WG oder nicht WG?

  • Hallo zusammen,


    ich bin vor kurzem mit meiner Freundin zusammengezogen und jetzt frage ich mich, was ich das mit dem Wohngeldantrag mache. Eigentlich müsste ich ja angeben, dass wir zusammenwohnen, aber so werden wir ja höchstwahrscheinlich beim Amt als Wirtschaftsgemeinschaft gesehen. Jetzt könnte man ja das in Form einer Kostenbeteiligungsvereinbarung deutlich machen, dass dem nicht so ist. Wir teilen, wie in einer ganz normalen WG auch, alles genau durch zwei und jeder wirtschaftet für sich selbst. Ohnehin reicht das Geld gerade mal so für jeden, sodass wir uns gegenseitig nicht mal Geld leihen könnten.


    Aber ich frage mich jetzt: kann ich beim Antrag denn einfach jetzt "Wohngemeinschaft" eintragen, um dadurch eventuell auch weitere Nachfragerei zu unserem Zusammenleben zu umgehen? Ich meine, wäre das dann gelogen?


    Angenommen, man könnte als Paar einer gemeinsam genutzten Wohnung dem Amt glaubhaft machen, dass man getrennte Kassen hat, dann wird doch nur das Einkommen des Antragsstellers berücksichtigt, richtig? - Falls ja, heißt das also, meine Freundin könnte demnach auch einen eigenen Wohngeldantrag stellen?

    Jedoch wäre hier der Unterschied zur Wohngemeinschaft, dass das Amt hier unsere ganze Wohnung miteinberrechnet und nicht nur die Hälfte der Wohnung, wie es ja bei einer WG mit zwei Personen sonst der Fall wäre. Sehe ich das richtig? Und dementsprechend wirkt sich das ja wiederum aufs Wohngeld aus..
    Also bleibt für mich die Frage: WG, oder nicht WG?


    Grüße Bjarne

  • Hallo,


    Ihr seid keine WG und könnt also auch nicht angeben, daß es sich um eine WG handele.


    Ihr müßt beweisen, daß Ihr nicht zusammen wirtschaftet. Ob dies der Fall ist und ob überhaupt ein Anspruch auf Wohngeld besteht, kann ich mangels Angaben nicht einschätzen.


    Gruß!

  • Wie meinst du, ob dies der Fall ist? Also wie ich oben bereits sagte, ja, wir wirtschaften getrennt, genauso, wie es in einer WG der Fall wäre. Und zwar wirklich genauso. Finanziell gesehen besteht da überhaupt kein Unterschied. Und bei jeder neuen Anschaffung leistet jeder seinen Anteil von 50%.

    Und da es beim Wohngeld ja um die finanzielle Situation geht, ist mir eben nicht begeiflich, wie ich das "beweisen" soll. Denn genauso könnte man ja auch sagen, dass man sich auch in einer WG finanziell gegenseitig unterstützt.. Es gibt schließlich nicht nur eine Art der Wohngemeinschaft. Bei den unterschiedlichsten Konstellationen wie man ein Zusammenleben führt, könnte man z.B. auch sagen, eine WG sei eine Wirtschaftsgemeinschaft. Wer weiß denn, ob nicht auch in einer WG ein Paar zusammenlebt? Oder wenn drei Leute ne Liebesbeziehung in einer WG haben? Ist das dann noch WG oder schon eine Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft. Ob ein unverheiratetes Paar ohne gemeinsames Kind eine "Verantwortungs-und Einstehens-Bedarfsgemeinschaft" nach § 7 SGB II darstellt, wird ja nicht dadurch bestimmt, ob man sich das Zimmer oder Bett teilt. Die Liebesbeziehung und Schlafstätte ist doch völlig irrelevant, da es ja nichts darüber aussagt, wie wir unsere Finanzen regeln. Oder sehe ich das falsch?

    Wir leben demnach auch wie in einer WG und sind keine Wirtschaftsgemeinschaft. Aus der Sicht des Wohngeldamts gesehen, sieht natürlich nicht so aus, was ich auch nachvollziehen kann. Wie soll ein Sachbearbeiter auch die Lebenssituation auf nem Stück Papier ablesen?
    Das ist alles so schwammig und mich nervt das so.

  • Hallo,


    Ihr lebt nicht in einer WG - und fertig. Wenn Ihr das ganze als WG ausgebt, dürfte das sehr schnell auffliegen und Ihr müßt die Konsequenzen tragen.


    Im übrigen habe Deine Ausführungen nichts mit Eurer Situation zu tun.


    Was nun das gemeinsam wirtschaften betrifft (und nur um das geht es im ersten Jahr des Zusammenlebens) machst eher Du alles schwammig. Du behauptest, Ihr wirtschaftet nicht zusammen - was bedeutet das? Wer zahlt die Miete, wer Strom, wer die Rundfunkgebührt....


