Berechnung zu berücksichtigendes Einkommen vom Minijob

  • Hallo,


    tolles Forum, vielen Dank für dieses super Infoangebot. Ich habe eine Detailfrage zur Berechnung des zu berücksichtigenden Einkommens.


    In einem Minijob bekomme ich 130 Euro, der Arbeitgeber zahlt den Pauschbetrag für Sozialversicherung und Steuer, ich zahle den Pflichtbeitrag zur Rentenversicherung.


    Welche Beträge genau werden aktuell von den 130 Euro abgezogen, um daraus das zu berücksichtigende Einkommen zu ermitteln (Werbungskosten, Pauschalen o. ä.)?


    Vielen Dank schon mal vorab.


    LG Sina

  • Bei meinen Recherchen im Internet bin ich auf folgende Aussagen gestoßen:


    1. Welche Werbungskosten werden berücksichtigt?


    Bei der Ermittlung des Gesamteinkommens für das Wohngeld sind Werbungskosten genau wie bei der jährlichen Einkommensteuererklärung, die man beim Finanzamt einreicht, zu berücksichtigen. Im Prinzip gibt es keinen Unterschied zwischen Werbungskosten im Wohngeldrecht und im Steuerrecht, es gelten dieselben Pauschalen, Freibeträge usw. Bei anderen Einkommensarten können Werbungskosten nicht abgezogen werden.
    Lediglich für den nach § 40a des Einkommensteuergesetzes vom Arbeitgeber pauschal besteuerten Arbeitslohn (sog. Mini-Jobs) ist ein Abzug der Erwerbsaufwendungen weiterhin möglich, da für diese pauschal besteuerte Leistung ein steuerlicher Werbungskostenabzug nicht gegeben ist, jedoch typischerweise hohe Erwerbsaufwendungen anfallen können.



    2. Beträge, die bei der Ermittlung des Jahreseinkommens für das Wohngeld absetzbar sind:


    10% – Antragstellern, die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung abtreten, wird ein pauschaler Abzug von 10% gewährt.


    Wie verhält es sich damit?


    LG Sina

  • Hallo,


    Zitat


    Gar nicht. Werbungskostenpauschale und Pauschalen werden nicht bei einem Minijob berücksichtigt.



    Das ist mir noch nicht klar. Der Minijob wird den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit zugeordnet. Für nichtselbständige Tätigkeiten werden bei der Berechnung des Wohngelds Werbungskosten und Pauschalen für die Pflichtbeiträge in die Sozialversicherung berücksichtigt.


    Bei einem Minijob fallen, wie bei anderen nichtselbständigen Tätigkeiten, Werbungskosten an, z.B. durch Fahrtkosten und es werden Pflichtbeiträge für die Rentenversicherung gezahlt. Bedeutet das, Minijobber werden bei der Berechnung schlechter gestellt als andere Arbeitnehmer?


    Vorab vielen Dank für eine nähere Erläuterung.


    LG Sina

  • Hallo,


    Zitat

    Minijobber werden bei der Berechnung schlechter gestellt als andere Arbeitnehmer?


    Schlechter gestellt? Äh - im Gegensatz zum Minijobber muß der sozialversicherungspflichtig Erwerbstätige Lohnsteuer zahlen. Wer also ist hier benachteilgt?


    1. wird bei dem Minijob anders als bei einem sozialversicherungspflichtigen Job keine Lohnsteuer fällig, womit Du an sich sowieso keine WK geltend machen könntest (keine Steuer = keine WK) und 2. sind die WK bei einem Minijob eher kontraproduktiv, weil Du ausgerechnet dadurch das erforderliche Mindesteinkommen nicht erreichen könntest.


    Gruß!

  • Hallo,


    Danke für die Rückmeldung. Bitte nochmal genau lesen, meine Frage (!) bezog sich auf die Ungleichbehandlung von Minijobbern bei der Berechnung des Wohngelds – auf nichts anderes.


    Zitat


    Schlechter gestellt? Äh - im Gegensatz zum Minijobber muß der sozialversicherungspflichtig Erwerbstätige Lohnsteuer zahlen. Wer also ist hier benachteilgt?


    Inzwischen habe ich auf meine Anfangsfrage detaillierte Antworten gefunden. Wer sich ebenfalls genauer informieren möchte, kann in den Verwaltungsvorschriften nachsehen:


    http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/pdf/BMVBS-36-20090429-KF01-A002.pdf


    LG Sina