Wohngeld/Kinderzuschlag in der Ausbildung mit Kind (alleinerziehend)

  • Hallo in die Runde,



    Zugegeben, recht spezifische Frage, aber ich komme nicht weiter.


    Meine Freundin (23) ist mit Kind (3) nun auf Wohnungssuche. Zur Zeit sind beide Eltern noch in der jetzigen Wohnung gemeldet, welche zum 1.10. gekündig ist.

    Sorgerechtstreit wird es nicht geben. Beide haben ein gutes Verhältnis zueinander. Somit auch keine Unterhaltszahlungen? Dennoch gilt sie dann als alleinerziehend, auch wenn der Sohn bei beiden Elternteilen Zeit verbringt?


    Sie ist in der Ausbildung und hat ca. 900€ netto zur Verfügung (mit Schichtzulagen bereits eingerechnet: Zählen die überhaupt? Glaube reines Bruttoeinkommen würde reichen?), dazu kommen 2x Kindergeld (für sie und den Kleinen).

    Der Vater ist Vollverdiener und übernimmt weiterhin die Kita-Kosten (~250€/Monat).


    Ich versuche, sie so gut es zu unterstützen, was nicht immer leicht ist, da sie momentan echt in allem das Negative sieht. Unterstützung von ihren Eltern lehnt sich kategorisch ab, weil sie nicht abhängig sein will.

    Auch will sie keinen Unterhalt, weil der Kleine bei beiden unterkommen soll.


    Ich hab mich jetzt ein wenig eingelesen, welche Möglichkeiten es gibt.


    BAföG scheidet aus, da dort das Gehalt ihrer Eltern eine Rolle spielt. Leben beide getrennt. Beide neu verheiratet. Und sie will ihre Eltern da nicht mit reinziehen.

    Für BAB gilt das Gleiche, so wie ich das sehe.


    Ich halte Wohngeld für eine echte Alternative. Normalerweise bekommt man dieses ja nicht in der Ausbildung, aber es ist wohl möglich, wenn Kinder mit im Haushalt wohnen?

    Problem an der Sache ist, dass sie ja noch keine neue Wohnung hat und nun gefangen ist, sich keine neue, teurere Wohnung such zu können, wenn sie nicht weiß, ob ihr Hilfen zustehen.

    Die Anlagen für Wohngeld verlangen ja, dass der Vermieter die Daten wie Miete und Nebenkosten einträgt. Hat sie ja noch nicht.


    Kann man vorab einen Wohnberechtigungsschein beantragen? Der gilt aber auch nur bis zu einer bestimmten m² Anzahl, so wie ich das sehe. Und was würde ihr das bringen?

    Sie will natürlich jetzt unbedingt eine möglichst günstige Wohnung suchen, weil natürlich nicht automatisch davon ausgegangen werden kann, dass Wohngeld oder andere Zuschläge gezahlt werden, da hat sie natürlich recht, aber ich will auch nicht, dass sie in einer kleinen Bruchbude unterkommt.


    Als weitere Alternative habe ich jetzt vom Kinderzuschlag gelesen, der unabhängig vom Wohngeld genehmigt werden kann?


    Rein rechnerisch würde ich lediglich ihr Brutto-Gehalt angeben, wenn ich Wohngeld und Kinderzuschlag berechne, oder?

    Kindergeld und Zuschlag wären nicht anzugeben, oder? Natürlich sollte man das beim Antrag aber angeben?



    Ich hielte es immer noch am Sinnvollsten, wenn sie einfach ein wenig finanzielle Hilfe für die letzten zwei Jahre Ausbildung zulassen würde, aber sie will sich das jetzt alles selber beweisen.


    Es ist alles grade so unglaublich kompliziert.


    Ich freue mich über jeden Ratschlag, damit ich ihr ein wenig die Sorgen nehmen kann.

  • Hallo,

    Beide haben ein gutes Verhältnis zueinander. Somit auch keine Unterhaltszahlungen?

    die Logik verstehe ich gerade nicht. Was hat ein gutes Verhältnis mit der Unterhaltspflicht zu tun?


    dazu kommen 2x Kindergeld (für sie und den Kleinen).

    Nein. Es kommt wahrscheinlich einmal Kindergeld für die Tochter und einmal Unterhalt für die Mutter in Betracht.

    Ich halte Wohngeld für eine echte Alternative.

    Da hälst Du etwas für falsch. Wohngeld ist gegenüber einer Ausbildungsförderung nachrangig. Das bedeutet, daß erst einmal die Ausbildungsförderung zu beantragen ist. Dabei ist es ohne Interesse, ob das nun gewollt wird oder nicht.

