Mindesteinkommen PKV und Semesterbeiträge

  • Hallo liebe Community,


    ich habe Wohngeld beantragt und muss nun alle erforderlichen Unterlagen einreichen.

    Dabei bin ich mir über die Berechnung meines MEKs ziemlich unsicher.


    Folgende Daten:

    -Student, nicht mehr bafögberechtigt.

    -330€ Kaltmiete.

    -Höchste Mietstufe.

    -240€ aus einem Minijob.

    -Vermögen von 2.500€.


    -PKV i.H.v. 166€ im Monat zahlen meine Eltern.

    -Ebenso Semesterbeiträge i.H.v. 50€ im Monat (umgerechnet).

    --> Da beide Posten meine Eltern zahlen, zählen die 216€ als Unterhalt und werden als "Einkommen" mitberechnet. Soweit klar.


    Jetzt meine Frage:

    Werden aber auch für die Berechnung meines MEKs die PKV und die Semesterbeiträge herangezogen? Ich habe dazu im Internet widersprüchliches gelesen.

    Aber eigentlich nicht, da die PKV und die Semesterbeiträge ja von meinen Eltern übernommen werden, richtig?



    Für mein MEK würde ich also folgende Rechnung aufmachen:

    416€ Regelsatz + 328€ Miete = 744€ MEK, welches ich erreichen müsste.


    240€ Lohn + 216 € "Unterhalt" für Uni, PKV + 208 € Vermögen (2.500€ auf 12 Monate umgelegt) + 210€ fiktives Wohngeld = 874€


    Somit würde ich über dem Mindesteinkommen liege. Stimmt das so?



    Vielen Dank schon mal im Voraus!

  • Hallo,

    Werden aber auch für die Berechnung meines MEKs die PKV und die Semesterbeiträge herangezogen? I

    ja.

    Stimmt das so?

    Nein. Dein Mindesteinkommen dürfte wesentlich höher liegen, da Du eben nicht die PKV und Semesterbeträge, aber auch nur die Kaltmiete verwendet hast. Auch dürfte das von Dir genannte fiktive Wohngeld zu hoch ausfallen und ist nicht so einfach auf das Mindesteinkommen anrechenbar.


    Gruß!

  • Werden aber auch für die Berechnung meines MEKs die PKV und die Semesterbeiträge herangezogen?


    Die PKV wird beim MEK mit eingerechnet.


    416€ Regelsatz + 328€ Miete + ? € NK + 166 € PKV = ? € MEK

    240€ Lohn + 216 € "Unterhalt" + 208 € Vermögen = 664 €


    Somit liegst du deutlich unter dem Mindesteinkommen.






  • Danke schon mal für Euren schnellen Antworten, Hoppel und Theo!



    Okay, das ist natürlich ärgerlich, dass die PKV auch in das MEK einfließt.


    Die Heizkosten hatte ich jetzt gar nicht aufgeführt, weil ich die direkt an den Anbieter zahle und das Amt bisher gar nicht danach gefragt hat und keine Unterlagen dazu angefordert hat.


    Wird denn das "fiktive Wohngeld" gar nicht mit die Berechnug reingenommen? Ich hatte das nämlich bei vielen Berechnungen so gesehen.




    Meine einzige Chance wäre also, mein Vermögen zu erhöhen. Z.B. durch den Verkauf von werthaltigem Eigentum. Richtig?



    EDIT:

    Die 210€ fiktives Wohngeld wurden mir so vom NRW Wohngeldrechner ausgespuckt :/

  • Die Heizkosten hatte ich jetzt gar nicht aufgeführt, weil ich die direkt an den Anbieter zahle


    Die Warmmiete besteht nicht nur aus Kaltmiete und Heizkosten. Was ist mit den Kosten für Wasser, Abfallentsorgung etc.?

    In der Wohngeldberechnung werden Heizkosten nicht berücksichtigt, beim Mindesteinkommen (Plausibiltätspüfung) hingegen schon.


    das Amt bisher gar nicht danach gefragt hat


    Also bei uns wird im Antragsformular nach der "Miete einschließlich Betriebskosten (inkl. Heizkosten)" gefragt.


