Bedarfsatz zum Unterhalt - wer kann mir schlüssig erklären was angerechnet wird?

  • Traurigerweise bin aus mehreren Internetseiten nicht schlau geworden, da es dermaßen kompliziert formuliert ist:


    Ich will meinen Meister machen und bin auch Bafög-berechtigt nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz.
    Ich bekomme für die Maßnahme (Kurs+Prüfungsgebühr) ja 30,5% vom Staat als Zuschuss und den Rest auf Wunsch als Darlehen bei der KfW Bank.


    Soweit ist mir alles klar. Was mir aber nichtmal die Dame vom Landratsamt schlüssig erklären konnte: habe ich Anspruch auf Unterhaltszuschuss, ja oder nein? Ich lese immer was von 697 EUR für Alleinstehende und Freibetrag von 255 EUR.
    Aber wie um Gottes Willen wird Einkommen da angerechnet ?


    Die Maßnahme geht 2x 6 Wochen in einer anderen Stadt, d.h. ich brauch dort eine Unterkunft, habe aber auch hier eine Wohnung. Ein Teil der Zeit ist unbezahlter Urlaub, d.h. das Einkommen wird weniger sein als ein volles Gehalt. Die Zweitwohnung wird schwierig für mich zu stemmen. Vermögen ist nicht vorhanden.


    Wer kann mir jetzt verständlichn erklären ob ich überhaupt Anspruch auf Unterhaltszuschüsse habe? Ich werde da einfach nicht schlau.

  • Nein, der Zuschuss für die Fortbildung ansich und Zuschuss für Unterhalt sind zwei paar Stiefel.
    Im Text steht:


    Die Höhe des monatlichen Unterhaltsbedarfs errechnet sich aus dem BAföG-Bedarfssatz für auswärts untergebrachte Fachschüler mit abgeschlossener Berufsausbildung, dem Zuschlag für die Krankenversicherung und Pflegeversicherung für Studenten sowie Erhöhungsbeträgen nach dem AFBG. Der maximale Förderungsbetrag für Alleinstehende beträgt zur Zeit:


    348 € Grundbedarf
    224 € Wohnbedarf
    62 € Zuschlag Krankenversicherung
    11 € Zuschlag Pflegeversicherung
    52 € Erhöhungsbetrag für die Antragsteller
    -----------------------------------------
    = 697 € Bedarfssatz


    Bei Vollzeitmaßnahmen werden auf den Unterhaltsbeitrag Einkommen und Vermögen der Teilnehmerin und des Teilnehmers und Einkommen ihrer Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner angerechnet. Einkommen und Vermögen der Eltern bleiben außer Betracht. Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind die aktuellen, für den Bewilligungszeitraum glaubhaft gemachten Einkommensverhältnisse entscheidend.


    Einkommensfreibeträge der Teilnehmer/innen:


    255 € für den/die Teilnehmer/in



    So weit , so gut. Nichtmal Mitarbeiter beim Amt können mir nun schlüssig erklären ob ich einen staatlichen Zuschuss für Unterkunft+Verpflegung bekomme... das kann doch nicht sein? Irgendjemand muss doch Bescheid wissen? Und nur darum geht es, scheinbar verstehn die das aber selber nicht.

  • Hallo,


    äh - Du verwechselt da etwa mächtig. Du kannst nicht Bestimmungen für das Schüler-BaföG mit denen des Meister-BaföGs vermischen - beides sind vollkommen unterschiedliche Leistungen. Und dementsprechend treffen die Regelungen vom Schüler-BaföG auch nicht für das Meister-BaföG zu.


    Gruß!

  • Sorry irgendwie glaube ich langsam dass da keiner mehr durchsteigt :)


    Die Texte entstammen alle der Regelung des MEISTER-BAFÖG, in Bezug auf das Aufstiegsfortbildungsförderungegesetz *hust* und nur darum geht es. Beim Meister-Bafög hat man grundsätzlich Anspruch auf Unterhalt bei Vollzeitkursen. Es geht hier nicht um Schüler- oder Studentenbafög.


    Es gbt also:
    1) Zuschuss von 30,5% vom Staat, Rest als Darlehen über der KfW (nur für die Kosten der Maßnahme ansich)
    2) Zuschuss zum Unterhalt wie oben zusammengefasst ist (nur für Kosten des Unterhalts)


    Soweit hat mir das Amt dies auch bestätigt.


