FSJ, Wohngeld, Ist überlassenes Kindergeld Einkommen?

  • Ich beginne ein FSJ und habe ein WG-Zimmer gemietet. Mein wirkliches Einkommen wird sich aus dem Taschengeld genannten FSJ-Lohn, dem von meinen Eltern überlassenen Kindergeld und etwas Gespartem auf dem Konto bestehen. Für den Wohngeld-Antrag möchte ich natürlich das angeben, was ich muss. Was muss ich davon als angeben. Speziell interessieren mich die Frage: Ist das überlassene Kindergeld Einkommen? Und liege ich im Fall, dass ich zu wenig angebe, aber zu viel Miete zahle, unter diesem Satz, wo es heißt, ich könne kein Wohngeld bekommen, weil ich gar nicht genug zum Leben habe?

    Die genauen Zahlen würde ich gern weglassen, damit meine zukünftige Sachbearbeiterin hier nicht mitliest und sagt, ach, die hat ja noch das und das und hat es gar nicht angegeben. So so.

    Ich würde höchstens sagen, dass sowohl Miete wie auch Taschengeld im normalen Bereich von jeweils ca. 300 liegen und mein Sparguthaben ausreicht, um das mich das Jahr über nicht in Not geraten zu lassen.


    Danke im Voraus

    Grüße Anna

  • Hallo,


    Kindergeld ist Unterhalt, also Einkommen.


    Es gibt durchaus ein Mindesteinkommen. Ob dies bei Dir unterschritten wird, kann mangels jeglichen Angaben nicht eingeschätzt werden.

    Die genauen Zahlen würde ich gern weglassen, damit meine zukünftige Sachbearbeiterin hier nicht mitliest und sagt, ach, die hat ja noch das und das und hat es gar nicht angegeben. So so.

    Du willst also von vornherein falsche Angaben machen? Das würde man dann Betrug nennen,


    Gruß!

  • Nein, natürlich will ich keine falschen Angaben macht. Aber man überlegt sich ja doch, was man angeben muss und ich weiß heute auch noch nicht, zu was meine Eltern verpflichtet sind, mir zu geben.

    Im Übrigen bin ich etwas verblüfft ob des ruppigen Tons. Ich dachte, hier würde man sich unter seinesgleichen helfen.

    Ich habe doch sogar schon angedacht, mein Erspartes für laufenden Lebensunterhalt einzusetzen. Ich finde nicht, dass das nach betrügerischen Absichten klingt. Oder?

    Im Übrigen interessiert mich mittlerweile wirklich sehr, zu welchem Unterhalt meine Eltern eigentlich verpflichtet sind. Denn das scheint im Fall FSJ ja etwas unklar zu sein. und hängt scheinbar an der Frage, ob das FSJ ein angemessener Ausbildungsschritt sein wird. In meinen Fall ist es so, dass ich nach der 11. vom Gymnasium abgegangen bin. Und dass FSJ wird dann meine FH-Reife "besiegeln". Ob ich später aber an einer FH studiere, ist ja noch ganz offen. Und ggf. sogar unwahrscheinlich ...

  • Hallo,

    Oder?

    naja, die Aussage

    Die genauen Zahlen würde ich gern weglassen, damit meine zukünftige Sachbearbeiterin hier nicht mitliest und sagt, ach, die hat ja noch das und das und hat es gar nicht angegeben. So so.

    klingt nun mal so, als wenn Du nicht alle Angaben machen willst. Das hat nichts mit Ruppigkeit zu tun.,

    und ich weiß heute auch noch nicht, zu was meine Eltern verpflichtet sind, mir zu geben.

    Da es sich nicht um eine Ausbildung handelt - mindestens 192 €.

    Ich habe doch sogar schon angedacht, mein Erspartes für laufenden Lebensunterhalt einzusetzen.

    Das hast Du geschrieben. Aber da Du ansonsten keine Aussagen zum Einkommen und zur Miete machst, kann ich auch weiterhin nicht einschätzen, ob das alles ausreichend ist.


    Gruß!

