Warum kein elternunabhängiges Bafög?

  • Hallo Forengemeinde,


    folgender Sachverhalt liegt bei uns vor:
    Unser Sohn hat nach dem Fachabi Zivildienst gemacht und anschließend eine 3jährige Ausbildung im IT Bereich abgeschlossen. Im ersten Jahr der Ausbildung ist er ausgezogen und hat seit dem eine eigene Wohnung.
    Danach hat er in dem Beruf14 Monate gearbeitet und war dann 6 Monate arbeitslos.
    In dieser Zeit hat er sich entschieden, noch einmal zu Wirtschaftsinformatik zu studieren.


    Vom Bafög-Amt kam bisher nur eine Ablehnung, weil die Eltern unterhaltspflichtig wären!
    Das verstehe ich nicht, denn wir haben ja bereist (nachweislich durch Überweisungen) eine Asubildung finanziert.


    WIe kommen wir da konkret weiter bzw. kann mir jemand die Unterhaltspflicht in diesem konkreten Fall verständlich erklären?


    Vielen Dank


    aannddii

  • Hallo,


    Zitat

    denn wir haben ja bereist (nachweislich durch Überweisungen) eine Asubildung finanziert.


    Sicher?


    Während einer betrieblichen Ausbildung bekommt man i.A. eine Ausbildungsvergütung, mit der man wenigstens z.T. den eigenen Lebensunterhalt finanzieren kann. Damit aber brauchtet Ihr nicht der vollen Unterhaltspflicht nachkommen. Abgesehen davon wäre das Studium die höherwertige Ausbildung.


    Gruß!

  • guckt Ihr § 11 BAföG
    (3) Einkommen der Eltern bleibt ferner außer Betracht, wenn der Auszubildende
    1.ein Abendgymnasium oder Kolleg besucht,
    2.bei Beginn des Ausbildungsabschnitts das 30. Lebensjahr vollendet hat,
    3.bei Beginn des Ausbildungsabschnitts nach Vollendung des 18. Lebensjahres fünf Jahre erwerbstätig war oder
    4.bei Beginn des Ausbildungsabschnitts nach Abschluss einer vorhergehenden, zumindest dreijährigen berufsqualifizierenden Ausbildung drei Jahre oder im Falle einer kürzeren Ausbildung entsprechend länger erwerbstätig war.
    5.(weggefallen)


    Da der Zivildienst vor der Lehre war, wird diese Zeit nicht mit eingerechnet.


    Also kommt er nicht auf 3 Jahre Lehre und mind. 3 Jahre Erwerbstätigkeit.

  • Vielen Dank für die Antworten. Das elternabhängige Bafög wurde 0,00 betragen und wir wären unserem Sohn mit rund 550 Euro unterhaltsverpflichtet. Allerdings beträgt seine Wohnungsmiete schon 480 Euro. Von den verbleibenden 70 Euro wäre dann Strom, Telefon, Studiengebühren, Versicherungen, Fahrgeld und alles Weitere zu zahlen. Wer denkt sich so etwas aus und wie soll das ohne Zuverdienst in der Regelzeit funktionieren?


    Irgendwie hatte ich wohl zwei Denkfehler! 1. Ich dachte immer, dass Eltern nur bis zum Abschluss der ersten Ausbildung unterhaltsverpflichtet sind und 2. dass in unserem Land niemand "hungern" muss.


    Schade!

  • Stimmt! Volle Zustimmung meinerseits.
    Das sich aber duirch die SGB II KdU Leistungen in Höhe von 406 Euro für Einzelpersonen genau dort die billigsten Wohnungen eingependelt haben, hätte er mit einer solchen Mietzahlung rund 75 Euro mehr im Monat.


    *zynismusmodus: an* Das reicht zwar nicht für einen Anlageberater, reicht dann gerade für die Krankenkassenzahlung oder eben einen Hamburger am Tag. *aus*


    Im Augenblick muss ich denken, dass eventuell Personen, die keine Lust haben zu arbeiten, weitaus besser gestellt sind, als diejenigen, die sich Wissen aneignen wollen, welches die Aufnahme einer Arbeitsstelle erleichtert um dann Steuern und Abgaben zu leisten.

  • Hallo,


    Zitat

    hätte er mit einer solchen Mietzahlung rund 75 Euro mehr im Monat.


    Nö. Würde Dein Sohn die Miete nach ALG II erhalten, müßte er die Differenz zwischen der angemessenen und der tatsächlichen Miete aus eigener Tasche zahlen und hätte somit noch nicht mal die eingangs beschriebenen 70 € für den Lebensunterhalt.


    Wie kommst Du übrigens auf die 570 € Unterhalt?


    Gruß!