bafög zu wenig

  • guten tag


    ich habe heute meinen bafög bescheid bekommen und mein förderungsbetrag beträgt gerade einmal 57 euro.
    ich besuche die abendrealschule 2te klasse und lebe alleine. meine mutter hat kein großes einkommen und zu meinem vater habe ich keinen kontakt. im bescheid steht abgerechnetes einkommen des vates - 558€.
    kann es wirklich sein, dass durch ein zu hohes einkommen meines vaters ich nichtmal genug geld bekomme um meine versicherung zu bezahlen?
    und gibt es ein verdienstlimit wenn ich jetzt arbeiten gehen würde? habe mal was von 400 euro gelesen.. dann sind das gerade mal 457 € im monat... das reicht mir vorne und hinten nicht


    bin ziemlich ratlos gerade..

  • Hallo,


    Zitat

    kann es wirklich sein, dass durch ein zu hohes einkommen meines vaters ich nichtmal genug geld bekomme um meine versicherung zu bezahlen?


    Kann es sein, daß Dein Vater ein Einkommen hat, welches den größten Teil Deines Unterhaltes umfaßt? Anders gefragt: kann es sein, daß Dein Vater zu 558 € Unterhalt verpflichtet ist, wovon Du dann u.a. Deine Versicherung bezahlen kannst? Und nochmal anders gefragt: wieso bekommst Du nicht genügend Geld, wenn Dein Vater zu 558 € Unterhalt verpflichtet und in der Lage ist und Du dazu noch 57 € staatliche Unterstützung erhälst?


    Zitat

    dann sind das gerade mal 457 € im monat... das reicht mir vorne und hinten nicht


    558 € Unterhalt + 57 BaföG + 400 € Nebenjob = 1015 € Einkommen. Was sollte daran nicht reichen?


    Gruß!

  • Hallo,


    Zitat

    ..
    ich habe heute meinen bafög bescheid bekommen und mein förderungsbetrag beträgt gerade einmal 57 euro....


    da Du heute deinen Beitrag geschrieben hast,
    Gratuliere - denn bei mir wird am Sonntag keine Post ausgeliefert.


    Zitat

    ... mein förderungsbetrag beträgt gerade einmal 57 euro.
    .... im bescheid steht abgerechnetes einkommen des vates - 558€.
    kann es wirklich sein, dass durch ein zu hohes einkommen meines vaters ich nichtmal genug geld bekomme um meine versicherung zu bezahlen? .....


    Wieso gehst du davon aus, dass Du alle deine Einkünfte vom BAföG-Amt bekommen sollst?
    Du hast nun zwei Quellen, aus welchen sich dein Einkommen zusammensetzen wird/soll.
    Quelle 1 BAföG 57 euro
    Quelle 2 Eltern (nennt sich auch Unterhalt)


    Und genau die Quelle 2 ist bei dir (der Vater anscheinend) zutreffend.
    Die Unterhaltspflicht ist vorrangig vor BAföG zu erfüllen.
    Du solltest also dich an deinen Vater wenden.
    Wie sieht es mit Kindergeld aus?


    Zitat


    ....
    und gibt es ein verdienstlimit wenn ich jetzt arbeiten gehen würde? habe mal was von 400 euro gelesen.. dann sind das gerade mal 457 € im monat... das reicht mir vorne und hinten nicht


    Haut ungefähr hin, wenn du bei einem Minijob (Nebenverdienst) nicht mehr als 400 Euro Brutto verdienst,
    führt dies zu keiner Anrechnung beim BAföG.


    dms
    PS: bin aber kein BAföG-Profi:eek:

  • ich bin mir da total im unklaren was oder wann unterhalt gezahlt wird. geht aus dem bescheid auch nicht wirklich hervor.. ich bin 26 jahre alt und wohne seit dem 18. lebensjahr alleine.
    habe auch nie kindergeld oder sonstiges von meinem vater bekommen weil mir das der ganze stress nicht wert war. habe aber auch noch keine ausbildung gemacht. vlcht spielt das einen faktor? werde mich auf jeden fall noch klug machen. aber danke für die antworten

  • Hallo,
    da Du nun ein paar wesentliche Informationen noch nachgereicht hast,


    1. Fordere Deinen Vater auf, unterhalt zu leisten (Einschreiben mit Rückschein)
    2. Stelle einen Antrag auf Vorausleistung, wenn Dein Vater nicht bereit ist oder nicht antwortet (gib ihm 2 - 3 Wochen Zeit)
    3. bezgl. Mietzuschuss - wäre beim JobCenter zu beantragen


    dms

  • Hallo,


    nochmal Klartext: Dein Vater ist verpflichtet und offensichtlich auch in der Lage, Dir die 558 € Unterhalt zu zahlen. Dazu solltest Du ihn entsprechend auffordern.


    Zusätzlich zu diesen 558 € erhälst Du 57 € BaföG. Somit hast Du erst einmal Einnahmen von 615 €.


    Gruß!

  • Es gibt für dich einen förderungsrechtlichen Bedarf von 538,- Euro (Abendrealschule mit Auswärtiger Unterbringung). Beim Amt für Ausbildungsförderung wird dann anhand der Einkommensunterlagen deiner Eltern, so wie deinen eigenen Angaben ermittelt, wodurch dieser gedeckt werden kann. Zunächst natürlich durch eigenes Einkommen und Vermögen. Mit den 400,- Euro / Monat ist nur bedingt richtig. Nach dem BAföG wird das Gesamteinkommen innerhalb deines Bewilligungszeitraums angerechnet. Solltest du 12 Monate gefördert werden und vom ersten bis zum letzten Tag ein gleichmäßiges Einkommen haben, darfst du 400,- Euro verdienen. Für 12 Monate also ein Block von 4.800,- Euro. ABER dieses Einkommen kann sich auch anders verteilen, z.B. 6 Monate gar nicht, 6 Monate 800,- Euro usw. usw. Im Übrigen darf man auch mehr verdienen, es wird halt dann angerechnet.


    Kannst du also mit eigenem Einkommen und Vermögen deinen Bedarf nicht decken, geht's an die Eltern. Diese sind dir verpflichtet Unterhalt für die erste Ausbildung zu leisten. Natürlich kommt es in der Realität öfter vor, dass die zwar müssen, aber nicht wollen oder gar nicht können. Das BAföG rechnet nur mit steuerpflichtigen Brutto-Einkommen, zieht Steuern und pauschal Sozialversicherung ab. Der Betrag, der dabei rauskommt, muss nicht unbedingt dem entsprechen, den dein Vater wirklich hat.


    Du hast nun zwei Möglichkeiten:
    Setze dich mit deinem Vater auseinander, erkläre ihm, ggf. schriftlich, was bei deiner Bedarfsberechnung rumgekommen ist und fordere ihn auf, diesen Betrag an dich zu leisten.
    Sollte dein Vater angeben, dass sich seine wirtschaftliche Lage maßgebend verändert hat, er also weniger verdient, als das angerechnete Einkommen, kann dein Bescheid aktualisiert werden (Aktualisierungsantrag).
    Verdient dein Vater das gleiche oder besser, er sich aber weigert den Betrag an dich zu leisten, stelle einen Antrag auf Vorausleistung nach §36. Das Amt für Ausbidlungsförderung "schießt" quasi den angerechneten Unterhaltsbetrag für deinen Vater vor und prüft dann, ob eine Unterhaltspflicht für deinen Vater besteht. Sollte dies bejaht werden, muss dein Vater am Ende des BWZ den vorausgeleisteten Betrag an das Amt erstatten.