  • Ok. Danke. Gut, dass wir miteinander reden können :-)

    Das mit den Angeben, die ich hier nicht machen möchte, hatte tatsächlich mit den oben genannten Vorstellungen zu tun, jemand vom Amt würde hier alles mitlesen (die haben ja sonst bestimmt nichts weiter vor). Ist schon klar, dass dann für eine gute Beratung hier etwas fehlt. Ich lasse dann mal was raus. Ich werde 290,- Warmmiete zahlen und bekomme 350,- FSJ-Taschengeld. Jetzt habe ich eben gelernt, dass ich genau das Kindegeld (192,-) weitergereicht bekommen werde. Und daher kann ich jetzt schon etwas besser selbst auch rechnen. Aber dass "es sich nicht um eine Ausbildung handelt" - das hatte ich mittlerweile ja auch schon anders gesehen. Das verstehe ich noch nicht so ganz. Und das scheint ja wiederum eine wesentliche Angabe für den Wohngeldantrag zu sein. In dem verstehe ich sowieso einiges noch nicht so ganz.

  • z.B. verstehe ich nicht, warum, wenn meine Eltern mir Unterhalt zahlen müssen, dieser nur das weitergeleitete Kindergeld umfassen soll. Und ich muss mich jetzt mit diesem Riesenantrag quälen. Und in dem Antrag verstehe ich nicht, warum da bei all den Optionen nirgendwo auswählbar ist, dass mein Einkommen FSJ-Taschengeld ist. Und was ich stattdessen ankreuzen soll.

  • Hallo,


    Du befindest Dich in der sog. Orientierungsphase, in der i.d.R. keine Unterhaltspflicht außer den genannten 192 € besteht. Es bestehen Ausnahmen davon, die aber erstmal nicht relevant sind.


    Die Frage bei Dir wäre sowieso eine ganz andere: warum Wohngeld und warum nicht ALG II? Dort wären wesentlich höhere Leistungen als bei dem Wohngeld zu erwarten.


    Schau Dir mal die Seite http://www.sozial-hotline.de an und rufe dort an. Dann kannst Du klären, ob hier nicht eher ein Anspruch vorliegt,


    Gruß!

  • Hallo,

    warum da bei all den Optionen nirgendwo auswählbar ist, dass mein Einkommen FSJ-Taschengeld ist. Und was ich stattdessen ankreuzen soll.

    Du gibst das als normales Einkommen an. Du müßtest sowieso den Vertrag in Sachen FSJ beiliegen.


    Aber beachte meinen vorigen Hinweis!


    Gruß!

  • Ok. Verstanden. Tatsächlich hatte ich auch schon über ALG 2 nachgedacht, wollte es aber aufgrund der Idee, mich an eine Schlange anzustellen, die doch eigentlich für andere gedacht ist, nicht recht war. Ich gehe ja auch nicht in eine Suppenküche, weil mir der Bauch mal kurz grummelt. Hoffe, ich bin zu verstehen. Es geht mir nicht darum, arrogant und naserümpfend das Jobcenter zu meiden. Es geht mir darum, dass ich das Gefühl habe, mit etwas Wohngeld und etwas Eigeninitiative müsste ich es auch schaffen können. Ich will auch gar nicht wesentlich höhere Leistungen. Dies ist mein erster Schritt in die Erwachsenenwelt. Muss der tatsächlich am dritten Tag ins Jobcenter führen, um ALG 2 anzufragen?

  • Hallo,


    Deine Sache. Nach deinen Angaben würden es um die 110 € Wohngeld sein, an ALG II aber so um die 350 €. Aber diesen Unterschied kann man getrost vernachlässigen - sind ja nur so um die 240 € weniger: was also soll es...


    Gruß"!

  • Hi, noch mal ich

    tja, klingt wie eine blöde Idee, wenn ich deine Zahlen ansehe. Ich erwähne mal lieber noch, dass ich (hatte es ganz oben schon mal anklingen lassen) über Spargeld verfüge. Und ich hatte rausgefunden, dass es zu viel für einen erfolgreichen ALG2-Antrag ist. Das war auch ein wichtiger Grund. Ich muss sozusagen erst noch etwas ärmer werden.

    Das hätte ich wohl auch früher sagen sollen. Das erklärt u.U. meine "komischen" Formulierungen im vorigen Beitrag. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur sagen, dass mir der Umgang mit all diesen Leistungen, Foren und der dort scheinbar nötigen Offenheit noch ziemlich fremd ist.

