Kind wird volljährig und Mutter will aber nur zwei Tage arbeiten

  • Hallo zusammen!


    Folgende Situation: Musste vor kurzem dem Jugendamt meinen Verdienst wegen der Berechnung des Unterhalts meines bald volljährigen Sohnes offenlegen. Das ist auch alles OK, da wenn er 18 ist müssen ja beide Elternteile Unterhalt zahlen und zu dessen Ermittlung sind diese Daten eben notwendig.
    Doch was mir dabei aufstößt ist, dass ich hier ganztags arbeite, Miete zahle, den Regelunterhalt für meine Gehaltsklasse und meine ehemalige Partnerin/Kindesmutter nicht mehr wie 2 Tage arbeiten will, und das seit Jahren schon, sie hat mit ihrer Schwester zusammen ein eigenes Haus und zahlt natürlich keine Miete.
    Wegen ihres geringen Verdienstes wir sie nie über den Selbsterhalt kommen und den gesamten Unterhalt werde wohl ich in Zukunft bezahlen. Sie ist Floristin im Einzelhandel und könnte zw. 1500€ +2200€ brutto verdienen und somit zum Unterhalt beisteuern.


    Das ist schon iwi ungerecht, kann man den dagegen unternehmen? So wie eine Klage beim Familiengericht......bin da jetzt momentan ratlos, kann mir jemand weiterhelfen?!


    Liebe Grüße

  • Nochmals Hallo,


    für all die 3.216 Personen die sich meinen Artikel durchlasen und für all die Väter die in der gleichen(üblen) Situation stecken.


    Wenn das Kind 18 Jahre alt ist sind beide Elernteile gleichermaßen(bezogen auf das Gehalt) Barunterhaltspflichtig, stimmt.


    Situation 1
    Doch wohnt das zB. Kind bei der Mutter ist nur der Vater Barunterhaltspflichtig, er muss also alles dafür tun (Vollzeit arbeiten, Nebenjob) um dieser Pflicht nachkommen zu können! Wenn nicht, kann dass Kind den Unterhalt einklagen.


    Bei der Mutter ist es egal ob sie nicht oder nur 2 Tage arbeitet, sie kommt ihrer Unterhaltsplicht durch "Wart & Pflege nach!!
    Das Kindergeld kann das Kind sich von der Mutter aushändigen lassen.


    Situation 2


    Das Kind wohnt in einem eigenen Hausstand sind beide Elternteile "Barunterhaltspflichtig" den das Kind auch einklagen kann.


    Kommt ein Elternteil dieser Verplichtung nicht nach, steht es dem anderen Elternteil frei diesen auf Ausgleichszahlung zu verklagen.
    Dabei wird festgestellt ob der "Nichtzahler" sich "sichtbar", also absichtlich dieser Plicht entzieht.
    Falls ja dann wird ein fiktives Gehalt erhoben(das ist von Gericht zu Gericht unterschiedlich) und danach wird der Ausgleich berechnet.


    Mein Anwalt sagt, dass solche Mütter alles dafür tun damit die Kinder "nicht" ausziehen, denn dann, wie in meinem Fall-->>


    Mutter:
    Teilzeit(2Tage) = 550€
    Kircheschmücken = 240€
    Kindergeld(das sie nicht auszahlt) = 184€
    meinen Unterhalt(sie ist Kontobevollmächtigt auf das Konto von meinem Sohn) = 335€


    = 1309€ + den Wert den eine Miete kosten würde, da sie ja Hausbesitzerin ist ~ 550€ dann kommt man auf 1859€ netto! Geil oder?


    ....und das mit wiegesagt 2Tagen Arbeit und einmal pro Wo Kircheschmücken.


    einen schönen Tag noch....

  • Hallo Kakadu59,
    die Informationen, die ich zu 1. + 2. gepostet habe, habe ich direkt von einem Awalt für Familienrecht! Bzw. nach einer Sitzung bei diesem :-D Wir Väter sind in diesem Fall einfach die Looser!


    Liebe grüße Vanidar

  • Hallo Vanidar.


    gitl hier nicht auch für die Mutter die gesteigerte Erwerbsobliegneheit? Und wie ist das? Wenn der Vater noch 2 anderen Kindern barunterhaltspflichtig ist muss er doch maximal soviel zahlen wie er zahlen müsste wenn er alleinig dafür aufkommen müsste. Oder?
    Und er darf doch auch bei zwei (insgesammt dann 3 ) Unterhaltsempfängern in der Tabelle runterstufen?
    Das Jugendamt versucht mir gerade klarzumachen dass die Mutter nicht verpflichtet ist voll arbeiten zu gehen bzw. dannach zu zahlen und ich f+bei einem privilegierten Kind nicht in der Tabelle runterstufen darf,


    So ein Schmarrn. Ist das so richtig?
    Danke Jon007

  • Hallo Vanidar.


    gitl hier nicht auch für die Mutter die gesteigerte Erwerbsobliegneheit? Und wie ist das? Wenn der Vater noch 2 anderen Kindern barunterhaltspflichtig ist muss er doch maximal soviel zahlen wie er zahlen müsste wenn er alleinig dafür aufkommen müsste. Oder?
    Und er darf doch auch bei zwei (insgesammt dann 3 ) Unterhaltsempfängern in der Tabelle runterstufen?
    Das Jugendamt versucht mir gerade klarzumachen dass die Mutter nicht verpflichtet ist voll arbeiten zu gehen bzw. dannach zu zahlen und ich f+bei einem privilegierten Kind nicht in der Tabelle runterstufen darf,


    So ein Schmarrn. Ist das so richtig?
    Danke Jon007


    Hallo Jon007,
    auch wenn das unterhaltberechtigte, volljährige Kind bei der Mutter lebt hat diese eine gesteigerte Erwerbsobliegenheit. Aber die Mutter kommt ihrer Unterhaltsplicht durch "Wart & Pflege" nach. Und ist somit aus dem finaziellen Aspekt raus.