    Wie sich aber der Zuschuss zu 2) in meinem Fall verhält, kann mir niemand schlüssig erklären. Jeder erzählt zwar was von den 697 EUR und den Freibeträgen, aber keiner kann mir sagen was ich hier vom Staat noch als Zuschuss bekommen könnte.

  • Der Kurs kostet 3500 EUR, davon erhalte ich 30,5% vom Staat geschenkt und den Rest auf Wunsch als zunächst zinsloses Darlehen von der Kfw. Das ist also vollkommen klar.


    Nur ich kapiere kein Stück ob ich etwas zu erwarten habe für den Aufenthalt dort. Ich muss dort eine Zweitwohnung bzw. Zimmer nehmen, da es weiter weg ist. Anhand der ganzen Zahlen und umständlichen Berechnungen versteh ich nur Bahnhof.


    Angeblich gibt es die 697 EUR für Alleinstehende, der sich wiederrum in Zuschuss + Darlehen aufteilt?
    Was genau kann ich hier als Zuschuss mitnehmen? Oder bekomme ich wegen des Einkommens hier nichts mehr, da der Freibetrag bei 255 EUR liegt?

  • Hallo,


    trenne erst einmal das Geld für die Maßnahme vom eigentlichen BaföG - das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.


    Das normale BaföG setzt sich aus dem Bedarf in Höhe von 697 € zusammen, von denen 248 € als Zuschuß und der Rest als Darlehen gezahlt werden. In diesen Bedarf von 697 sind die Kosten für den Lebensunterhalt (also z.B. Verpflegung) und die Mietpauschale enthalten. Darüber hinausgehende Zuschüsse gibt es nicht.


    Soweit die Maßnahme ausschließlich durch Meister-BaföG gefördert werden kann (und theoretisch nicht auch mit Schüler-BaföG) könnte zusätzlich ein Wohngeldanspruch bestehen, allerdings nur für eine Wohnung.


    Gruß!

  • Jetzt kommen wir der Sache schon näher. Also laut Amt und Unterlagen besteht dieser Unterhaltsanspruch grundsätzlich beim Meister-Bafög und Vollzeitkursen.


    Das heißt also ich könnte abseits der Maßnahme ansich nochmals 248 EUR Zuschuss bekommen? Oder ist das wieder ans Einkommen gedeckelt? Und ist Wohngeld nicht wieder was ganz anderes?


    Wie gesagt es geht mir nur darum ob ich Anspruch auf einen zusätzlichen Zuschuss zum Wohnen und Verpflegung dort habe, auch wenn ich in der Zeit Einkommen durch den Job habe.

  • Genau das ist ja der Knackpunkt.


    Mal kompakt:
    1. Baustelle: Zuschuss zum Kurs : 30,5% der Gesamtgebühren, Rest über Darlehen. Alles klar.


    2. Baustelle: Zuschuss für Unterhalt - ist doch separat oder nicht, so geht es zumindest aus dem Text hervor. Also die Zuschüsse zur Weiterbildungsmaßnahme haben mit Zuschüssen für Unterhalt nichts zu tun, oder versteh ich das falsch?


    Zitat: "Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Vollzeitlehrgängen erhalten vom Staat einen monatlichen Unterhaltsbeitrag zum Lebensunterhalt bis zu folgender Höhe:


    697 € für Alleinstehende ohne Kind 238 € Zuschuss/ 459 € Darlehen"


    Also ist das doch extra anzusehen und hat mit dem Zuschuss zu den Kursgebühren nichts zu tun.
    Und mir geht es darum ob ich von den 238 EUR was sehe oder nicht, und wenn ja unter welchen Umständen.

  • Hallo,


    Baustelle 1 interessiert hier überhaupt nicht.


    Insofern hat auch der Gesamtbedarf nichts mit Deiner Baustelle zu tun, weswegen ich ja bereits geschrieben habe, daß Du die beiden Sachen gedanklich trennen mußt.


    Zitat

    Also ist das doch extra anzusehen und hat mit dem Zuschuss zu den Kursgebühren nichts zu tun.


    Er hat es - was ich seit #8 ja auch schon geschrieben habe.


    Zitat

    Und mir geht es darum ob ich von den 238 EUR was sehe oder nicht, und wenn ja unter welchen Umständen.


