Kein Anspruch auf Wohngeld im Zweitstudium?

  • Ein herzliches Hallo ins Forum,


    derzeit studiere ich im Zweitstudium im 4. von 6 Fachsemestern Regelstudienzeit. Ich bin aufgrund des Zweitstudiums nicht BAföG-berechtigt und habe daher Wohngeld beantragt. Das Wohngeldamt hat zunächst Hochschulsemester und Fachsemester verwechselt und gesagt, dass aufgrund der hohen Semesterzahl nicht davon ausgehen sei, dass ich mein Studium mit der nötigen Ernsthaftigkeit betreibe (Originalzitat aus dem Bescheid). Ich wollte den Irrtum aufklären, da die Hochschulsemester ja aus meinem abgeschlossenen Erststudium resultieren, aber das Amt ließ sich nicht überzeugen. Laut Bescheid ist die Zahlung von Wohngeld an den Studienerfolg geknüpft und den sieht das Amt trotz gegenteiliger Nachweise als nicht gegeben an.


    Ich habe nun das Wohngeldgesetz gelesen und kann keine Verknüpfung mit einem Studienerfolg erkennen. Hat jemand einen Rat?


    Viele Grüße


    lotti

  • Hallo,


    Zitat

    Ich habe nun das Wohngeldgesetz gelesen und kann keine Verknüpfung mit einem Studienerfolg erkennen.


    Das Amt geht von einem Mißbrauch des Wohngeldes und somit § 21 aus. Und kleiner Tip noch: es reicht nicht aus, nur das WogG zu lesen. Du solltest Dir die entsprechenden Ausführungen zum § 21 in der VerVo zum WogG lesen. Die findest Du z.B. hier.


    Gruß!

  • Vielen Dank für die Antwort und den Hinweis.


    Auch aus der VerVo kann ich aber nicht erkennen, worin der Missbrauch bestehen könnte. Ich studiere im 4. Semester bei 6 Semestern Regelstudienzeit. Ich kann Belege über den Fortschritt meines Studiums liefern, habe mich also nicht zum Schein eingeschrieben, und werde das Studium voraussichtlich nach 6 Semestern abschließen.


    Viele Grüße


    lotti

  • Hallo,


    nicht die Semesterzahl dürfte entscheidend sein, sondern das Zweitstudium an sich. Damit sieht der Sachbearbeiter offensichtlich einen Mißbrauch, weil Du es unterlassen hast, mit Deinem Erststudium eine Erwerbstätigkeit auszuüben.


    Stell Dich - sofern Du es so laufen läßt - auf eine Klage ein. Lege erstmal Widerspruch ein und gehe dann mit dem evtl. ablehenden Widerspruchsbescheid zum Amtsgericht. Dort holst Du Dir dann einen Beratungsschein und solltest damit einen Fachanwalt für Verwaltungsrecht aufsuchen. Das alles kostet Dir dann einmalig 15 €.


    Gruß!

  • Hallo!


    Vielen Dank, so langsam sehe ich etwas klarer. Mein Widerspruch wurde tatsächlich abgelehnt, weil weiterhin darauf bestanden wurde, dass ich über der Regelstudienzeit sei. Als ich hier nachgefragt habe, wurde gesagt, ich hätte keine Ahnung, was Steuern seien, weil ich noch nie welche gezahlt hätte. Dies stimmt allerdings nicht, da ich nach meinem Erststudium fünfeinhalb Jahre berufstätig war, ein Einkommen hatte und auch ausgiebig Steuern gezahlt habe. Aber wenn natürlich die Semesterzahl nur ein Vorwand war und insgesamt Missbrauch vermutet wurde, ergeben die aus meiner Sicht beleidigenden Äußerungen der Sachbearbeiterin durchaus Sinn. Dies zusammen mit der Tatsache, dass meine eingereichten Unterlagen nicht richtig gelesen wurden, lassen eine Klage vielleicht aussichtsreich erscheinen.


    Vielen Dank und herzliche Grüße


    lotti

  • Hallo,


    Zitat

    lassen eine Klage vielleicht aussichtsreich erscheinen


    Nein. Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Deine Argumentation führt in jedem Fall dazu, daß Du jämmerlich bei einer Klage verlieren wirst.


    Wenn Du klagen willst, beherzige meinen Ratschlag und konsultiere einen Fachanwalt.


    Gruß!