Abi - kaufmännische Ausbildung - Soziales Studium (Eltern noch unterhaltspflichtig?)

  • Hallo ihr alle,


    auch ich bin mir momentan recht unsicher bzgl. meiner Chancen auf elternunabhängiges BAföG. Leider befinde ich mich mit meinem Fall in einer absoluten Grauzone.:confused: Hier kurz die Fakten:


    - Allgemeine Hochschulreife gemacht
    - 2012 –2015 2 ½ Jahre kaufmännische Ausbildung
    - Seitdem berufstätig im erlernten Job


    Ich möchte gern zum WiSe 2016 studieren gehen, also 1 ½ Jahre nachdem ich meine Ausbildung beendet habe.
    Natürlich habe ich auf den ersten Blick nicht die Voraussetzungen (z.B. Ü30, 6 Jahre gearbeitet etc.), um elternunabhängiges BAföG zu erhalten. Jedoch habe ich mich auf den Punkt, dass meine Eltern vermutlich nicht mehr unterhaltspflichtig sind, konzentriert. Hierbei wird ja hauptsächlich der inhaltliche und der zeitliche Zusammenhang zwischen Erstausbildung und Studium bewertet, um bestimmen zu können, ob das Studium noch zur Erstausbildung gezählt werden kann.
    Meiner Meinung nach bestünde bei z.B. einem BWL-Studium zwar definitiv der inhaltliche Zusammenhang, jedoch würde der zeitliche Zusammenhang fehlen, da ich nicht so bald wie möglich nach der Ausbildung (also SoSe oder WiSe 2015) das Studium aufgenommen habe. Somit könnte man argumentieren, dass meine Eltern nicht mehr unterhaltspflichtig wären und ich elternunabhängiges BAföG bekommen darf. Ist das richtig? :confused:
    Zudem würde ich eventuell gerne etwas ganz anderes studieren, sodass der inhaltliche Zusammenhang zwischen Erstausbildung und Studium auch nicht gegeben wäre, somit wären meine Eltern nicht mehr unterhaltspflichtig.


    Könnt ihr mir vielleicht weiterhelfen, ob ich tatsächlich Chancen auf elternunabhängiges BAföG hätte? Vielleicht über das Vorausleistungsverfahren?


    Viele Grüße und dankeschön!! :)

  • Hallo Anna,


    du kannst BAföG beantragen und wirst zunächst aufgefordert sein, dass Einkommen deiner Eltern vorzulegen, da -wie du richtig erkannt hast- ein Anspruch auf elternunabhängige Förderung nicht besteht. Sollten deine Eltern deinen weiteren Ausbildungsweg nicht mehr finanzieren wollen/können, hast du die Möglichkeit einen Antrag auf Vorausleistung nach §36 BAföG zu stellen. Im Rahmen des Antragsverfahrens wird geprüft, ob deine Eltern noch unterhaltspflichtig sind. Dann kannst du deine Argumentationen vorbringen. Bevor du einen solchen Antrag stellst, solltest du unbedingt eine Beratung des Amtes für Ausbildungsförderung in Anspruch nehmen oder dich auf deine Weise über die Konsequenzen informieren.


    Die Unterhaltsrichtlinien richten sich nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Aufgrund dessen muss elternabhängige Förderung nicht immer bedeuten, dass die Eltern tatsächlich zahlen müssen.