    Meine einzige Chance wäre also, mein Vermögen zu erhöhen.


    Du kannst auch dein Einkommen erhöhen. Wie wäre es z.B. mit einem Kfw-Studienkredit oder einem 2. Job?


    Z.B. durch den Verkauf von werthaltigem Eigentum. Richtig?


    Grob gerechnet (da Warmmiete nicht bekannt) bräuchtest du noch mind. 4.000 €.

    Und dann steht du in einem Jahr, beim Weiterleistungssantrag, vor demselben Problem. Oder wirst du in den nächsten beiden Semestern fertig?


  • Hoppel und Theo, vielen vielen Dank nochmal für Eure Antworten. Gerade an so einem schönen Tag wie heute nicht selbstverständlich!




    Die Warmmiete besteht nicht nur aus Kaltmiete und Heizkosten. Was ist mit den Kosten für Wasser, Abfallentsorgung etc.?


    In der Wohngeldberechnung werden Heizkosten nicht berücksichtigt, beim Mindesteinkommen (Plausibiltätspüfung) hingegen schon.


    In meinem vorliegenden Antrag nicht. Habe extra nochmal nachgeschaut. Ich muss nur meine Miete angeben. Danach wird gefragt, ob darin Kosten für Heizen, Wassererwärmung, Energie oder eventuelle Vergütungen aus Garagenüberlassung etc. enthalten sind.

    Was bei mir alles nicht der Fall ist.


    Kosten für Müllabfuhr etc. sind in den 328€ enthalten.


    Du kannst auch dein Einkommen erhöhen. Wie wäre es z.B. mit einem Kfw-Studienkredit oder einem 2. Job?

    KFW Kredit ist schon genutzt worden.

    Nach einem zweiten Job bzw. Werksstudentenjob halte ich Ausschau. Momentan war nichts dabei. Deswegen auch mein Gedanke mit dem Wohngeld.




    Grob gerechnet (da Warmmiete nicht bekannt) bräuchtest du noch mind. 4.000 €.


    Und dann steht du in einem Jahr, beim Weiterleistungssantrag, vor demselben Problem. Oder wirst du in den nächsten beiden Semestern fertig?

    Warmmiete wären so 355€. Da wie o.g. nur die Gaskosten dazukommen würden.


    Genau. Das wäre nicht weiter schlimm, weil ich innerhalb dieses Jahres fertig werden will und muss.



    Die knapp 4.000€ müsste ich dann also aufbringen:/

    Aber dann müsste ich einen neuen Antrag stellen, mit den neuen Daten, richtig? Sonst würde mir der Verkauf ja als "Einkommen" berechnet.

    Aber das wäre ja jetzt nicht allzu tragisch.

    Ich müsste ja auch erstmal das Geld auftreiben können.


  • Habe extra nochmal nachgeschaut. Ich muss nur meine Miete angeben. Danach wird gefragt, ob darin Kosten für Heizen, Wassererwärmung, Energie oder eventuelle Vergütungen aus Garagenüberlassung etc. enthalten sind.


    Das ist die, vom Vermieter auszufüllenden, Mietbescheinigung.

    Im "Antrag auf Wohngeld" wird ausdrücklich auch nach den Heizkosten gefragt. Ich hab mir Anträge aus fünf Bundesländern angesehen und überall stand es drin. Ich behauptet mal, dass es auch bei den anderen BL so ist.


    Es ist aber auch egal. Die Heizkosten gehören zu den Kosten der Unterkunft und spielen bei der Plausibiätsprüfung eine Rolle. Spätestens dann wird es eine Rückfrage zu den Heizkosten geben.


    Nach einem zweiten Job bzw. Werksstudentenjob halte ich Ausschau. Momentan war nichts dabei.


    Und höherer Unterhalt von den Eltern? Da du privat krankenversichert bist, gehe ich mal davon aus, dass deine Eltern ein entsprechendes Einkommen haben.


    Aber dann müsste ich einen neuen Antrag stellen, mit den neuen Daten, richtig?


    Wann hast du den 1. Antrag gestellt? Wurde er abgelehnt?


    Sonst würde mir der Verkauf ja als "Einkommen" berechnet.


    Vermögensumwandlung ist kein Einkommen.


