einen Vorrauszahlungantrag stellen und dann wird das nochmal geprüft.


    Beim Vorauszahlungsantrag wird die ganze sache u.U. anders gesehen.

    Hierbei wird ggfs. auch die unterhaltsrechtliche Regelungen einbezogen,

    und danach kann sich ein anderes Bild ergeben.


    Aber vielleicht können die BAföG-Profis das besser und näher erläutern.


    dms

  • Laut dem berechneten Bescheid vom Bafög Amt müssen wir Eltern für Ihren Unterhalt aufkommen.


    Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass im BAföG-Bescheid auch der zu zahlenden Unterhalt festsetzt wird.


    Der zu zahlende Unterhalt wird allein aufgrund der familienrechtlichen Berechnung ermittelt. Die ausgewiesenen Unterhaltsbeträge im BAföG-Bescheid sind nicht relevant.


    Der angemessene Gesamtunterhaltsbedarf eines Studierenden, der nicht bei seinen Eltern oder einem Elternteil wohnt, beträgt in der Regel monatlich 735 € plus ggf. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversichercherung (Anmerkungen 7 und 9 zur Düsseldorfer Tabelle).


    Etz weis ich gar nicht was ich machen soll?


    Aufgrund deines Beitrags lässt sich nicht einschätzen, ob die Eltern noch unterhaltspflichtig sind. Wenn ja, setzt ihr den Unterhalt nach den familienrechtlichen Bestimmungen fest. Wenn nein, kann eure Tochter Vorausleistung beantragen.

    Seit ihr nicht sicher, kann Vorausleistung beantragt werden und dann prüft das BAföG-Amt inwieweit die Eltern noch unterhaltspflichtig sind.

    https://www.bafoeg-aktuell.de/bafoeg/bafoeg-vorausleistungen.html


    Da für eure Tochter kein Anspruch auf Kindergeld mehr besteht, könnt ihr Unterhaltsaufwendungen für sie (nicht für die Enkel!) nach § 33a EStG steuerlich geltend machen.