Kein Unterhaltsanspruch mehr -> Bafög-Förderung

  • Hallo,


    folgende Frage:
    Ich habe nach dem Abitur meinen Zivildienst abgerissen, danach eine 2 1/2 jährige Ausbildung gemacht, ein 3/4-Jahr gearbeitet und fange nun zum WS 08/09 an zu studieren, bin 25 Jahre alt.


    Ich habe nun Bafög beantragt und dem zuständigem Amt gesagt, dass meine Eltern nicht mehr bereit sind, mich finanziell zu unterstützen, da sie davon ausgehen, dass mit Abschluss der Erstausbildung die Unterhaltsverpflichtung erloschen ist.


    Grundsätzlich gibt es ja Bafög nur für eine förderungsfähige Ausbildung, da aber meine erste Ausbildung betrieblich war (Lehre), und diese nicht durch Bafög gefördert werden kann, habe ich einen Anspruch auf Bafög.


    Ich würde nun gerne wissen, wie ich nun weiter vorgehen muss, bzw. wie diese Prüfung, ob der Unterhaltsanspruch noch besteht, vollzogen wird.
    Soweit ich das sehe, erfülle ich sämtliche Kriterien, dass der Unterhaltsanspruch erfüllt wurde. (kein Berufswechsel aus gesundheitlichen Gründen, erste Ausbildung beruhte auf einer deutlichen Fehleinschätzung, angestrebtes Studium steht in keinem engen sachlichem und zeitlichen Zusammenhang, etc.)


    Vielen Dank schonmal

  • was ich mit sicherheit sagen kann ist, dass deine eltern den unterhaltsanspruch für die erstausbildung erfüllt haben, wenn sie dich denn währen der ersten ausbildung unterhalten haben.


    warum du jetzt aber kein bafög für dein studium erhälst, unabhängig davon, was du zuvor gelernt hast, kann ich mir nicht erklären:(

  • Du erfüllst die Voraussetzungen für die Elternunabhängige Förderung nicht. Das heisst du solltest einen Antrag auf Vorausleistung nach § 36 BAföG stellen. Dann zahlt das Amt den vollen Satz und prüft ob sich eine Klage gegen die Eltern auf Unterhalt lohnt. Da werden die Eltern angehört und wenn die weiter dabei bleiben dass sie ihre Pflicht als erfüllt ansehen und nicht bereit sind weiter zu zahlen wird das Amt vorausleisten und sicher auch nicht klagen weil eben die Unterhaltspflicht nach dem BGB bereits erfüllt ist.
    Du solltest Deine Eltern aber auf einen etwas unangenehmen Schriftverkehr vorbereiten .


    Gruss Andy

  • Vielen Dank erstmal Ihr beiden.


    Ich habe beim Bafög-Antrag ebenfalls einen Antrag auf Vorausleistungen gestellt (entsprechendes Formblatt ausgefüllt beigelegt). Anscheinend wurde das aber wohl nicht weiter beachtet. Denn ich musste (Brief Bafög-Amt) nochmal meine Eltern anschreiben, und sie um die entsprechenden Auskünfte über Ihr Einkommen bitten. Darauf haben meine Eltern nicht reagiert, mit dem Ergebnis, dass das Bafög-Amt selbst nochmal meine Mutter angeschrieben hat, und die entsprechenden Auskünfte fordert. Bafög bekomme ich derzeit noch keins, hab auch noch keinen Bescheid oder ähnliches.


    Habe ich bei der Beantragung von Bafög etwas falsch gemacht? (Ich meine in Bezug auf Beantragung von Vorausleistungen? Sollte ich da nochmal nachhaken, bevor diese Brieffreundschaft zwischen Amt und Eltern noch ein halbes Jahr andauert?)

  • Du solltest dem Amt schriftlich mitteilen, dass Deine Ausbildung gefährdet ist wenn nicht umgehend über den Antrag vom .... entschieden wird.
    Das Amt muss übrigens die Eltern anschreiben, das hat nix mit Brieffreundschaft zu tun.


    Gruss Andy

  • Andy61 schrieb:

    Du solltest dem Amt schriftlich mitteilen, dass Deine Ausbildung gefährdet ist wenn nicht umgehend über den Antrag vom .... entschieden wird.
    Das Amt muss übrigens die Eltern anschreiben, das hat nix mit Brieffreundschaft zu tun.


    Gruss Andy


    Vielen Dank, dann werde ich morgen mal eine Mail an die zuständige Sachbearbeiterin schicken.
    Mit Brieffreundschaft meinte ich, dass ich befürchte, dass es eben noch lange dauern könnte, bis es letztlich zu einer Entscheidung kommt.
    Das Bafög-Amt hat wie gesagt meine Mutter angeschrieben und Auskünfte über Ihr Einkommen im Jahr 2006 angefordert. Sollte sie das in jedem Fall machen, unabhängig davon, ob ich jetzt Vorausleistungen beantrage (und damit faktisch im Endergebnis elternunabhängig gefördert werde, siehe oben), oder wird dann nach Angabe des Einkommens erst entschieden, dass meine Eltern zuviel verdienen, ich deshalb kein Bafög bekomme, ich gegen diese Bescheid Widerruf einlegen muss, da mich meine Eltern finanziell nicht mehr unterstützen, sie dazu auch gar nicht mehr verpflichtet sind etc. pp?

  • Deine Eltern sollten umgehend die erforderlichen Vordrucke und Einkommensnachweise dem Amt vorlegen und gleichzeitig dazu schreiben dass sie ihre Unterhaltspflicht als erfüllt betrachten und auf keinen Fall einen Beitrag zur Ausbildung leisten werden.
    Das könnte das Verfahren beschleunigen. Das Amt braucht die Einkommensnachweise und zu deren Abgabe sind die Eltern auch verpflichtet. Der Rest geht dann wie oben beschrieben


    Gruss Andy