  • Im Bogen für den Vermieter steht soetwas ähnliches drin. Aber er kann ja gar nicht wissen, wieviel Abschlag ich für Heizung und Warmwasser bezahle. Ich habe eine Therme und bezahle das Gas direkt.


    Aber ok, dann weiß ich schon mal, dass ich diese Unterlagen auch parat haben sollte und ich meinen monatlichen Abschlag auf mein MEK draufrechnen muss.




    Nach einem zweiten Job bzw. Werksstudentenjob halte ich Ausschau. Momentan war nichts dabei.

    Und höherer Unterhalt von den Eltern? Da du privat krankenversichert bist, gehe ich mal davon aus, dass deine Eltern ein entsprechendes Einkommen haben.



    "Schwierig", sag ich mal...

    Wann hast du den 1. Antrag gestellt? Wurde er abgelehnt?


    Im April. Und zwar online, damit ich für April rückwirkend noch Wohngeld bekommen würde. Jetzt bekam ich Post und muss jetzt noch die ganzen fehlenden Dokumente nachreichen.

    Musste da auch mein Vermögen angeben.

    Wenn ich jetzt diese Angabe korrigiere, wird's ja sicherlich schwierig. Zumindest wenn ich das fehlende Geld als Geschenk von Verwandten oder Freunden bekommen würde.

    Um ehrlich zu sein wüsste ich nämlich nicht, was ich noch verkaufen könnte...

  • Habe extra nochmal nachgeschaut. Ich muss nur meine Miete angeben. Danach wird gefragt, ob darin Kosten für Heizen, Wassererwärmung, Energie oder eventuelle Vergütungen aus Garagenüberlassung etc. enthalten sind.


    Das ist die, vom Vermieter auszufüllenden, Mietbescheinigung.

    Im "Antrag auf Wohngeld" wird ausdrücklich auch nach den Heizkosten gefragt. Ich hab mir Anträge aus fünf Bundesländern angesehen und überall stand es drin. Ich behauptet mal, dass es auch bei den anderen BL so ist.

    Hallo Theo,


    ich springe mal für MrJ in die Bresche. :-) Im bayerischen Antragsformular gibt man nur die Miete an, die man an den Vermieter zahlt, und dann kreuzt man noch an, ob darin die Heizung enthalten ist und wie hoch die ist. Wenn sie nicht enthalten ist, gibt man die auch nicht im Antrag an. Von daher kann das durchaus sein. :-) Eine vom Vermieter ausgefüllte Mietbescheinigung gibt es auch in dem Sinne nicht, sondern es wird einfach der Mietvertrag und ggf. das letzte Mieterhöhungsschreiben vorgelegt. Wir müssen in solchen Fällen den Heizkostenabschlag dann noch extra anfragen für die Plausi. Es ist echt interessant, dass das alles so unterschiedlich in den Bundesländern gehandhabt wird.


    Gruß
    Simone

  • Wenn ich jetzt diese Angabe korrigiere, wird's ja sicherlich schwierig.


    Es macht auf jeden Fall keinen Sinn den Antrag vom April zurückzuziehen und im Mai einen neuen zu stellen. Bei so einem engen zeitlichen Zusammenhang, wird der Sachbearbeiter sich fragen was das soll und die Angaben vergleichen.

    Hast du auf einmal 4.000 € mehr Vermögen, wird das zu Nachfragen führen.


    Zumindest wenn ich das fehlende Geld als Geschenk von Verwandten oder Freunden bekommen würde.

    Das dürfte dann Einkommen sein.

  • Hallo,

    Zumindest wenn ich das fehlende Geld als Geschenk von Verwandten oder Freunden bekommen würde.

    Das dürfte dann Einkommen sein.

    Nicht nur das. Es dürfte auch als Mißbrauch des Wohngeldes ausgelegt werden.


    Womit wir auch am Ende dieser Diskussion angekommen sind. Du hast die von Dir angefragten Antworten bekommen und so langsam rutschen wir hier in eine Einzelfallberatung hinein. Das aber ist nicht Aufgabe eines Forums und vor allem nicht erlaubt. Weswegen ich das Thema schließe.


    Gruß!