    Kann man vorab einen Wohnberechtigungsschein beantragen?

    Hat zwar nichts mit Wohngeld zu tun, aber ja.


    Kindergeld und Zuschlag wären nicht anzugeben

    Selbstverständlich sind diese anzugeben - so wie alle Einnahmen generell anzugeben sind.


    Gruß!

  • Danke für die Auskunft.


    Nur um Missverständnisse zu vermeiden:


    Zunächst prüfen, ob ihr BAB zusteht.

    Das ist vorrangig zu beantragen?


    Dies hängt aber auch vom Verdienst ihrer Eltern ab?

    Wenn diese gut genug verdienen, müssten diese sie unterstützen zahlen bzw. wird BAB dann nicht gewährt?

    Wenn ihr kein BAB zustünde, müssten ihre Eltern sie unterstützen? Sie lehnt das wie gesagt partout ab.


    Nur, weil sie es verweigert, das dann azunehmen, steht ihr dann natürlich nicht automatisch Wohngeld zu.


    Zusammengefasst:

    Steht ihr kein BAB zu, müsten ihre Eltern sie finanziell unterstützen?

    Steht ihr rechnerisch BAB zu, wäre ihr ja ggf. zu Teilen schon ein wenig weitergeholfen.


    Wohngeld gibt es nicht, wenn BAB genehmigt,

    Wohngeld könnte man nur beantragen, wenn ihr kein BAB zusteht und ihre Eltern sie nicht unterstützen wollen?

    Können diese sich so einfach aus der Verantwortung ziehen? Egal. ob sie das gut oder schlecht findet.

    Wohngeldberechnung:

    Sie hat ihr Grundeinkommen (Ausbildung), welches ich bei der Berechnung Brutto angebe.

    Bei der reinen Berechnung von Wohngeld gebe ich das Kindergeld ja nicht mit an?

    Bei der Beantragung natürlich, so wollte ich es sagen. Danke für die Korrektur.


    Mit 2x Kindergeld meine ich das, was du sagst. Einmal das von ihrer Mutter an sie und einmal das für ihren eigenen Sohn.


    Einen WBS-Antrag werde ich ihr mal vorläufig ausfüllen. Evtl. muss ich ma da aber mal beraten lassen und selber anrufen?


    Wenn beide das Sorgerecht haben und das Kind bei beiden Teilen gleichzeitig aufwächst, steht ihr dann dennoch Unterhalt zu?


    Ist Kinderzuschlag eine Option für Sie? Oder steht das auch hinter der BAB?


    Für mich ist das gerade alles super schwierig, da ich versuche, ihr so gut es geht beizustehen, aber natürlich auch nicht alles sofort lösen kann.

    Die Gesetzeslage ist nicht immer einfach für mich zu deuten. Gerade bei der Wechselwirkung zwischen all den Zahlungen, die in Frage kommen würden.


    Wie geht man am Besten vor, um all das mal durchzurechnen und zu schauen, was ihr zusteht?

    Anruf bei der Familienkasse oder wer ist zuständig? Kann ich mich da beraten lassen, auch, wenn es nicht um mich geht?


    Danke für jegliche Hilfe.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Che () aus folgendem Grund: Kleine Korrekturen.

  • Hallo,

    Das ist vorrangig zu beantragen?


    Dies hängt aber auch vom Verdienst ihrer Eltern ab?


    Wenn diese gut genug verdienen, müssten diese sie unterstützen zahlen bzw. wird BAB dann nicht gewährt?


    Wenn ihr kein BAB zustünde, müssten ihre Eltern sie unterstützen? Sie lehnt das wie gesagt partout ab.

    BAB ist gegenüber dem Wohngeld vorrangig. Ob nun der Auszubildende "keine Unterstützung" der Eltern haben will, ist nicht relevant.

    Nur, weil sie es verweigert, das dann azunehmen, steht ihr dann natürlich nicht automatisch Wohngeld zu.

    In einem solchen Fall dürfte das fiktive BAB angerechnet werden. Oder eben auch der fiktive Unterhalt der Eltern.


    Nochmal im Klartext: man kann nicht einerseits auf die Unterhaltspflichten der Eltern verzichten, um andererseits gleichzeitig Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen, weil man eben auf die Unterhaltspflichten egal aus welchen Gründen verzichten will.

    Wohngeld gibt es nicht, wenn BAB genehmigt,

    Das habe ich nicht geschrieben. Durch das Kind könnte durchaus ein Wohngeldanspruch bestehen, bei dem aber - wie auch schon geschrieben - die Frage nach dem BAB eine Rolle spielt.


    Gruß!