Ausbildung, BAB abgelehnt, Mietzuschuss abgelehnt...was nun?

  • Hallo


    zu mir : ich bin 22, lebe seit meinem 18. Lebensjahr in einer eigenen Wohnung und
    habe in den letzten 2 Jahren meine Schulabschlüsse nachgeholt und beginne jetzt meine Ausbildung.


    Jetzt zu meinem Problem:
    Der BAB Antrag wurde abgelehnt, soweit ich es verstand, weil mein Vater zuviel verdient.
    Der Antrag auf Mietzuschuss wurde auch abgelehnt.



    Ausbildungsgehalt 325€ Netto
    Kindergeld 185€


    Hab ich noch eine Möglichkeit einen Antrag zu stellen? Hab etwas gelesen über BAB Antrag auf Vorausleistung oder erneut BAB Antrag stellen. Wohngeld?


    Mein Vater sagte er zahlt keinen Unterhalt, da ich 2 x die Regelschule abgebrochen habe und er nicht mehr Unterhaltsberechtigt sei. ( Wenn es denn so ist?)


    Da möchte ich endlich mein Leben in die richtigen Bahnen lenken und dann sowas....weiss nicht mehr ein noch aus.
    Möchte meine Ausbildung machen und werde Obdachlos...?


    Wo ist da die Logik, hätte ich weiter rumgeschludert , würde ich wenigstens Hartz4 bekommen und von einer Massnahme zur anderen geschickt werden.


    Hoffe auf Antwort von Ihnen
    Lieben Gruss Jen


  • Hallo,


    bevor wir uns dem Antrag auf Vorausleistung zuwenden, sollten wir deine
    Eckdaten der Ablehnung abprüfen.


    Wie hoch ist lt. Ablehnungsbescheid dein Gesamtbedarf?
    Wie hoch ist dein anzurechnendes Einkommen ?
    Wie hoch ist das anzurechnende Einkommen deines Vaters?
    Wie hoch ist das anzurechnende Einkommen deiner Mutter?


    dms

  • Hallo dms

    Gesamtbedarf des Auszubildenden 584,00 €
    Anzurechnendes Einkommen 446,00 € ( wie kommen die auf den Betrag? lt.Nettorechner 433€)


    Kindergeld bekam ich bisher und wurde weiter bewilligt


    anzurechnendes Einkommen Vater 875 €
    anzurechnendes Einkommen Mutter 34€


    Mein Problem ist auch, nicht zu wissen, was mein Vater an Unterhalt zu zahlen hat. So kann ich ja mit keiner Forderung an ihn heran treten.


    Gruss Jen

  • Hallo dms

    Gesamtbedarf des Auszubildenden 584,00 €
    Anzurechnendes Einkommen 446,00 € ( wie kommen die auf den Betrag? lt.Nettorechner 433€)
    ....


    Hallo,
    jetzt rechnen wir mal:
    dein Gesamtbedarf beträgt monatlich 584 Euro,
    auf diesen Gesamtbedarf sind lt. Gesetz


    Zitat

    § 67 Einkommensanrechnung


    (1) Auf den Gesamtbedarf sind die Einkommen der folgenden Personen in der Reihenfolge ihrer Nennung anzurechnen:

    1. der oder des Auszubildenden,
    2. der Person, mit der die oder der Auszubildende verheiratet oder in einer Lebenspartnerschaft verbunden ist und von der sie oder er nicht dauernd getrennt lebt, und
    3. der Eltern der oder des Auszubildenden



    Somit ergibt sich 584 - 446 = 138 Euro zu deckender Bedarf durch Eltern bzw. BAB.


    Hallo dms
    ....
    anzurechnendes Einkommen Vater 875 €
    anzurechnendes Einkommen Mutter 34€
    .....


    Bei deinen Eltern ergab sich also insgesamt 909 Euro anzurechnendes Einkommen.


    [TABLE='width: 500']

    [tr]


    [td][/td]


    [td]

    Anzurechnendes EK

    [/td]


    [td]

    prozentuale Verteilung

    [/td]


    [td]

    anteil ungedeckter Bedarf

    [/td]


    [/tr]


    [tr]


    [td]

    Vater

    [/td]


    [td]

    875,00

    [/td]


    [td]

    96,26 %

    [/td]


    [td]

    132,84

    [/td]


    [/tr]


    [tr]


    [td]

    Mutter

    [/td]


    [td]

    34,00

    [/td]


    [td]

    3,74 %

    [/td]


    [td]

    5,16

    [/td]


    [/tr]


    [tr]


    [td]

    Summe

    [/td]


    [td]

    909,00

    [/td]


    [td]

    100%

    [/td]


    [td]

    138,00

    [/td]


    [/tr]


    [/TABLE]


    Deine Mutter müsste also monatlich 5,16 Euro an Dich leisten.
    Dein Vater müsste also monatlich 132,84 Euro an Dich leisten.


    ....
    anzurechnendes Einkommen Vater 875 €
    anzurechnendes Einkommen Mutter 34€


    Mein Problem ist auch, nicht zu wissen, was mein Vater an Unterhalt zu zahlen hat. So kann ich ja mit keiner Forderung an ihn heran treten.


