Student nach Ausbildung - Chance auf Wohngeld oder BAföG?

  • Hallo liebe Community,


    ich hoffe ihr könnt mir helfen.
    Ich habe eine abgeschlossene Ausbildung (in einem Beruf, in dem ich keinesfalls nochmal arbeiten möchte) und war seinerzeit so doof auf Anraten meiner Eltern ein Studium anzufangen, dass die Ausbildung gut ergänzt hätte. Nach zwei Semestern habe ich dann das Studium gewechselt und bin mittlerweile im neuen Studium superhappy.

    Mittlerweile bin ich im 8. Bachelorsemester (+2 aus dem alten Studium) und sollte nach diesem Semester in den Master wechseln.

    Leider hatte ich etwas Pech, hab die Diagnose Morbis Crohn bekommen, mir das Kreuzband gerissen, usw. weswegen alles ein wenig länger gedauert hat.


    Ich bin mittlerweile 26 Jahre alt und verdiene 380€ neben der Uni.


    Habe ich eine Chance auf Wohngeld oder sogar BAföG?

    Oder irgendeinen anderen Zuschuss um irgendwie über die Runden zu kommen (notfalls auch auf 20qm im grauen Blockbau).

    Ich muss dringend ausziehen, mein Vater verdient zwar ziemlich gut aber wohnungstechnisch fördern würde er mich leider nicht. Die Beziehung ist miserabel...


    Lieben Dank für eure Antworten.

  • Hast du denn bisher kein Bafög bekommen oder keinen Antrag gestellt?

    Die Regelstudienzeit beträgt wahrscheinlich 6 Semester, womit du nicht mehr Bafög berechtigt bist.

    Falls du ein Kranksemester anerkannt bekommst, wird die Regelstudienzeit verlängert.

    Um Wohngeld zu erhalten musst du aber ein Bafög Ablehnungsbescheid vorlegen. Das heißt du musst Bafög sowieso beantragen auch wenn du schon weißt, dass du es nicht bekommst.

    Dein Vater ist soweit ich es weiß auch nicht mehr förderungspflichtig, da du bereits deine erste Ausbildung abgeschlossen hast.

    "Eltern sind in der Regel nur bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet"

  • Hallo,

    Um Wohngeld zu erhalten musst du aber ein Bafög Ablehnungsbescheid vorlegen. Das heißt du musst Bafög sowieso beantragen

    nein, es muß kein BaföG neu beantragt werden. Sofern die Förderungshöchstdauer überschritten ist, reicht ein Negativbescheid.

    Dein Vater ist soweit ich es weiß auch nicht mehr förderungspflichtig

    Sehe ich nicht so. Laut Angaben des TE wurde er von den Eltern in das erste Studium gedrängt. Abgesehen davon ist ein Studium die höherwertigere Ausbildung, bei der durchaus Unterhalt in Betracht kommen könnte. Das kann jedoch aus der Ferne nicht sicher beurteilt werden. Hier wäre eine Beratung bei einem Fachanwalt empfehlenswert, ggf. mit einem Beratungsschein.

    Habe ich eine Chance auf Wohngeld

    Nein, sofern Du tatsächlich nur 381 € an Einnahmen hast.


    Gruß!

  • Vielen Dank für eure Antworten.


    Hast du denn bisher kein Bafög bekommen oder keinen Antrag gestellt?

    Ich habe bislang nie einen Antrag gestellt, da ich immer davon ausgegangen war, dass es zwecklos sei.

    Falls du ein Kranksemester anerkannt bekommst, wird die Regelstudienzeit verlängert.

    Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Meint ihr, dass man so etwas bei der Uni beantragen kann? Krankenhausaufenthalte, zeitweise Immobilität und Krankengymanstik habe/ hatte ich ja.

    Nein, sofern Du tatsächlich nur 381 € an Einnahmen hast

    Derzeit sind es als SHK eben tatsächlich nur 381€. Sobald ich den Master hätte, würde die Vergütung automatisch angehoben.
    Um endlich selbstständig wohnen zu können, würde ich ggf. auch einen weiteren Nebenjob anfangen. Soweit ich weiß dürfte ich bis 850€ bei max. 20 Stunden die Woche arbeiten. Wie viel monatlichen Verdienst müsste ich denn etwa erreichen, um Wohngeld zu beantragen?


    Abermals vielen Dank für eure Hilfe!

  • läßt sich nicht sagen, da Du über die Höhe der Warmmiete schweigst

    Ich wollte erstmal hören, ob und unter welchen Voraussetzungen ich grundsätzlich Wohngeld beantragen kann. Es macht wenig Sinn eine Wohnung mit meinen jetzigen Einkünften, ohne Zuschüsse, zu mieten. Ich hatte allerdings bereits generell schon mal nach Wohnungen geschaut. Warm sollten es überschlagen keinesfalls mehr als 400 sein.

  • Mein Tipp, wie du vorgehen könntest:

    Stell einen Antrag auf BAföG und prüfe, ob aufgrund deiner Erkrankungen eine Förderung über die Regelstudienzeit hinaus möglich ist. Dies kannst du auch tun, solange du noch bei deinen Eltern lebst.

    Wird Einkommen deiner Eltern angerechnet und sie verweigern nach deinem Auszug den Barunterhalt, kannst du Vorausleistung beantragen.


    Besteht dem Grund nach kein Anspruch auf BAföG, informiere dich über einen Kfw-Studienkredit.