  • Ja, das ist auch so. Nicht mal riesig weit, aber eben drüber. Davon abgesehen hatte ich irgendwo verstanden, dass mein "Problem" über 3100 beginnt. Wie kommst Du jetzt auf die 3450?

  • Ja, das ist auch so. Nicht mal riesig weit, aber eben drüber. Davon abgesehen hatte ich irgendwo verstanden, dass mein "Problem" über 3100 beginnt. Wie kommst Du jetzt auf die 3450?

    Hallo,

    wie wäre es mit 150 Euro je Lebensjahr zzgl. 750 Euro als Grundfreibetrag.


    Wobei ich eher zu 3850 Euro tendiere. (3100 + 750)


    Aber dass soll Hoppel selbst aufklären.


    dms

    PS: § 12 SGB II

  • Ok. Verstehe diese Zahl jetzt besser.

    Ich würde doch auch gern noch mal auf zwei Fragen zurückkommen, die an denen wir weiter oben schon mal waren. Weil mir meine Lage da noch nicht ganz klar ist.

    1. Mindesteinkommen für Wohngeld: Das wäre wohl 409,- SGB2-Regelsatz + Warmmiete (290,-) = 699,-. Aus irgendeinem Grund werden davon meist nur 80% gerechnet, was dann bei mir 559,- sind. D.h. die muss ich nachweisen, um Wohngeld erfolgreich beantragen zu können. Ist das richtig?

    2. Die Frage wer ist zu wie viel Unterhalt verpflichtet. Die scheint ja ganz stark daran zu hängen, was das FSJ für mich bedeutet. Da hatte ich auch schon mal weiter oben gesagt, dass ich mittels FSJ den praktischen Teil meiner FH-Reife erlange. Andererseits ist es natürlich hauptsächlich Orientierungsphase. Denn wie es danach weitergeht, weiß ich ja noch nicht. Wird denn die Wohngeldstelle genau danach fragen. Und was wäre sozusagen die falsche, was die richtige Antwort. Schließlich möchte ich ja gern erfolgreich beantragen, wenn ich mir die ganze Arbeit schon mache. Ich möchte also einfach zu vermeidende Fehler vermeiden, die vielleicht durch eine falsche und am Ende auch noch unzutreffende Antwort entstehen können. Denn wenn das FSJ vom Amt soundso gewertet wird, dann wären ja meine Eltern plötzlich wieder "mein Amt", meine Geldgeber. Und das würde ich ziemlich gern vermeiden.

  • dms


    Uups - tatsächlich Irrtum meinerseits. 3.100 € + 750 € = 3.850 €

    Aus irgendeinem Grund werden davon meist nur 80% gerechnet

    Die 20% Abzug werden nicht "meist" abgezogen, sondern nur bei entsprechender Glaubwürdigkeit der Angaben.


    dass ich mittels FSJ den praktischen Teil meiner FH-Reife erlange.

    Was ist damit gemeint? Das FSJ ist doch keine Voraussetung für die FH-Reife?

    Und das würde ich ziemlich gern vermeiden.

    Naja - spätenstens mit Besuch der FH sind Deine Eltern dennoch wieder "im Boot"...


    Gruß!

  • Zitat

    Was ist damit gemeint? Das FSJ ist doch keine Voraussetung für die FH-Reife?

    Es ist tatsächlich so, dass bei Abgang nach der 11. Klasse eines Gymnasiums das Zeugnis so ausgestellt wird, dass die Schule den schulischen Teil der FH-Reife attestiert. Und dann folgt z.B. ein FSJ, das dann als praktischer Teil gilt. Anschließend gehe ich mit dem "FSJ-Abschluss" in die Schule und lasse mir die komplette FH-Reife bestätigen. Schlecht für "Orientierungsphase", oder?


    Zitat

    Naja - spätenstens mit Besuch der FH sind Deine Eltern dennoch wieder "im Boot"...

    Ja, das ist dann aber auch unvermeidbar. Derzeit glaube ich im Übrigen sowieso eher nicht ans FH studieren.


    Zitat

    Die 20% Abzug werden nicht "meist" abgezogen, sondern nur bei entsprechender Glaubwürdigkeit der Angaben.

    Welche Angaben mache ich denn da glaubwürdig, um diesen Abzug zu bekommen? Das ist alles derart undurchsichtig. Vielen Dank dafür, dass ihr helft.