    Gruß!

  • Mit dem nicht gemeinsam wirtschaften meine ich genau das, was es eben heißt. Wir haben keine gemeinsame Konten, kein gemeinsames Einkommen, die Miete zahlen wir anteilig zu 50%, sowie den Strom, die Rundfunkgebühren, das Essen, sowie jede Anschaffung wie z.B. neuen Kühlschrank, etc. Und uns gegenseitig finanziell unterstützen geht sowieso nicht, das jeder von uns gerade so genug für sich hat. Sogar die Zimmer sind genau aufgeteilt. Meine Freundin hat ein Zimmer und ich habe ein Zimmer. Das Schlafzimmer benutzen wir natürlich gemeinsam, sowie die Küche, Flur und Bad.

    Ich habe schon verstanden, dass wir rechtlich gesehen keine WG sind, das ist mir klar. Aus finanzieller Sicht gesehen besteht jedoch zu einer WG überhaupt kein Unterschied.

    Drücke ich mich denn so unverständlich aus?

  • Also ich stelle doch hier auch nur Fragen, weil ich mir da selbst unsicher bin. Gibt es hier denn sonst niemanden, der in einer ähnlichen Situation ist?

    Du schreibst, wenn ich uns als WG ausgebe, wird das sehr schnell auffliegen und ich muss die Konsequenzen tragen.
    Meines Wissens unterscheidet die Wohngeldbehörde zwischen reiner WG und Wirtschaftsgemeinschaft. Letzteres sind wir, wie ich oben ausgeführt habe, offensichtlich nicht. Aber eine WG sind wir auch nicht. Also was sind wir denn jetzt dann?

    Sind wir eine Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft?

    Hier gelten ja die entsprechenden Kriterien des SGB II:

    - Es darf nicht gemeinsam gewirtschaftet werden. Was bedeutet, es dürfen nicht alle Einnahmen in einen Topf geworfen werden, um davon alle Ausgaben zu bestreiten.
    - Es dürfen keine (gemeinsamen) Kinder, insbesondere minderjährige Kinder) vorhanden sein.

    Diese Punkte treffen nicht auf uns zu. Was kann ich nun daraus schlußfolgern? Wir sind auch keine Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft?
     


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  • Ok, also dann sollte ich das so angeben? In dem Fall wird das Einkommen meiner Freundin mit einberechnet, richtig?
    Wenn nun klar wird, dass wir nicht für einanander einstehen, kann die Wohngeldbehörde auch nur mein Einkommen als Grundlage für die Berechnung nehmen?

  • Gut, wenn ich im Antrag meine Freundin als Haushaltsmitglied eintrage, fordert die Wohngeldbehörde dann nicht auch Unterlagen zum Einkommen von ihr? Lässt sich das mit einer, von uns beiden unterschriebenen Erklärung zum getrennten wirtschaften, evtl. auch vermeiden?


    Wenn wir nun keine WG, sondern eine Haushaltsgemeinschaft sind, wird dann auch der komplette Wohnraum in die Berechnung mit einfließen? Da meine Freundin ihr eigenes Zimmer hat, müsste dann nicht der von ihr genutzte Wohnraum nicht wegfallen?


    Für die Berechnung des Wohngeldes spielt es doch eine wesentliche Rolle, ob nun 50% Wohnraum oder 100% Wohnraum als Grundlage genommen werden?

  • Hallo,

    wenn ich im Antrag meine Freundin als Haushaltsmitglied eintrage, fordert die Wohngeldbehörde dann nicht auch Unterlagen zum Einkommen von ihr?


    sofern Du darauf verweist, daß Ihr nicht zusammen wirtschaftet - nein.


    Wenn wir nun keine WG, sondern eine Haushaltsgemeinschaft sind, wird dann auch der komplette Wohnraum in die Berechnung mit einfließen?

    Nein, nur die anteilige Miete.


    Gruß!

  • Danke Hoppel. Spielt der Wohnraum dann in meinem Fall überhaupt eine Rolle?

    Kann man aus dem Ganzen nun folgendes schlußfolgern:
    Wir sind zwar eine Haushaltsgemeinschaft, aber da wir nicht füreinander einstehen, werden wir, zumindest für das erste Jahr, bei der Berechnung genauso gesehen wie eine ganz normale Wohngemeinschaft?

  • Und was passiert im zweiten Jahr, bei einem Weiterleistungsantrag, z.B. wenn sich an meiner/unserer Situation nichts ändert? Konkret: Das Einkommen sich nicht erhöht oder verringert, wir weiterhin getrennt wirtschaften und jeder seine anteilige Miete von 50% zahlt und damit alles so bleibt wie jetzt?