Kindergeld Antrag für volljähriges behindertes Kind abgelehnt

  • Hallo, ich schreibe hier heute meinen ersten Beitrag, weil ich echt Rat brauche und vielleicht schon jemand die gleiche Erfahrung gemacht hat.

    Mein Sohn ist seit 2014 in psychologischer Behandlung, wegen starker Depressionen. 2015 wurde bei ihm dann das Asperger Syndrom festgestellt. Die Depressionen sind immer noch sehr stark vorhanden. Er bekommt Medikamente, die seinen Zustand beeinflussen sollen.

    Zwischenzeitlich hat er eine Ausbildung durch die Rehaabteilung des Arbeitsamtes angefangen. Diese hat er nur eine Woche durchgehalten. Die Langen Arbeitszeiten und der lange Fahrweg haben ihn total überfordert. Auch die Psychologin hatte für diese Maßnahme nur wenig Verständnis. Also haben wir diesen Vertrag und auch die Förderung vom Amt aufgelöst.

    Mein Sohn hat ein Attest, in dem bescheinigt wird, dass er bis zum Sommer nächsten Jahres nicht Ausbildungs-oder Arbeitsfähig ist.

    Jetzt zu meiner Frage: Sein Kindergeld habe ich bis Juli von meinem AG erhalten. Seit August ist die Familienkasse dafür zuständig.

    Ich musste alles nochmals beantragen. Habe die Atteste, die ich habe, eingeschickt. Dennoch wurde der Antrag abgewiesen, mit der Begründung, elf sei ja nicht Ausbildungssuchend oder auf der Suche nach Arbeit. Obendrein wäre das Ende der Erkrankung laut ärztlichen Attest nicht absehbar. Bei einer Behinderung absehbar? Und deshalb stünde ihm das nicht zu. Ich habe einen Widerspruch geschrieben und nochmals auf seine Behinderung hingewiesen, mit Paragraphen und so.

    Ich weiss jetzt nicht, was ich noch tun kann. Ich will ja kein Unterhalt für ihn vom Staat. Nur Kindergeld.... Das steht ihm doch zu, oder nicht?

    Wer hat damit schon Erfahrungen gemacht und hat einen Rat für mich? Ich hab auch schon überlegt, beim Versorgungsamt die Behinderung feststellen zu lassen. Wie gehe ich da vor , um das auch durchzusetzen? Ich will ja keine finanziellen Vergünstigungen, ich möchte für meinen Sohn etwas Amtliches in der Hand haben.

    Vielen Dank schon mal...

    Sandy

  • Hallo,


    akute Krankheiten, deren Verlauf sich auf eine im Voraus abschätzbare Dauer beschränkt, gelten nicht als Behinderung. Und genau das dürfte der Knackpunkt bei Dir sein.


    Ich würde bei der Familienkasse beantragen, Deinen Sohn beim medizinischen Dienst der Arbeitsagentur untersuchen zu lassen.


    Gruß!

  • Guten Morgen,

    Vielen Dank für die Antwort, aber das Asperger Syndrom wurde als Behinderung anerkannt. Daher ist diese "Erkrankumg" nicht auf eine bestimmte Dauer beschränkt. Beim medizinischen Dienst waren wir schon. Da ging es darum, ob er in der Lage wäre, eine Ausbildung zu machen. Das wurde ihm bescheinigt, dennoch ging der Schuss nach hinten los. Der Tag war zu lang, man hat von ihm verlangt, aus dem häuslichen Umfeld zu gehen, in ein Internat irgendwo in Sachsen... Völlig irrational, lauf Bestätigung von seiner behandelnden Psychologin. Ihn zuhause raus zu reißen ist bei seiner momentanen Situation völlig falsch, er hätte obendrein mit dem Hamburger Modell anfangen müssen, um sich langsam zu gewöhnen.

    Ich weiss einfach nicht mehr weiter....

    Obendrein ist mein Sohn volljährig, ich kann ihn nicht zwingen, irgendwohin zu gehen, etwas zu tun, was er nicht kann.

    Also meinst du, hab ich keine Chance?

  • Hallo,


    wenn er laut medizinischen Dienst in der Lage ist, eine Ausbildung zu absolvieren und er diese abgebrochen hat, bestehen erst mal sehr schlechte Karten.


    Es müßte überlegt werden, gegendas Gutachten vorzugehen - dazu würde ich aber einen Rechtsanwalt ggf. mit einem Beratungsschein konsultueren.


    Gruß!

  • Hallo,


    ich denke, der Fehler war die Verbindung zu Reha seitens der BA zu kappen.

    Daher empfehle ich, die Verbindung zur Reha-abteilung wieder aufzunehmen.

    Es liegt ein Abbruch vor. Nun muss geschaut werden, woran es liegt udn wie man das

    Problem angehen kann.

    Die vorübergehende Aussetzung des Attestes muss unter diesem Aspekt gelesen werden.


    Alles andere denke ich, führt nur zu mehr Aufregung, ohne ein Ergebnis wirklich hervorzubringen.


    dms

  • Nun gut, das hört sich ja alles sehr verworren an. Ich danke dir an dieser Stelle erstmal für die vielen Informationen. Hätte nicht gedacht, dass das alles so problematisch ist. Werde mir den genauen Werdegang durch den Kopf gehen lassen. Ich will ja für mein Kind nur das Beste. Und wenn es dann bedeutet, die Sache so stehen zu lassen, nun gut, dann wird das so sein. Er muss allein entscheiden, wie es für ihn weitergeht. Vielen Dank jedenfalls !