    Auch das erkläre ich seit #8: die 238 € sind Teil des eigentlichen Bafögs und bezeichnen nur und ausschließlich die Höhe des Zuschußes.


    Gruß!

  • Dann musst du mir bitte folgendes erklären, bevor ichs aufgebe:


    Kursgebühren: 3500 EUR -> 30,5 % davon sind 1067,50 EUR die der Staat übernimmt.


    Wie hängt dieser Betrag jetzt mit den 238 EUR zusammen, die ja hier in Zusammenhang mit Unterhalt erwähnt werden.
    Und warum wird dann hier die Sache getrennt:


    Zitat: " Zunächst einmal wird beim Meister-BAföG zwischen dem Unterhaltungsbeitrag und dem Maßnahmenbeitrag unterschieden. Der Maßnahmenbeitrag bezieht sich dabei auf die Kosten der Meisterausbildung. Der Beitrag der zuständigen Behörde beträgt dabei immer 30,5 Prozent der Gesamtkosten, jedoch höchstens 10.226 Euro. Der Unterhaltungsbeitrag hingegen ist die Förderung, die als Lebensunterhalt monatlich gezahlt wird. Ob Sie den erhalten, richtet sich danach ob ihre Weiterbildung eine Vollzeitmaßnahme oder eine Teilzeitmaßnahme ist, sprich ob sie nebenbei arbeiten oder nicht. Nur bei einer Vollzeitmaßnahme erhalten Sie diese Förderung. Dabei ist es unerheblich, in welchem Beruf Sie arbeiten und in welcher Art und Weise die Weiterbildung zum Meister erfolgt. Sofern Sie die formalen Kriterien für das Meister-BAföG erfüllen, sind Sie stets berechtigt, Leistungen vom Staat zu beziehen


    Verstehst du jetzt was ich meine. Beim Maßnahmenbeitrag ist es egal ob ich während der Zeit verdiene, ich bekomme die 30,5%. Beim Unterhalt jedoch wird Vermögen oder Einkommen offensichtlich an diese 238 EUR angerechnet, also ist es meiner Ansicht nach was völlig anderes als der Maßnahmebeitrag und wäre bei gar keinem Einkommen demnach zu zahlen. oder ich bin zu blöd es zu kapieren.

  • Hallo,


    Zitat

    Kursgebühren: 3500 EUR -> 30,5 % davon sind 1067,50 EUR die der Staat übernimmt.


    Wie hängt dieser Betrag jetzt mit den 238 EUR zusammen, die ja hier in Zusammenhang mit Unterhalt erwähnt werden.


    Und ich dachte schon, daß Du es endlich verstanden hast, nachdem ich nun etliche Male geschrieben habe, daß Du diese beiden Sachen trennen mußt :-(


    Die 238 € haben nichts, aber auch gar nichts mit dem Maßnahmenbeitrag zu tun. Der Maßnahmebeitrag umfaßt nur und ausschließlich die Kurs- und Prüfungsgebühren, Mittel für die Anfertigung von Meistersachen - hat also NICHTS mit Deinem Lebensunterhalt zu tun.


    Zusätzlich zu diesen Maßnahmebeiträgen wird das normale Meister-BaföG gezahlt, also 697 €. Das dient dann dem Lebensunterhalt. Bei diesem Teil - und nur hier - wird eventuelles Einkommen angerechnet. Dein Einkommen wird also nicht auf den reinen Zuschußbeitrag angerechnet, sondern auf Deinen Gesamtbedarf.


    Ehrlich gesagt habe ich das alles nun alles bereits mehrmals ausführlich erklärt. Alles weitere solltest Du direkt beim Amt für Ausbildungsförderung erfragen. Ich habe keine Zeit (und auch Lust), immer wieder und wieder das gleiche zu schreiben


    Gruß!

  • Danke jetzt ist der Groschen gefallen.


    Würde man das gleich verständlich mit Beispielen auf deren Seite erklären, zumal dort Fragen und Antworten extra aufgeführt werden, müsste man nicht Stunden dafür aufwenden um das genau zu erfragen.
    So kompliziert dass es ja nichtmal die Mitarbeiter genau wussten.


    D.h. die genaue Höhe für den Unterhalt bzw. ob oder ob nicht kann mir dann sowieso nur das Amt mitteilen.


    Aber danke für deine Hilfe und nichts für Ungut.