Kindergeldanspruch für vollähriges Kind aus Nicht EU Ausland

  • Hallo liebe Leute, ich habe eine Frage,


    ich habe eine ausländische Ehefrau (Brasilien). Seit dem 01.01.2015 ist sie in Deutschland und hat eine Aufenthaltserlaubnis (Dauer 18 Jahre, Geburt der Kinder, §33 AufenthG)

    Sie wird voraussichtlich dieses Jahr die dt. Staatsangehörigkeit erhalten.


    Ihre volljährige 19 jährige Tochter lebt seit März 2017 auch bei uns. Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken.

    Ist die Tochter kindergeldberechtigt?

    Ein Bescheid auf Kindergeld wurde gerade negativ beschieden.


    Mit freundlichen Grüßen

    Redneck

  • Begründung der Ablehnung:

    Nach §62 EStG besteht ein Anspruch auf KG nur, wenn sie eine Niederlassungserlaubnis oder eine AE zum Zwecke der Erwerbstätigkeit besitzt.

    Zitat

    Dies habe meine Stieftochter nicht.


    Ist das deine Interpretation oder schreibt die Familienkasse das so?


    § 62 EStG bezieht sich auf die Anspruchsberechtigten. Für Kindergeld nach dem EStG sind das immer die Eltern (bzw. Stief-, Pflege- und Großeltern), niemals das Kind selbst.


    Hat deine Frau den Antrag auf Kindergeld gestellt? Wenn ja, würde ich vorschlagen, dass du nochmal das Kindergeld für deine Stieftochter beantragst.


    Deine Stieftochter muss

    - in deinem Haushalt leben (§ 63 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG) UND

    - eine Wohnsitz (§ 8 AO) oder gewöhnlichen Aufenthalt (§ 9 AO*) im Inland haben (§ 63 Abs. 1 Satz 6 EStG) UND

    - für einen Beruf ausgebildet werden (§ 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2a EStG).


    Wenn das alles erfüllt ist, müsstest du eigentlich Anspruch auf Kindergeld für sie haben.


    Darüber, dass auch das Kind "eine Niederlassungserlaubnis oder eine AE zum Zwecke der Erwerbstätigkeit besitzen" muss, habe ich weder im EStG noch in der Dienstanweisung zum Kindergeld etwas gefunden.


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    *Als gewöhnlicher Aufenthalt ist stets und von Beginn an ein zeitlich zusammenhängender Aufenthalt von mehr als sechs Monaten Dauer anzusehen; kurzfristige Unterbrechungen bleiben unberücksichtigt.


    Ob deine Stieftochter ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat, kann ich anhand deiner Angaben nicht beurteilen. Fügt dem Kindergeldantrag eine Aufstellung bei, in welchen Zeiträumen sie seit März 2017 in Deutschland und in Brasilien war. Sofern vorhanden, Belege beifügen (Flugtickets, Stempel im Pass etc.).


    Zitat

    ich habe eine ausländische Ehefrau (Brasilien). Seit dem 01.01.2015 ist sie in Deutschland und hat eine Aufenthaltserlaubnis (Dauer 18 Jahre, Geburt der Kinder, §33 AufenthG)


    Ich kenne mich im Ausländerrecht nicht aus, aber soweit ich gelesen habe, gilt eine Aufenthaltserlaubnis nach § 33 AufenthG nur für ein Kind. Ihr habt vermutlich ein gemeinsames Kind, richtig? Wer bekommt hier das Kindergeld?

    Nach welchem Paragraphen wurde deiner Frau einen Aufenthaltserlaubnis erteilt? Der Paragraph ist entscheidend, ob deine Frau anspruchsberechtigt beim Kindergeld ist oder nicht (siehe § 62 EStG).


    Wo lebt der Vater deiner Stieftochter? Hat er in seinem Heimatland Anspruch auf kindergeldähnliche Leistungen?

  • Velen Dank für die Antwort.


    Die Ablehnung des Bescheids war in Textbausteinen und für unseren Einzelfall nicht logisch.

    Es wurde der Aufenthaltstitel der Stieftocher geprüft, nicht meiner Ehefrau.

    Meine Ehefrau hat eine AE nach § 28 (3) AufenthG (hups). Ich bekomme das Kindergeld.

    Aufgrund des Beitrags von dir (Theo) sehe ich hier einen Anspruch als gegeben an.


    In Brasilien gibt es kein Kindergeld und der Vater (in Brasilien lebend) hat weder Anspruch noch bekommt er irgendetwas.


    Vielen Dank

    Redneck