    Gruss Jen


    Um rein den ungedeckten Bedarf nach den BAB-Regelungen abzusichern durch das anzurechnende Einkommen,
    müsste dein Vater den oben errechneten Beitrag zusteuern.


    ...
    Ausbildungsgehalt 325€ Netto
    Kindergeld 185€


    .... Hab etwas gelesen über BAB Antrag auf Vorausleistung oder erneut BAB Antrag stellen. Wohngeld?
    ...


    Du hast den Antrag auf Vorausleistung erwähnt. Bei diesem Verfahren wird die Berechnung mehr am Bürgerlichen
    Gesetzbuch orientiert.
    Danach werden die Einkünfte alle zusammen betrachtet. Das bedeutet bei Dir vereinfacht:
    446 (monatliche Durchschnitt) + 185 (Kindergeld) = 631 Euro
    Da dein Gesamtbedarf derzeit nur in Höhe von 584 Euro festgestellt wurde, würde der Antrag auf Vorausleistung wahrscheinlich ins Leere laufen.
    Rein nach Unterhaltsrecht beträgt der Bedarf jedoch ca 670 Euro. Um den jedoch durchzusetzen, kannst du in dieser Fallgestaltung jedoch wahrscheinlich nicht das Amt benutzen, zur Durchsetzung deiner Ansprüche. Da müsstest du schon selbst klagen, mit dem Risiko der Kosten des Verfahrens.
    Andererseits hast Du die Frage, von wem Du Kindergeld erhälst, nicht genau beantwortet. Da dein Vater wahrscheinlich den höheren Anteil zu leisten hätte, wäre er auch Kindergeldberechtigt. Er könnte also auch das Kindergeld an sich auszahlen lassen und überweist dir davon die obigen 132,84 Euro.


    Nehmen wir an, dass aufgrund deines Antrages auf Vorausleistung man tatsächlich zu der Meinung kommt, dass Dein Vater tatsächlich nicht mehr unterhaltspflichtig wäre, so ergäbe sich folgende Rechnung:
    Gesamtbedarf 584 - 446 (dein Einkommen) - 34 (Mutter) = 104 Euro ungedeckter Bedarf, welchem immer noch 184 (Kindergeld) gegenübersteht, womit der ungedeckte Bedarf gedeckt werden kann.


    Du kannst den Antrag stellen, jedoch spielt dann das Kindergeld eine Rolle als verfügbares Einkommen.


    Hallo dms
    ....
    Anzurechnendes Einkommen 446,00 € ( wie kommen die auf den Betrag? lt.Nettorechner 433€)
    ....


    Auch wenn hier im Forum schon mehrmals die Berechnung erläutert wurde:
    Addiere die Bruttoausbildungsvergütung in deinem Bewilligungszeitraum (sind i.d.R. 18 Monate), addiere dazu evtl. einmalzahlungen (Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld...).
    Von dieser Summe ziehst Du mal 21,3 % ab (Aufwendungen für Sozialversicherung).
    Den restlichen Betrag teilst Du wieder durch die Zahl der Monate des Bewilligungszeitraum (i.d.R. 18 Monate).


    Mit einem Antrag auf Vorausleistung sehe ich kaum eine Möglichkeit, hier mehr zu erreichen, selbst wenn Vater nicht zahlen sollte.


    Was man machen könnte, wäre die Berechnung komplett abzuprüfen, ob sich dort nicht noch was finden lässt, was den Gesamtbedarf erhöhen könnte oder das anzurechnende Einkommen senken könnte.


    dms

  • Danke für die ausführliche Antwort




    Die Berechnung komplett abzuprüfen-....
    Wo oder wer überprüft dies? Widerspruch einlegen?


    DEr Gesamtbedarf von 584€ , soll meinen wirklichen Bedarf abdecken?? Selbst die 670 € lt Düsseldorfer Tabelle, reichen nicht. Vorher bekam ich Hartz4 und nu hab ich kaum Geld um satt zu werden. Das soll einer verstehen :(



    Gruß Jen

  • Danke für die ausführliche Antwort


    Die Berechnung komplett abzuprüfen-....
    Wo oder wer überprüft dies? Widerspruch einlegen?
    ..
    Gruß Jen


    Hallo,
    wenn dein Bescheid noch nicht älter als 1 Monat ist, kannst Du natürlich einfach einen Widerspruch einlegen.


    Andernfalls nutze mal den BAB-Rechner (der wurde aktualisiert) und prüfe, ob du dort auf das gleiche Ergebnis kommst.


    Und zu Guter Letzt können wir hier im Forum mal die Zahlen abprüfen.



    Danke für die ausführliche Antwort
    ...
    DEr Gesamtbedarf von 584€ , soll meinen wirklichen Bedarf abdecken?? Selbst die 670 € lt Düsseldorfer Tabelle, reichen nicht. Vorher bekam ich Hartz4 und nu hab ich kaum Geld um satt zu werden. Das soll einer verstehen :(
    ..
    Gruß Jen


    Der Bedarf ist gesetzlich festgelegt. Wenn der erhöht werden soll, oder an ALG II angepasst sein soll,
    musst du dich an einen Bundestagsabgeordneten deines Wohnkreises wenden. Die Gesetze werden im Bundestag gemacht.


    dms