BAB Aktualisierungsantrag /Amt verlangt das Eltern ihre Einkünfte für die Zukunft

  • Hallo, ich bin eine Mutter die einem Freund ihrer Kinder behilflich ist einen BAB Antrag zu stellen. Er ist 20 Jahre alt und seine Eltern leben ständig im Ausland und können ihn in seiner Ausbildung in Deutschland nicht finanziell unterstützen. Er ist nun seit letztem Jahr in Deutschland und hat da seine Ausbildung begonnen. Sein Lehrlingsgehalt reicht aber hinten und vorne nicht. Er wohnt in einer WG in einem 10 qm Zimmer mit noch 10 anderen Leuten und lebt von der Hand im Mund. Knapp 500,00 € für Wohnen, Leben und Fahrtkosten zum Ausbildungsplatz.


    Vor ca. drei Monaten war ich mit ihm bei allen Ämtern um die Anträge zu stellen. Die Einkommensnachweise der Eltern haben wir ebenfalls beim Amt eingereicht. Wir hatten darauf hingewiesen, dass das Einkommen der Eltern 2014 höher waren als es in 2015 war und 2016 sein wird, da die Mutter damals noch gearbeitet hatte. Jetzt sollen die Eltern noch Ihr zukünftiges Einkommen für 2017 schätzen. Es muss in dem Aktualisierungsantrag eingetragen und zusätzlich anhand von Einkommensnachweisen oder Steuerbescheiden nachgewiesen werden. So sagt der zuständige Sachbearbeiter. Wie sollen Sie das machen? Und ist das rechtmässig? Keine weiß was in der Zukunft passiert. Geschweige denn hat man irgendwelche Nachweise.


    Mir kommt es so vor als wenn sie den Antrag immer weiter hinausschieben wollen. Der Jobcenter hatte ihm gesagt, er muss zuerst eine Ablehnung des BAB Antrages erhalten um dann eventuell andere Unterstützung beantragen und erhalten kann. Kindergeld bekommt er auch nicht, da seine Eltern noch nie in Deutschland gewohnt haben. Die Dame am Schalter der Agentur für Arbeit war so unverschämt und frech zu uns, es war unglaublich. Er hat auch eine zusätzliche deutsche Staatsbürgerschaft weil die Mutter Deutsche ist. Der Jobcenter sagte er hat 4 Wochen Zeit sonst muss er wieder einen neuen Antrag auf SGB II stellen. Also gilt dann wieder ein neues Datum und nicht mehr rückwirkend? Oder doch?


    Ich habe nunmehr dafür gesorgt, dass er sich eine Jahresfahrkarte für Auszubildende kaufen kann und ihm das Geld dafür vorgelegt. Aus Unwissenheit fuhr er die ganze Zeit mit einer Erwachsenenkarte zur Arbeit und der Berufsschule.
    Muss er dies der Agentur für Arbeit angeben?


    Es ist für mich als reife Deutsche Frau schon schwierig hier durchzublicken, aber wie muss es für deutschsprachige Fremde hier sein? Es waren nun viele Fragen auf einmal, ich weiß. Trotzdem würde ich mich sehr freuen, wenn mir jemand helfen könnte, dass Problem mit den geschätzten Zukunftseinkünften zu lösen. Ich bedanke mich schon mal ganz herzlich für jede Unterstützung.

  • Hallo,


    Zitat

    Er wohnt in einer WG in einem 10 qm Zimmer mit noch 10 anderen Leuten


    Also wohnt er auf einem qm?


    Zitat

    Der Jobcenter hatte ihm gesagt, er muss zuerst eine Ablehnung des BAB Antrages erhalten um dann eventuell andere Unterstützung beantragen und erhalten kann.


    Auch mit Ablehnung hat er keinen Anspruch auf irgendwelche Leistungen durch das Jobcenter. In ganz bestimmten Fällen käme die Mietbeihilfe oder ein Darlehen in Betracht. Beides trifft jedoch nicht auf den konkreten Fall zu.


    Zitat

    Ich habe nunmehr dafür gesorgt, dass er sich eine Jahresfahrkarte für Auszubildende kaufen kann und ihm das Geld dafür vorgelegt.


    Das ist Unterhalt und könnte bei Sozialleistungen als solcher angerechnet werden.


    Zitat

    Es muss in dem Aktualisierungsantrag eingetragen und zusätzlich anhand von Einkommensnachweisen oder Steuerbescheiden nachgewiesen werden. So sagt der zuständige Sachbearbeiter. Wie sollen Sie das machen? Und ist das rechtmässig? Keine weiß was in der Zukunft passiert. Geschweige denn hat man irgendwelche Nachweise.


    Darauf wird sicher dms noch eingehen. Ich werfe aber, damit Du was zum Nachdenken hast, das Stichwort Gewinnprognos in den Raum.


    Gruß!

  • Hallo und willkommen im Forum,


    bevor ich mich deiner Frage widme, bitte ich dich,
    deine Stichworte zu entfernen.
    Ich zitiere mal aus einem der am Anfang des Unterforums befindlichen
    gesperrten Beiträge:


    Doch nun zu deinem Problem.