    Die Situation mit den 2 anderen Kindern solltest Du viel genauer beschreiben, so steig ich da nicht durch.


    Liebe Grüße
    Vanidar

  • Hallo Vanidar,


    vielen Dank erstmal für Deine Antwort.
    Ich hab mich sicher etwas ungenau ausgedrückt.
    Das Jugendamt in Dresden macht eine Berechnung des Unterhaltes. Dort werden alle meine Einkünfte (und wirklich ganz penibel jedes erdenkliche Einkommen ) zur Berechnung des von mir zu zahlenden Unterhaltes herangezogen. Das ist ja auch so Okay.
    Bei der Mutter (das Kind um das es hier geht ist das letzte noch im Haushalt der Mutter lebende Kind)wird ein Halbtagsjob zur Berechnung des Unterhalts angerechnet.
    Mit dieser Berechnung schadet das Jugendamt in erster Linie meinem Sohn. Durch das akzeptieren des Halbtagjobs bekommt er deutlich weniger Unterhalt von Seiner Mutter. > Ich weiß dass er das im moment nicht ausgezahlt bekommt weil die Mutter das Geld für seinen Lebensunterhalt einsetzt. Auch das Ist völlig Okay.
    Mein Sohn will in eine WG ziehen und jetzt ist der Punkt wo das alles nicht mehr so einfach passt. da ist die mutter nämlich nicht mehr aus dem finanziellen Aspekt raus. Da muss sie mindestens das Kindergeld und nach meinem Empfinden auch Unterhalt zahlen und zwar nicht nur nach dem Einkommen aus einem Halbtagsjob..


    Meine Fragen sind dazu:


    1. Ist die Mutter nicht genau wie ich zur gesteigerten Erwerbsobliegneheit verpflichtet? Zumal bei Ihr ja keine weiteren Kinder im Hause sind. Nicht wie bei mir. > Das Jugendamt meint dass die Mutter nur nach dem was auf Ihrer Gehaltsbescheinigung steht berechnet wird. Ich kann mich doch auch nicht meiner Unterhaltsverpflichtung entziehen indem ich nur noch Halbtags arbeiten gehe.


    2. Ich bin ja nunmehr 3 Personen zum Unterhalt verpflichtet. Die Unterhaltstabellen sind für 2 Unterhaltsberechtigte zugeschnitten. Bisher wurde bei mir immer eine Stufe heruntergestuft. Nunmehr meinte die Dame vom Jugendamt das das ab 18 anders sei. und nicht mehr heruntergestuft wird. Ist das so?


    Sehr seltsam ist auch dass das Jugendamt nicht nach der neuen Unterhaltsleitlinie vom Januar arbeitet.


    Es geht mir nicht darum meinen Beitrag zum Unterhalt zu mindern. Nur soll sich die Mutter genauso fair dran beteiligen wie ich es auch tue.
    Eigentlich müste man sich im Interesse des Kindes über dieses Amt beschweren. Die schaden dort in erster Linie dem unterhaltsberechtigten Kind. Bei mir wird das sicher nicht mehr als 35 Euro pro Monat ausmachen. Das ist nicht mein großes Thema. Ich finde es einfach ungerecht wenn sich ein Elternteil mit Unterstützung des Dresdner Jugendamtes aus seiner Verantwortung herausmogeln kann.


    Vielen Dank für Eure Geduld und dass ich mir den Kummer von der Seele schreiben durfte.






    Ich habe nach der Trennung 2005 eine neue Beziehung und in dieser habe ich zwei kleine Kinder 3 und 7 Jahre alt.

  • Hallo John007,


    zu1.
    Wenn das Kind volljährig ist, sind beide Elternteile zu gleichen Anteilen, bezogen auf das Gehalt, unterhaltspflichtig und somit zur gesteigerten Erwerbsobliegneheit verpflichtet. Denn sie müssen alles in ihrer Macht mögliche unternehmen um ihrer Unterhaltspflicht nach zu kommen.
    Das heißt: lebt das Kind zu Haus --> Mutter -Wart & Pflege; Vater --> €
    lebt das Kind in einem eigenen Hausstand(WG, Wohnung ect.) Mutter--> €; Vater --> €


    Will einer der beiden nicht ausreichend Geldverdienen, kann der andere diesen Faulpelz gerichtlich dazu verklagen und dazu wird dann evtl sogar ein fiktives Gehalt ermittelt. Also was könnter der Faule verdienen wenn er zB. 40h arbeiten würde. Dieses fiktive Gehalt ist dann auch die Bemessungssumme dh. aus diesem fiktiveb Gehalt wird der Unterhalt berechnet.


    zu 2. bei der Düsseldorfer steht sogar ein Berechnungsbeispiel , 3Kinder, iwo darunter. Also so weit ich noch weiß bekommt K2+K3 gleicher Maßen. Auf jeden Fall wird Dein Lebensunterhalt vom gesamten abgezogen und der Rest dann dem entsprechend verteilt..


    Ich hoffe Dir geholfen zu haben :-)


    LG Vanidar