Neuantrag nach Nullbescheid

  • Hallo zusammen,


    habe meinen Fall auch schon versucht zu googlen, aber bis jetzt bin ich noch auf keine schlüssige Antwort gestoßen. Vll. kann mir hier ja jemand weiterhelfen ;-)


    Mein Fall ist der folgende:
    - BAfög wurde im August 2014 beantragt (BWZ ist auf 09/14-08-15 festgelegt)
    - Den Antrag habe ich vollständig inkl. Aktualisierung erst im Februar 2015 abgegeben, da ich mir für 2014 keine Chancen auf Bafög ausgerechnet habe und zu der Zeit noch nicht auf das Geld angewiesen war.
    - Mein Vater bezieht ALG I (ca. 2 T€). Seit 02/2014. Hat allerdings in 01/2014 noch eine Abfindung von seinem Arbeitgeber erhalten, die im dreistelligen Bereich liegt. Ohne Aktualisierungsantrag ergibt sich bei mir keine Förderung, da mein Vater bis 01/2014 zu gut verdient hat. Aber da sich die finanzielle Situation meines Vaters nun mal geändert hat und das Geld aus der Abfindung auch nicht für mich sondern seine Altersvorsorge zur Verfügung steht, dachte ich meine Chancen auf eine Bafög-Förderung stehen ganz gut.
    - Vom Grunde her bin ich Bafög-berechtigt und unter Berücksichtigung der aktuellen fianziellen Situaton meines Vaters (wie oben) würde sogar ein Förderbetrag von xa. 500€ entstehen (Wenn man die 2.000 Euro ALG I als Maßstab nimmt und alle weiteren relevanten Dinge berücksichtigt - Das habe ich mir von meiner Sachbearbeiterin auch mehr oder eniger so bestätigen lassen).


    - Der große Fehler, den ich jetzt begangen habe, ist den Antrag mit Beginn meines Studiums gestellt zu haben. Denn hätte ich ihn im Januar 2015 gestellt (samt Aktualisierungsantrag natürlich), hätte sich wie oben beschrieben ein Anspruch von 500€ gegeben. Der BWZ wäre dann 01/15 bis 12/15 gewesen.
    - Da ich den Antrag aber (nach Anraten des Bafög-Amtes übrigens bzw. nach einem Besuch in der offenen Sprechstunde!) schon im September 2014 gestellt habe, wird die Abfindung meines Vaters nach Einreichung des Aktualisierungsauftrages in die Berechnung mit einbezogen. D.h. das gesamte Jahreseinkommen von 2014 wird auf 09 bis 12/2014 umgelegt und dann mit dem JAhreseinkommen 2015 umgelegt auf 01 bis 08/2015 als Jahreseinkommen für den Bewilligungszeitraum angesehen. Dadurch ergibt sich für mich ein Nullbescheid und keine Förderung bis September 2015. So zumindest die Auskunft meiner Sachbearbeiterin. (Ich habe den Bescheid noch nicht, aber so wird es zu 90% laufen).


    Meine Fragen dazu nun:
    1. Ist das so rechtens? Kann der Aktualisierungsanspruch nicht durch irgendeine Rechtsgrundlage anders gewertet werden? Nämlich erst ab Januar 2015? Muss der Aktualisierungsantrag sich zwingend auf den kompletten Bewilligungszeitraum beziehen? Ich frage, deshalb, weil ich mir da etwas veräppelt vorkomme, wenn ich Nachteile dadurch habe, dass ich einen Antrag zu früh gestellt habe.


    2. Gibt es nicht die Möglicheit einfach einen neuen Antrag zu stellen, nachdem ich einen Nullbescheid erhalten habe? Also einen neuen Antrag mit BWZ 04/2015 bis 03/2016?


    Nach Auskunft meiner Sachbearbeiterin gibt es diese Möglichkeit nicht, da der Antrag ja nicht abgelehnt wird, sondern lediglich kein Bedarf festgestellt wurde (Nullbescheid). D.h. für diesen BWZ gibt es definitiv nicht. Ich könnte frühestens für den nächsten BWZ einen Antrag stellen, also im September 2015



    Ich freue mich, über jeden wertvollen Tipp! Vll. war ja schon einmal jemand in einer ähnlichen Lage ;-)


    Grüße
    Christian

  • 1. Ja es ist alles rechtens. Der BWZ geht von 09/2014 bis 08/2015. Eine Aktualisierung ist nur für den gesamten BWZ möglich.
    2. Ja klar kannst du einen neuen Antrag stellen. Aber da dein alter BWZ bis August läuft, beginnt der neue logischerweise erst im 09/2015.


    Aber .... Du hast noch gar keinen Bescheid vorliegen?
    Ziehe doch deinen ersten Antrag zurück und stelle sofort einen neuen. Dann hast du einen BWZ ab 04/2015.

  • Hallo Sandy!


    Danke für den Tipp! Genau dazu wurde mir im Konkurrenzforum auch geraten. Das sollte sich für mich wesentlich positiver darstellen, auch wenn ich dann dadurch die Monate Januar bis März verliere ;-)


    Frage mich nur, warum mich da meine Bafög-Sachbearbeiterin nicht drauf hinweist, dass es die Möglichkeit gibt, den Antrag zurückzuziehen. Ich habe genau das ja explizit nachgefragt, ob es GAR KEINE Möglichkeit gibt einen neuen Antrag zu stellen. Aer gut, ist ja nicht ihr Job, die Leute über ihre beste Alternative aufzuklären.


    In jedem Fall: Danke für die Info!!!

  • Gerne.
    Warum sollte man so was auch vorschlagen? Ist nur viel mehr Arbeit.
    Überlege mal, 100 Leute stellen einen Antrag, der wird bearbeitet und dann wieder zurückgezogen. Dann kommen diese 100 Leute wieder und stellen wieder einen neuen Antrag. Und das jeweils zu Semester- bzw. Schulbeginn. Wie soll da eine vernünftige Bearbeitung aller anderen Anträge noch erfolgen. ;)

  • Ein Stück weit kann ich die Sachbearbeiterin auch verstehen. DIe haben alle Hände voll zutun und es obliegt ja immerhin auch ihrem Urteil, ob es Sinn machen würde. Wenn das nicht gegeben ist, sollte es ihr freigestellt sein. Das muss ich dir dazu ehrlich sagen