    ...
    Vor ca. drei Monaten war ich mit ihm bei allen Ämtern um die Anträge zu stellen. Die Einkommensnachweise der Eltern haben wir ebenfalls beim Amt eingereicht. Wir hatten darauf hingewiesen, dass das Einkommen der Eltern 2014 höher waren als es in 2015 war und 2016 sein wird, da die Mutter damals noch gearbeitet hatte. Jetzt sollen die Eltern noch Ihr zukünftiges Einkommen für 2017 schätzen. Es muss in dem Aktualisierungsantrag eingetragen und zusätzlich anhand von Einkommensnachweisen oder Steuerbescheiden nachgewiesen werden. So sagt der zuständige Sachbearbeiter. Wie sollen Sie das machen? Und ist das rechtmässig? Keine weiß was in der Zukunft passiert. Geschweige denn hat man irgendwelche Nachweise.


    Mir kommt es so vor als wenn sie den Antrag immer weiter hinausschieben wollen. ...
    ....
    Trotzdem würde ich mich sehr freuen, wenn mir jemand helfen könnte, dass Problem mit den geschätzten Zukunftseinkünften zu lösen. Ich bedanke mich schon mal ganz herzlich für jede Unterstützung.


    Habt ihr den Aktualisierungsantrag gleich mit dem Hauptantrag eingereicht?
    Oder wurde BAB mit Bescheid bereits festgesetzt, und ihr hattet den Bescheid mit anrechenbaren Elterneinkommen?


    Zu den rechtlichen Grundlagen: § 24 BAföG

    Zitat

    (3) Ist das Einkommen im Bewilligungszeitraum voraussichtlich wesentlich niedriger als in dem nach Absatz 1 maßgeblichen Zeitraum, so ist auf besonderen Antrag des Auszubildenden bei der Anrechnung von den Einkommensverhältnissen im Bewilligungszeitraum auszugehen; nach dessen Ende gestellte Anträge werden nicht berücksichtigt. Der Auszubildende hat das Vorliegen der Voraussetzungen des Satzes 1 glaubhaft zu machen. .....


    Bewilligungszeitraum sind i.d.R. 18 Monate, leider ist nicht bekannt, wann ihr den Antrag gestellt habt. Es muss zumindest im Jahre 2016 gewesen sein.
    Nehmen wir mal an, ihr habt im Januar 2016 den Antrag gestellt. Dann wären die 18 Monate mit Ablauf des Monates
    Juni 2017 rum.


    Bewilligungszeitraum 01/2016 bis 06/2017
    Einkommensverhältnissen im Bewilligungszeitraum
    Es müsste also das Jahreseinkommen der eltern von 2016 und 2017 für die vorläufige Berechnung herangezogen werden.
    Es wird zunächst der durchschnittliche Monat (dM) des Jahres 2016 und danach der des Jahres 2017 ermittelt.
    Danach wird entsprechend dem Bewilligungszeitraum 01/2016 bis 06/2017
    gerechnet
    dM2016 x 12 Monate =dM16
    dm2017 x 06 Monate =dM17
    ===============
    _________18 Monate (i.O.)


    Summe von dM16 und dM17 wird dann durch 18 Monate geteilt und ergibt den monatlich zu berücksichtigende (Netto-)Einkommensteil bei weiteren Berechnung.


    Zitat

    (3) Ist das Einkommen im Bewilligungszeitraum voraussichtlich wesentlich niedriger .... Ausbildungsförderung wird insoweit .... unter dem Vorbehalt der Rückforderung geleistet. Sobald sich das Einkommen in dem Bewilligungszeitraum endgültig feststellen lässt, wird über den Antrag abschließend entschieden.


    Genau deswegen empfehle ich, sich den Antrag genau zu überlegen.
    Letztendlich ist der Azubi in der Pflicht, wenn es um die Rückzahlung geht.


    ...
    Jetzt sollen die Eltern noch Ihr zukünftiges Einkommen für 2017 schätzen. Es muss in dem Aktualisierungsantrag eingetragen und zusätzlich anhand von Einkommensnachweisen oder Steuerbescheiden nachgewiesen werden. So sagt der zuständige Sachbearbeiter. ....
    Mir kommt es so vor als wenn sie den Antrag immer weiter hinausschieben wollen. ...
    ....
    Trotzdem würde ich mich sehr freuen, wenn mir jemand helfen könnte, dass Problem mit den geschätzten Zukunftseinkünften zu lösen. Ich bedanke mich schon mal ganz herzlich für jede Unterstützung.


    Also nicht der Sachbearbeiter sagt das, sondern das Gesetz.


    Wer sonst kann den finanzielle Aussagen zu zukünftigen Zeiträumen machen,
    wenn nicht der Betreffende (Eltern) selbst.
    Ein weiterer Grund, weswegen ich immer davor warne, ist die Schätzung an sich.
    Schätze ich zu hoch, kann es später (also evtl. 2018 oder 2019) eine Nachzahlung geben.
    Aber aktuell fehlt das Geld.
    Schätze ich zu niedrig, kann es später (also evtl. 2018 oder 2019) eine Rückforderung geben.


    Ich hoffe du kannst mit meinen Informationen das Ganze besser verstehen.
    Wenn nicht, ruhig nachfragen.
    Und meine kleine Bitte (zu Anfang) nicht vergessen.


    dms
    PS: Fahrkosten sind im BAB-Antrag doch mit anzugeben, aber es werden auch nur die Azubi-Karte übernommen

    ...
    Ich habe nunmehr dafür gesorgt, dass er sich eine Jahresfahrkarte für Auszubildende kaufen kann und ihm das Geld dafür vorgelegt. Aus Unwissenheit fuhr er die ganze Zeit mit einer Erwachsenenkarte zur Arbeit und der Berufsschule.
    Muss er dies der Agentur für Arbeit angeben?
    ....


    PSS: die Jahreskarte war vielleicht etwas voreilig, ne Monatskarte wäre besser gewesen